22.11.2017.gfs-0-180

Milde SW-Lage bis Sa, danach deutlich kühler mit Tendenz zu Troglage

Die letzten Modellrechnungen bestätigen meine letzte Prognose  bis zum Sa. Der von mir vermutete Trend, dass in den letzten Novembertagen ein Übergang zu einem wechselhaften Westwetter  erfolgt, wird in den letzten Modellrechnungen nicht mehr gestützt. Mit einer Kaltfront am Wochenende gelangt maritime Kaltluft zu den Alpen. Es wird unbeständig, die Temperaturen entsprechen wieder weitgehend dem klimatologischen Mittel.

Nach einem kurzen Zwischenhoch zu Wochenbeginn wird zyklonaler Einfluss wetterbestimmend.

 

Die Kaltfront, die von So auf Mo aus NW eingetroffen ist, brachte den Nordstaulagen den erwarteten Schneezuwachs. Auch am Hocheck bildete sich oberhalb 600m eine dünne Schneedecke, die mit der Höhe deutlich zunahm:

20.11.2017.h.3-2

20.11.2017.h.1-2

20.11.2017.h.2-2

 

Die Niederschläge der Warmfront in der Nacht auf Di fielen zunächst bis in tiefere lagen als Schnee, gingen aber bereits in der Früh bis über 1000m in Regen über. Entsprechend durchnässt präsentierte sich der Neuschnee:

21.11.2017.h.1-2

21.11.2017.h.2-2

 

Mi  bis inkl.  Fr stehen im Zeichen von schwachem Hochdruckeinfluss gepaart mit der Zufuhr sehr milder Luftmassen aus SW. Im Bergland steigt die Nullgradgrenze gegen 3000m. In Tallagen ohne Nebel herrschen frühlingshafte Temperaturen.

Im Verlauf des Sa  erreicht eine Kaltfront den W von Österreich und quert bis So die Ostalpen. Sie sorgt  für einen gefühlten Temperatursturz mit nasskalter Witterung in den Niederungen und Schnee im Bergland. Danach dürfte sich die Temperatur beim Klimamittel einpendeln.
Das Azorenhoch wird von der atlantischen Frontalzone zuückgedrängt, kann aber zu Wochenbeginn mit einem Keil seinen Einfluss bis ME vorübergehend wieder ausdehnen. In den ersten Tagen der kommenden Woche muss daher mit Morgenfrost gerechnet werden; auch Nebel wird ein Thema werden.

Weiterer Trend:
Ab Mitte kommender Woche  dürfte eine neuerlicher Aufwölbung des Azorenhochs den Atlantik blockieren.

Östlich der von den Modellen übereinstimmend simulierten Aufwölbung des Azorenhochs etabliert sich ein Langwellentrog, in dessen Einfluss ab Mitte kommender Woche auch ME gerät. Die exakte Achslage ist noch recht unsicher und wird schlußendlich entscheiden, welche Gebiete Österreichs in kalter Luft zu liegen kommen und welche an der Trogvorderseite in den  Einfluss milderer Mittelmeerluft gelangen. Zum  meteorologischen Winterbeginn ist das Potential für eine  frühwinterliche Wetterlage mit nasskalten Verhältnisse in tiefen Lagen und winterlichen Verhältnissen in höheren Tallagen und im Bergland vorhanden.
Das Salz in der Suppe könnte dabei eine Tiefdruckentwicklung über Oberitalien ausmachen. 

 

Synoptische Analyse:

Nach Abzug der Warmfront setzt sich heute Mi über den Ostalpenraum Hochdruckeinfluss durch. An der Südflanke eines mächtigen nordatlantischen Sturmtiefs, das gemäß nachfolgender Geopotentialkarte zum kommenden Fr über der Norwegischen See liegt, gelangen in den kommenden Tagen sehr milde Luftmassen aus SW in den Alpenraum:

22.11.2017.gfs-0-60

 

Eine Kaltfront des Sturmtiefs erreicht im Laufe des Sa die Ostalpen und mit ihr maritime Kaltluft und quert bis So das Bundesgebiet:

22.11.2017.gfs-0-84

 

Zu Wochenbeginn gelangt die eingeflossene Kaltluft vorübergehend unter Zwischenhocheinfluss. Am Atlantik wölbt sich das Azorenhoch nach N auf und verbindet sich mit dem hohen LD über Grönland. Dies induziert eine Nordströmung an seiner Ostflanke und in weiterer Folge eine damit verbundene Austrogung des mittlerweile über Skandinavien liegenden Tiefs nach WE:

22.11.2017.gfs-0-132

 

Bis Mitte kommender Woche entsteht nach dem amerikanischen GFS-Modell ein meridionales Zirkulationsmuster mit einem „warmen“ Rücken über dem Nortdatlantik und einem korrespondierenden Kaltlufttrog über WE/ME: 

22.11.2017.gfs-0-180

 

Eine recht ähnliche Simulation zeigt der aktuelle Modelllauf des europäischen EZ:

22.11.2017.ECM1-192

 

Im Trog eingebettet ist nach den letzten Berechnungen ein Tiefdruckkern über Frankreich, der mit hoher Wahrscheinlichkeit auch zum Monatswechsel und damit zum meteorologischen Winterbeginn unser Wetter bestimmen wird.  
Ein Cutoffprozess ins nördliche Mittelmeer mit einer „High-over-Low“-Lage oder TrM sind meiner Meinung die wahrscheinlichsten Entwicklungsmöglichkeitenen. Beide Varianten sprechen für einen frühwinterlichen Wetterabschnitt. 

Update folgt!

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