Wochenprognose: dem Temperatursturz folgt ein Temperatursprung

Extreme Kälte hat ME, wie in meiner letzten Analyse beschrieben, fest im Griff. Der Zustrom arktischer Kontinentalluft am Rand eines Skandinavienhoch dauert bis Mi, dem meteorologischen Winterende, an.
Der Witterungscharakter bleibt bei strengem Dauerfrost etwas wechslehaft mit Sonne und hochnebelartigen Wolken. Nennenswerte Schneefälle sind nicht zu erwarten. Für Details siehe Meteogramme im Menüpunkt „Ziele“.

 

Exemplarisch die aktuelle Geopotential-/Druckstruktur………… 

25.02.2018.gfs-0-6

 

………..und die Temperaturkarten für 850hPa (ca. 1500m ) für heute So und kommenden Mi (meteorologisches Winterende):

25.02.2018.gfs-1-6

 

25.02.2018.gfs-1-78

 

Nach dem eisigen Winterfinale erfolgt in den ersten Märztagen eine  Milderung mit einem markanten Temperaturanstieg auf den Bergen um 20 K.
Es etabliert sich eine „High-over-Low“ Lage mit hohem LD von Grönland bis zum europäischem Nordmeer und dem nördlichen Skandinavien. Südlich dieser Hochdruckzone liegt eine langgestreckte Tiefdruckrinne mit eingebetteten Kernen über dem westl. Atlantik, der Biskaya und dem Schwarzen Meer. Diese Druckverteilung bedingt nach wie vor eine gestörte Zirkulation, bei der die Frontalzone weit im S und das Mittelmeer verläuft.  Die Milderung im Alpenraum  ist dem Tief geschuldet, das sich von den Azoren zur Biskaya  verlagert hat und an seiner Vorderseite milde Mittelmeerluft zu den Alpen steuert. In den Niederungen, vor allem in der Osthälfte, wird die Kaltluft  langsamer erodiert, aber dort wo der Föhn durchgreift steigen in der zweiten Wochenhälfte die Temperaturen über den Gefrierpunkt.
Geopotential-/Druckstruktur zu Beginn des meteorologischen Frühjahrs:

25.02.2018.gfs-0-108

 

Der Dauerfrost in den Niederungen des O sollte am kommenden Wochenende auch vorbei sein.
Insgesamt dürfte im weiteren Verlauf der ersten Märzdekade der Abbau des Skandinavienhochs und eine Rückverlagerung der atlantischen Frontalzone nach N zu einer Normalisierung der Zirkulation mit jahreszeitlich durchschnittlichen Temperaturen führen. 
ME könnte im Grenzbereich von kalten Luftmassen im N  und feuchtmilder Mittelmeerluft zu liegen kommen.
Sollte sich diese Grenzwetterlage etablieren, bedeutet dies für den  Alpenraum Schneezuwachs! Aufgrund der zeitlichen Distanz ist dieses Entwicklungsszenario aber noch als „spekulative“ Möglichkeit zu betrachten. 

Aktualisierung folgt.

2 Gedanken zu „Wochenprognose: dem Temperatursturz folgt ein Temperatursprung“

  1. Guten Morgen !

    Ich verfolge immer wieder Ihre Wetterprognosen und möchte Ihnen für diese sehr gut verständlichen Ausführungen danken, Respekt, sehr gute Arbeit.!!
    Ich bin Obstbauer in der oberen Wachau Aggsbach/Dorf/Aggstein und habe auch Obstflächen am Jauerling auf 840 m Seehöhe.
    Wir haben im Frühjahr immer wieder Schäden durch Strahlungsfrost. Diese Schäden sind lokal durch kleinklimatische Bedingungen sehr unterschiedlich ( in Donaunähe eher selten Frost durch die Donau als Wärmespeicher) und 400 m entfernt und 100 m höher gelegen regelmäßig 2 Grad C kälter und das sind dann oft die entscheidenden Grade über Schäden oder nicht.
    Wir haben jetzt Maßnahmen zum beheizen der Obstflächen getroffen, mein/unser Defizit liegt aber in einer Prognose der in der Nacht zu erwartenden Tiefstwerte ( diese Tiefstwerte entscheiden über Heizung einschalten oder nicht.)
    rel. Luftfeuchte 2 Std nach Sonnenuntergang mit Trockentemperatur, Feuchtttemperatur, Taupunkt, Bewölkung – sehr wichtig !!, abnehmender Wind sind Faktoren die wir berücksichtigen aber die Genauigkeit fehlt.
    Hier wäre eine “ Tabelle“ mit den Daten und den daraus zu erwartenden Tiefstwerten eventuell hilfreich.

    Ich weiß nicht ob Sie zu diesem Thema eine Idee hätten ??

    Mit freundlichen Grüßen
    Franz Reisinger

    1. Sg. Hr. Reisinger,

      ich kann ihre Sorgen sehr gut verstehen. Vor allem nach den „Arctic Outbreaks“ mit Frostschäden in den zweiten Aprilhälften 2016 und 2017.
      Mit den Messwerten, die sie angeführt haben und den zu erwartenden Bedeckungsgrad, der sich über Satellitenbilder eruieren lässt, haben sie im Grunde die nötige Information zur Einschätzung der nächtlichen Temperaturentwicklung. Über Lufttemperatur und Taupunkttemperatur am Abend lässt sich auch die Nebelwahrscheinlichkeit, die in der Regel temperaturhemmend wirkt, einschätzen.
      Wie sie schon erwähnt haben, sind die kleinklimatischen Bedingungen in ihrer Gegend von großer Bedeutung. Und diese wiederum lassen sich nicht durch irgenwelche tabellarischen Zusammenfassungen in Griff bekommen. Das geht nur über langjährige Beobachtung, die sie wahrscheinlich haben.
      Ich kann ihnen bei dieser speziellen Anforderung leider nicht behilflich sein.

      Ich wünsche ihnen ein frostfreies Frühjahr!
      MfG, Franz Zeiler

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