Update Wochenprognose: Mächtige Antizyklone bringt sommerlichen Wetterabschnitt

Auf die Unsicherheiten bei der Erfassung von KLT-Verlagerungen durch die Wettermodelle bin ich in meiner letzten Wochenprognose ausführlich eingegangen. Rückblickend hat sich meine Skepsis bewahrheitet. Der mögliche KLT-Einfluss ab der zweiten Wochenhälfte erweist sich als „Modellspinnerei“ und ist nicht mehr vorhanden. Im Gegenteil, es geht im Verlauf der Woche unaufhaltsam in Richtung Sommer, auch wenn dies nicht zwangsweise stabiles Schönwetter bedeutet.
An der grobskalige Wetterentwicklung in meiner letzten Analyse halte ich zwar fest, aber im Detail ergeben sich durch kleine Änderungen bei der KLT-Berechnung großer Auswirkungen.
Das Hochdrucksystem über Skandinavien wird nur vorübergehend nach O abgedrängt. Von den Azoren baut sich ein Keil über GB bis nach Skandinavien auf und regeneriert das Skandinavienhoch nachhaltig. Die atlantische Frontalzone wird weit nach N abgedrängt und markiert eine ungewöhnlich ausgedehnte Antizyklone über dem Nordatlantik und EU (Beitragsbild  mit dem Jetstreamverlauf zum kommenden Wochenende).

 

Wie angekündigt wird der heutige Pfingstmontag bei stabilerer Luftschichtung und leichter S-Föhntendenz recht sonnig und z. T sommerlich warm (>25° C). Lokale Schauer und Gewitter über dem Berg- und Hügelland sind aber nicht auszuschließen.

Aus dem Mittelmeerraum erreich ab morgen Di feuchtmilde und labil geschichtete Luftmassen den Ostalpenraum. Bei flacher Druckverteilung steigt die Schauer- und Gewitterwahrscheinlichkeit im Tagesverlauf stark an und dauert über die Wochenmitte hinaus an.
Der KLT über Polen/Ostsee kommt wie angekündigt nicht weiter nach W voran und hat für die weitere Entwicklung unsere Wetters keine Bedeutung :

21.05.2018.gfs-0-36

 

Zwei Tiefdruckgebiete, ein Cutoff vor der Iberischen Halbinsel und ein Sturmtief südlich von Grönland führen im Verlauf der Woche zum Aufbau einer mächtigen Antizyklone über großen Teil den des  Nordatlantiks und EU mit Kern über Skandinavien. Der Alpenraum verbleibt dabei weiterhin gradientenschwachen Randbereich eines KLT über Frankreich mit indifferenten Strömungsverhältnissen und schauer- und gewitteranfälliger Luftmasse. Der an der Südflanke des Skandinavienhochs aus O advehierte KLT aus meiner Wochenprognose ist verschwunden  😉

21.05.2018.gfs-0-108

 

Die Höchsttemperaturen pendeln sich in den Niederungen auf sommerliche Werte ein, damit steigt auch der Energiegehalt der Luftmasse und Gewitter können Unwettercharakter (Inhalt von Detailprognosen und Nowcasting) annehmen.

Exemplarisch die Cape-Berechnung für kommenden Sa:

21.05.2018.cape 

 

Bestätigt sich die Berechnung des amerikanischen GFS, so gerät im Verlauf des kommenden Wochenendes auch ME  unter hohes Geopotential mit Potential auf die ersten Hitzetage (30° C) dieses Jahres in den letzten Maitagen.
Die Simulation für kommenden So zeigt eine Omegastruktur mit Skandinavienhoch, flankiert von Höhentief vor der Iberischen Halbinsel bzw. dem östlichem Mittelmeerraum und mit Verbindung zum Azorenhoch:

21.05.2018.gfs-0-156

 

In die Statistik wird der Mai 2018 mit einer markanten positiven Temperaturabweichung eingehen. Trotz der relativ kühlen letzten Woche weist der Mai in den beiden ersten Maidekaden bezogen auf das österreichische Flächenmittel einen Temperaturüberschuss von 2 K (Bezugszeitraum 1981-2010) bzw. 3,1 K (Bezugszeitraum 1961-1990) auf:

21.05.2018.tano1

 

21.05.2018.tano2 

Quelle: ZAMG

 

Wenn die derzeitigen Modellrechnungen annähernd eintreffen, dann wird es in der dritten Maidekade durchgehend deutlich zu warm. Bis zum Ende des Monats wird sich dann die positive Temperaturabweichung um ein weiteres Grad erhöhen.

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