Nach dem Regen folgt wieder freundliches Sommerwetter……

………wobei es im O Österreichs die Temperaturen am Wochenende bei nördlicher Strömung noch gedämpft bleiben.

Verregnet und  verhangen präsentiert sich heute Do früh das Hocheck (aktuelles Webcambild):

 

28.06.2018.webcambild

 

Das NS-Ereignis brachte an meiner Messstation seit gestern abend ca. 30mm Regen. Der Regen wird vormittags unvermindert anhalten. Ich erwarte im Oberen Triestingtal bis mittags weitere NS-Mengen von ca. 20mm-30mm, ehe der Regen deutlich nachläßt und seinen Schwerpunkt entlang der Alpennordseite langsam nach W verlagert:

28.06.2018.inca

 

Unbeständig  mit gewittrigen Schauern und trockenen Abschnitten dazwischen verläuft der morgige Fr. Dabei wird es recht schwül bei Tmax über 20° C und hoher Luftfeuchtigkeit.

LD-Anstieg am  Wochenende leitet den Übergang zu einen freundlichen sommerlichen Wetterabschnitt ein. Allerdings verbleibt die Osthälfte Österreichs im Randbereich des OE-Tiefs in einer kühlen aber trockenen N-Strömung, während sich im W bereits Warmluft durchsetzt. Quer über Österreich von NW nach SO entseht eine Luftmassengrenze, die Luft polaren Ursprungs von Subtropenluft trennt.

Zum Wochenanfang dominiert österreichweit eine flache antizyklonal geprägte Druckverteilung mit abnehmendem W-O Temperaturgefälle. Die  Wärmegewitterbereitschaft im Bergland  nimmt zu.

 

Synoptische Analyse:

Die aktuelle Geopotential-/Druckstruktur zeigt nach wie vor eine omegaähnliche Kontur. Ein langgestrecktes, mit dem Azorenhoch verbundesnes, Hochdruckgebiet, erstreckt sich von GB bis NW-Russland. Flankiert und gestützt wird es von zwei Höhentiefs vor der Iberischen Halbinsel bzw. über dem Balkan. Eine Okklusion des Balkantiefs verursacht im östlichen Nordstau der Alpen die momentanen konvektiev durchsetzten Regenfälle:

28.06.2018.gfs-0-6

 

Das Balkantief verlagert sich morgen Fr unter Abschwächung nach O und wird bis Sa von einem Trog, der durch einen Kaltluftvorstoß an der Ostflanke des Omegahochs entsteht, eingefangen.
Im Ostalpenraum gewinnt die Hochdruckbrücke zwischen Subtropenhoch und Omegahoch über der Nordsee an Einfluss. Mit der nördlichen Strömung im Gradientenfeld zum OE-Trog bleibt es aber in der Osthälfte Österreich noch relativ kühl:

28.06.2018.gfs-0-60

 

Nach den letzten Simulationen des amerikanischen GFS wird der OE-Trog bis So wieder abgeschnürt und hinterläßt ein recht ortsfestes Höhentief über Weißrussland. Da auch das Cutoff-Tief im Bereich der Biskaya Ausdauer zeigt, bleibt die Omegastruktur bestehen.  Dabei entsteht quer über dem Ostalpenraum eine Luftmassengrenze (LMG). Sie trennt heiße Saharaluft, die an der Vorderseite des Biskayatiefs nach N gesteuert wird, von kühler Polarluft, die an der Rückseite des OE-Tiefs bis in den O Österreichs gelangt:

28.06.2018.gfs-0-84

 

Die Temperaturkarte in 850hPa/1500m für kommenden So nachmittags zeigt den scharfen Temperaturgradienten:

28.06.2018.gfs-1-84

 

Die Omegalage erweist sich, was sehr häufig der Fall ist,  als sehr stabil und bleibt nach den letzten Modellläufen mit geringer Ostverlagerung des Gesamtsystems bis in die kommende Woche hinein bestehen. Damit gelangen die gesamten Ostalpen in den Einfluss der gradientenschwachen antizyklonalen Taille des Omegas mit sommerlichen Temperaturen aber ansteigender Gewitterbereitschaft:

28.06.2018.gfs-0-132

 

Aktualisierung mit weiterem Ausblick folgt in meiner nächsten Wochenprognose!

2 Gedanken zu „Nach dem Regen folgt wieder freundliches Sommerwetter……“

    1. Liebe Anette,
      glaube ich nicht! Aber dazu fehlt mir auch die Expertise.

      Typ I Tornado (unterhalb einer Mesozyklone) ist aufgrund der stabilen Luftschichtung und fehlenden Energie auszuschließen.

      Ein Typ II Tornados benötigt eine hohe lapse rate (Temperaturgradient) in der Grundschicht. Natürlich könnte sich entlang der LMG, auch wenn es aktuell aus dem Modelloutput nicht ersichtlich ist, ein Kaltluftgewitter bzw. Schauer bilden. Wenn dann die Bedingungen passen und durch die Sonne die bodennahe Luftschicht sehr stark aufgeheizt wird kann es in der Grundschicht zu einer überadiabatische Temperaturabnahme mit der Höhe und damit zu einer derart starken Labilisierung kommen, dass Luftpakete sehr schnell aufsteigen. Dadurch entsteht eine rasche Streckung der Luftsäule in Bodennähe. Wenn zur schnellen Streckung ein erhöhter Drehimpuls dazukommt, dann kann ein kurzlebiger Tornado entstehen.

      Wie gesagt, für kommenden So halte ich dies für unwahrscheinlich 😉

      LG, Franz

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