Wann kommt endlich Regen? Ein Blick durch die Glaskugel!

Die extrem trockene Hochdruckrandlage dauert heute und morgen an. Im Gradientenfeld zwischen dem Skandinavienhoch und tiefen LD im Mittelmeerraum verstärkt lebhafter O-Wind das Austrockenen der Böden. Lediglich nachtsüber flaut der Wind ab, die niedrigen Taupunkte begünstigen ein starkes Abkühlen und die Ausbildung von Morgentau bzw. Reif. Aktuell um 00:60 zeigt der Messsensor meiner Messstation in Thenneberg  -2,7 °C!

 

 

Der Hochdruckeinfluss schwächt sich ab Fr ab, der O-Wind flaut ab und dreht langsam auf westliche Richtung. Nach einem sonnigen Beginn treffen im Laufe des Tages Wolken aus NW ein. Sie sind die Vorboten einer schwachen Störung, die bis Sa bei auflebendem NW-Wind die Ostalpen quert und für einen unbeständigeren Wettercharakter sorgt. Der Regenbringer ist sie allerdings nicht! Lediglich im Bergland wird der NS z.T. konvektiv verstärkt etwas höher ausfallen.

Der So verläuft nach der aktuellen Modellrechnung von GFS im N und O freundlich und trocken, während im Bergland und im S in labilerer Luftmasse Quellungen und Schauer im Tagesgang auftreten.

Zu Wochenbeginn liegen die Ostalpen in einer ruhigen und zunehmend zyklonal geprägten Wetterzone. Aus W nähert sich ein flacher Trog, der an seiner Vorderseite die Luftschichtung labilisiert; von N dräng kalte Luft nach S. Ob diese bis zum Alpenraum vordringt ist derzeit nicht vorhersagbar.

Jedenfalls haben die Wettermodelle derzeit ihr Probleme, eine konsistente Entwicklung für die kommende Woche zu berechnen. 

Ich gehe von einer recht durchwachsenen Wetterlage aus. Regenschauer sollten landesweit dabeisein, bevorzugt im Bergland. Die Intensität wird lokal sehr unterschiedlich sei.

Bei Betrachtung des PW`s (Polarwirbel) und der Temperaturentwicklung in der Höhe (siehe 500hPa Temperaturkurve weiter unten) rechne ich – ohne jetzt auf Details einzugehen, weil es noch sehr spekulativ ist – mit einer Rossbywelle, die über ME ein W/SW-lich dominiertes Zirkulationsmuster und einen Erwärmungstrend Anfang Mai (Trog Nordatlantik, Rücken Alpenraum) bewirkt. Der Zustrom feuchterer und labilerer Luftmassen mit Potential für NS würde mit dieser Entwicklung einhergehen.

 

Überblick anhand der letzten Ensemblerechnungen von GFS für den Gitterpunkt „Oberes Triestingtal“:

3 Gedanken zu „Wann kommt endlich Regen? Ein Blick durch die Glaskugel!“

  1. Danke für diese sehr interessanten als auch hoffnungsvollen Informationen. Diese Winde erinnern mich an Wetterlagen, wie ich sie einmal ein einer Wüstengegend im Vorderen Orient erlebt habe, mit dem tiefer werdenden Stand der Sonne flaute auch der Wind ab, Morgens gab es leichten Frost, tagsüber dann mit dem Aufsteigen der Sonne dieser extrem trockene, heftig bockige Wind. Das Flugzeug, mit dem ich diese Gegend anflog, konnte wegen der heftigen Turbulenzen nicht landen, streifte die Landebahn, lag fast quer und musste wieder Durchstarten. Diese Luftlöcher in diesen Hochs scheinen solche wie im Schweizer Käse zu sein.
    Vb Wetterlage, Dein Wort in Gottes Ohr!
    LG von Anette

  2. Hallo Franz,
    wie kommt es zu diesem lebhaften Ostwind, wenn das Gradientenfeld so schwach ist? Keine engen Isobaren. Wo und wie baut sich dieser sich nun verstärkende Ostwind auf?

    Wenn ich die Lage im Mittelmeerraum betrachte, dann haben die von Spanien bis in die Nordtürkei hoch guten Niederschlag, so wie es bei uns um die Zeit normalerweise sein sollte. Es scheint sich alles genau umgekehrt zu verhalten, aber ich gönne diesen Ländern auch mal ausreichend Regen. Kann das sein, dass sich hier zyklisch etwas erkennbar zeigt?
    LG von Anette

    1. Liebe Anette,

      die lokale Ausprägung von Winden lässt sich an den Isobaren im Gradientenfeld nicht immer ableiten/erkennen. Die Luftmasse aus O war thermisch aktiv und damit anfällig für schwer erfassbare Turbulenzen. Da müsste man die Kompetenz eines Flugmeteorologen haben. Bei mir war der Wind z.B. nur tagsüber (etwa zw. 10:00 und 18:00) mit der Soneneinstrahlung lebhafter. Morgens hatte ich an meiner Messstation ohne Wind täglich Frost. Auch jetzt zeigt das Thermometer wieder -1 °C an. Möglicherweise verstärkte auch ein Leitplankeneffekt der Alpen das Windfeld im O und entlang des nördl. Alpenvorlandes.

      Wir hatten eine „High-over-Low“ Lage. Das Gegenteil von den vertrauten Westwetterlagen.
      Bei dieser GWL gibt es, wie der Name implizit sagt, in den südlichen Breiten (Mittelmeerraum) Tiefdruckwetter und im N (Skandinavien) ein Hoch.
      Das Skandinavienhoch hat sich mittlerweile abgebaut, der LD über dem Nordmeer bleibt aber relativ Hoch. Südlich davon dürfte sich eine Tiefdruckzone zwischen Neufundland bis NW-Russland aufbauen, an dessen Südrand ME zu liegen kommt. Die Schaueranfälligkeit im Alpenraum sollte zunehmen. Antizyklonal dürfte es über dem Mittelmeer aber nicht werden, denn das Potential für Abtropfprozesse in den nördl. Mittelmeerraum aus der erwähnten Tiefdruckzone ist hoch. Mit einer solchen Entwicklung und nachfolgender Ausbildung einer Vb-Lage könnte sich der April verabschieden. Das würde der Natur gut tun! Werde ich mir am Wochenende genauer ansehen.
      Jedenfalls haben wir es momentan mit einer komplexen Wetterlage zu tun! Der PW muss sich nach seinem starken Auftritt im Winter neu erfinden 😉
      LG, Franz

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