Alle Beiträge von Franz

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Die dritte Novemberdekade bleibt viel zu mild

Ein Wintereinbruch bis in tiefe Lagen ist nicht in Sicht. Im Gegenteil, es bleibt weiterhin überdurchschnittlich mild.

Die herangeführten Lufmassen kommen aus SO (aktuell), S (Föhn ab Fr) bzw SW (ab Wochenbeginn) und sind entsprechend mild. In den höheren Schichten liegt das Temperaturniveau derzeit um fast 5 K über dem jahreszeitlichen Durchschnitt. In der Grundschicht kommt es bei oft  gradientenschwachen Verhältnissen zu Nebelbildung und dadurch zu geringerer positiver Temperaturabweichung.

Eine Umstellung der GWL kann derzeit nicht belastbar vorhergesagt werden. Die Streuung in den Modellrechnungen nimmt zum Monatswechsel jedoch stark zu, wie in den Ensemblerechnungen der letzten 4 GFS-Modellläufe für den Gitterpunkt „Oberes Triestingtal“ zu erkennen ist:

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Wochenprognose: anhaltende viel zu milde Vorderseitenlage (GWL Sz/Sa)

Der Ostalpenraum verbleibt in der gesamten kommenden Woche an der Vorderseite eines langgestreckten Troges, der sich vom europäischen Nordmeer über GB und Westeuropa bis nach Nordafrika erstreckt. Dabei überwiegt aufgrund der Trognähe zunächst mit der GWL Sz (Großwetterlage Süd zyklonal) der Tiefdruckeinfluss. Zu Wochenmitte dreht an der Rückseite eines nach N abziehenden Tiefs die Strömung kurzzeitig auf W und bringt vorübergehende etwas kühlere – aber keineswegs kalte – Atlantikluft bis zu den Alpen. Danach setzt sich rasch wieder eine – vor allem in der Höhe – fast frühlingshaft warme südliche Anströmung mit antizyklonaler Kontur (GWL Sa) bis inkl. kommendes Wochenende durch.

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Kurzes Schneeintermezzo am Hocheck

Der Regen, der gestern vormittags am Hocheck durch die einsickernde Kaltluft an Sträuchern und Bäumen zu bizarren Eisgebilden fror, ging in weiterer Folge in Schneefall über. Je nach Untergrund kamen im Gipfelbereich bis zu 10cm Schnee zusammen. Bevor das frische Weiß und das Eis von gestern im  auflebenden Föhn größtenteils wieder wegschmolz, konnte ich heute am frühen Vormittag noch ein paar Eindrücke des kurzen Schnee-/Eisereignisses festhalten.

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Bizarres Eis am Hocheck

Eine Luftmassengrenze, die kühlere Atlantikluft von milder und recht feuchter Mittelmeerluft trennt, liegt heute Früh über den Gutensteiner Alpen und dem Wienerwald. Dabei schiebt sich die kältere leicht frostige Luft aus W in den untersten Schichten unter die deutlich positiv temperierte Luftmasse oberhalb 1000m. Dieser frostige Luftmasseneinschub bewirkt ein Frieren des Regens zwischen 1000m und 800m und sorgt für bizarre Eisgebilde an Gräsern, Sträuchern und Bäumen.

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Auf „NASS“ mit uneinheitlicher SFG folgt FÖHN

Der Modelllauf des amerikanischen GFS 00z vom vergangenen Sa, anhand dessen ich die bevorstehende Wetterentwicklung analysiert habe (siehe meine letzte Wochenprognose), hatte eine sehr gute Treffgenauigkeit. Dies ist nicht selbstverständlich, denn Mittelmeertiefentwicklungen und der damit verbundene NS von S sind hinsichtlich SFG (Schneefallgrenze) und NS-Menge  oft erst in der Kurzfrist exakt prognostizierbar. Diesmal hat sich die  LMG (Lufmassengrenze) an die Berechnungen gehalten und quer über die östlichen Ostalpen gelegt. Gut erkennbar an der Konvergenzzone in ca. 1500m im Beitragsbild. Auch der Schwerpunkt des Südstau-NS wurde mit O-Tirol und Karnische Alpen exakt erfasst.

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Föhn, Nebel und Glorie am Hocheck

Bevor die Mittelmeeroklusion morgen für trübes und zunehmend nasses Wetter sorgen wird, gibt es mit auflebenden Föhn im Oberen Triestingtal heute einen milden und nach Nebelauflösung sonnigen Herbsttag. Bei meiner Wanderung auf das Hocheck zeigt sich auf der Hocheckwarte auf den föhngepeitschten Nebelschwaden mehrmals eine markante „Glorienerscheinung“. Dabei handelt es sich um eine ausgeprägten Farbkreis um den eigenen, von der Sonne auf Nebelwolken geworfenen Schatten. Dieses Wetterphänomen, das ich bei meinen Bergtouren über dem Nebel immer wieder beobachten kann und schon in vielen Beiträgen gezeigt habe, entsteht, wenn Sonnenlicht an Nebeltröpfchen gebrochen und teilweise in Farben zerlegt wird.
Nachfolgend eine kurze Fotostrecke meiner heutigen Hocheckrunde mit frostigen Start am Morgen (-4 °C) und milden Abschluss am späten Vormittag (+8° C).

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Wochenprognose: troglastig und nass

Grobskalig dürfte die Entwicklung bis zum kommenden Wochenende feststehen:

Das Azorenhoch gewinnt an Stärke, vermag die Frontalzone aber  nicht zu blockieren; das blockierende Kontinentalhoch im O behauptet sich und lenkt die Frontalzone nach S.
Damit „rutschen“ die Tiefs der Frontalzone an der NO-Flanke des Azorenhochs nach SO ins westliche Mittelmeer und regenerieren laufend den Trog WE/ME. An der Trogvorderseite werden Tiefs in Richtung Alpen gelenkt und gelangen auf eine Vb-ähnliche Zugbahn. Da sich die Modelle mit der Erfassung solcher Lagen schwer tun, wird die genaue Zugbahn erst kurzfristig einigermaßen belastbar feststehen.
Am Alpenhauptkamm der Ostalpen und südwärts davon sind in mehreren Schüben größere Schneefallereignisse zu erwarten.
Die besten Karten für große Schneemengen haben die Südalpen (Lienzer Dolomiten, Karnische Alpen, Karawanken).
Die Intensität der NS-Ereignisse entlang des Alpenostrandes zeigt noch eine große Schwankungsbreite in den Modellen. Mit Sicherheit lässt sich jedoch sagen, dass mit einem pulsierenden O-W Temperaturgefälle die Schneefallgrenze im O (Trogvorderseite) meist deutlich höher (>1200m) liegen wird, als im W und S (höhere Tallagen).
Für das kommende Wochenende deutet sich mit einer Brückenbildung zwischen Azoren- und Kontinentalhoch ein Abtropfen der Trogspitze ins Mittelmeer an. Der Wettercharakter in den Ostalpen bliebe damit weiterhin zyklonal geprägt mit einer vorwiegend südlichen Grundströmung.

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Spätherbstliche Peilsteinimpressionen gestern und heute

Relativ milder föhniger Südwind war sowohl gestern und als auch heute wetterbeherrschend. Recht unterschiedlich waren aber die Bewölkungsverhältnisse. Während gestern in der leicht labilen und klaren Luftmasse flache Cumuli ohne hoher Bewölkung das Erscheinungsbild prägten und die Sonnenanteile nicht zu kurz kamen, war die Luftmasse heute deutlich feuchter. Der Morgennebel löste sich zwar rasch auf, die hohe Föhnbewölkung bekam aber erst ab Mittag größere Lücken.

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