Archiv der Kategorie: Wetterrückblick / Fallstudien (Wetterblog)

Verifikation meiner Winterprognose 2016/2017

In meiner endgültiger Winterprognose 2016/2017 habe ich nach Analyse der aus meiner Sicht wichtigsten Einflussfaktoren zusammenfassend folgende Einschätzung getroffen:

Der Winter wird  weder durchgehend kalt noch durchgehend mild.
Ich rechne mit einem anhaltenden Kampf der unterschiedlichen Luftmassen: milde maritime Luft kontra kalter Kontinentalluft. 

Das bisherige meridionale Muster  der NH-Zikulation und der instabile PW werden – abgesehen von kurzen Unterbrechungen – erhalten bleiben und die GWL´s des  Winterwetters in ME bestimmen.

Temperatureinschätzung Dezember-Feber:  Abweichung von +0,5 K (Westen) bis -0,5 K (Osten) bezogen auf das langjährigen Mittel 1981-2010
Niederschläge Dezember-Feber: 20%-30% unter dem langjährigem Mittel

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Rückblick auf das Wetterjahr 2016

Höchst-, Tiefsttemperatur und Niederschlagsmenge an meiner Messstation in Thenneberg:

Höchsttemperatur: +33,3° C am 11.07.2016
Tiefsttemperatur: -20,6° C am 22.01.2016
Jahresniederschlag: 1058mm

Laut Jahresbilanz der ZAMG ist das Jahr 2016 österreichweit das viertwärmste in der 250-jährigen Messgeschichte. Es liegt um 1 K über dem vieljährigen Mittel (Bezugszeitraum 1981-2010):

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Föhn und seine Wettererscheinungen im oberen Triestingtal

Als (Süd-)Föhn bezeichnet man einen warmen trockenen Fallwind an Leeseiten von Gebirgen, während es an den windzugewandten Seiten der Gebirge zu Wolkenstau und Niederschlägen kommt. In typischen Föhntälern der Alpennordseite kann er durch topographisch bedingte Düsenwirkung sehr hohe Windstärken erreichen und mit ungewöhnlich hohen Temperaturen bis in die Täler vordringen.
An weniger hohen Geländestufen ist der leeseitige Föhneffekt schwächer ausgeprägt, sodass der Fallwind Kaltluftseen mit Nebel und Hochnebel nicht immer ausräumen kann.

Sichtbare Zeichen einer Föhnwetterlage am Himmel sind auch Föhnmauer, Föhnfenster und charakteristische Föhnwolken.

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Goldene Oktoberimpressionen und Rückblick auf einen Monat voller Überraschungen

Den meisten bleibt der Oktober als trüb, feucht, deutlich zu kühl kühl und sonnenarm in Erinnerung.Dies entsprecht auch meiner Wahrnehmung im oberen Triestingtal.
Höchst-/Tiefsttemperatur und Regenmenge an meiner Messstation:

Tmax: 22,1° am 01.10.2016

Tmin: -3,2° am 23.10.2016

NS-Summe: 130,4mm

 

Aus meteorologischer Sicht war es für mich zugleich der spannendste Monat des Jahres. Der Oktober 2016 war nach längerem wieder einmal ein Monat, der deutlich kälter war als das klimatologische Temperaturmittel. Laut ZAMG betrug die Abweichung österreichweit -0,4° , wobei der Osten deutlich kälter bilanzierte (siehe auch den detaillierten Rückblick der ZAMG). Mit einm synoptischen Krimi wartete  ein instabiler Polarwirbel und eine ungewöhnliche nordhämisphärische Druckverteilung  auf.  Aus den Trögen des stark meridionalen  Zirkulationsmusters schnürten sich schwer berechenbare Höhentiefs ab. Die Ostalpen gelangten dabei häufig in den Zustrom kühler und wolkenreicher Luftmassen aus N bis NO mit hohen Niederaschlagsmengen. Höhenlagen bis z.T. 1000m wurden sogar von drei kurzen aber heftigen Wintereinbrüchen heimgesucht. Nachfolgende warme Südföhnlagen ließen die Schneedecke unterhalb 2000m zur Gänze wieder wegtauen.

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Sommerrückblick 2016 und Verifikation meiner Sommerprognose

Der Sommer 2016 hatte seine eigenen Gesetze und ist mit dem Hitzesommer 2015, der von heißen SW-Lagen bzw. einem weit nach Norden vorgeschobenen Subtropenhoch geprägt war,  nicht vergleichbar.

Es handelte sich um einen typischen  Westwindsommer mit sehr wechselhaftem Wettercharakter.

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Einfluss der PDO auf die Rossby-Wellen

In diesem Beitrag beschäftige ich mich mit dem Phänomen „Pazifische Dekaden Oszillation“  und dem möglichen Einfluss auf  die Rossby-Wellen.
Anhand von Reanalysen von Geopotential- und Temperaturabweichungen  der Meeresoberflächen während positiver bzw. negativer PDO-Phasen versuche ich die Auswirkungen auf Jetstream und   damit Rossbywellen aufzuzeigen. Ich werde auch auf die möglichen Auswirkungen auf den Nordatlantik und Europa eingehen.

Nachfolgend die Präsentation für den  Trusted-Spotter-Network Workshops am 11. 06..2016 bei der ZAMG in Graz.

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Negative Temperaturabweichung im Nordatlantik

Dieser Beitrag befasst sich mit der seit Jahren beobachteten negativen Temperaturabweichung im Nordatlantik (siehe Beitragsbild, Quelle NOAA).
Er beinhaltet die finale Version einer Präsentation beim Trusted-Spotter-Network Workshops am 05.03.2016  bei der ZAMG in Wien/Hohe Warte.
Neben allgemeinen Informationen zu den globalen Meereströmungen mit dem Golfstrom im Nordatlantik und  den Ursachen für das Phänomen liegt das Hauptaugenmerk auf den  möglichen Auswirkungen auf das Wetter in Europa und dem Alpenraum.  Dabei versuche ich aus den von  mir im vergangenen Jahr 2015 beobachteten Großwetterlagen eine Systematik und Zusammenhänge abzuleiten. Daraus resultieren Fragestellungen, die im Rahmen des Workshops mit Meteorologen und Skywarn-Mitgliedern diskutiert werden.

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Verifikation meiner Winterprognose 2016 und ein Rückblick

Der zu Ende gegangene meteorologische Winter 2015/2016 geht in das Buch der Rekorde ein. Laut ZAMG ist es der zweitwärmste Winter der Messgeschichte hinter dem Winter 2006/2007.  Die Temperatur lag im Mittel um 2,7 K über dem langjährigen Durchschnitt.

Meine Prognose von Ende 11/2015 (link) mit „leicht zu mild“ ist im Nachhinein als stark untertrieben zu sehen  😉
Mit dem viel zu milden zonal geprägten Dezember lag ich noch einigermaßen richtig, der Rest des Winters mag zwar mit meiner Charakterisierung  „Mischwinter mit Mild- und Kaltphasen“  getroffen sein, allerdings nur bezogen auf die Wechselhaftigkeit. Bei meiner Temperatureinschätzung habe ich den ElNino-Effekt unterschätzt. Durch dieses Phänomen gelangt freiwerdende Wärme, die bis dato im Pazifik gespeichert war,  über die Wasseroberfläche in die Atmosphäre und führt in vielen Regionen zu Wärmeanomalien. Betroffen davon war und ist heuer maßgeblich auch Europa.

Winterlandschaft wie im Beitragsbild gab es deshalb nur selten, da die Schneefallgrenze einerseits  meist im Mittel- oder gar Hochgebirge lag, andererseits kältere Phasen rasch von Warmluft und damit Tauwetter abgelöst wurden.

Resümierend bleibt die Erkenntnis, dass das CFSv2-Langfrismodell von   NOAA/CPC ( Amerikanische Ozean und Atmosphären-Behörde/Climate Prediction Center) die Temparaturentwicklung für den Winter 2015/2016 bereits Monate im Vorhinein sehr gut erfasst hatte.

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