Raueis am Hocheck

Die Zufuhr kälterer Kontinentalluft aus Osten  hat die Inversionsgrenze gehoben. Die Sonne zeigte sich am Alpenostrand deshalb heute nur auf den höheren Gipfeln, wie etwa dem Schneeberg.

Der Nebel in Kombination mit den negativen Temperaturen brachte den niedrigeren Bergregionen, wie etwa dem Hocheck, die erste nennenswerte Raueislage dieses Herbstes.

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Hocheck: an/oberhalb/unterhalb der Inversionsgrenze

Eine markante Inversionslage prägte den Wettercharakter der letzten Tage. Der Gipfelbereich des Hocheck mit seinen 1037m  lag dabei auf der Sonnenseite. Die Inversionsgrenze befand sich nämlich immer deutlich unter 1000m, darüber sehr trockene ungewöhnlich warme Luftmasse mit Temperaturen über 10° und Sonne pur,  darunter feuchtkühle Nebelluft.  Unmittelbar unterhalb der Inversionsgrenze lagen die Temperaturen  knapp unter dem Gefrierpunkt und sorgten  für zarte  Raureif-/Eisbildungen.

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Unspektakuläres Inversionswetter mit kleinen Schönheitsfehlern

Am derzeitigen Wettercharakter wird sich in den nächsten Tagen nichts Wesentliches ändern:

Nebel und kühl in den Niederungen, Sonne und mit zeitweise durchziehenden Wolken auf den Bergen.

Im Detail:  von heute Mo auf morgen Di überquert uns eine schwache Störung. Dahinter sickern aus NO auch in der Höhe kühlere Luftmassen ein und es kommt zur Ausbildung einer Luftmassengrenze quer über dem Ostalpenraum.  Dabei steigen auch in den tiefen Lagen des Ostens aufgrund der tieferen Taupunkte (trockenere Luft) die Chancen auf Nebelauflösung, Sonne, aber auch Morgenfrost.

In der zweiten  Wochenhälfte mit der Annäherung eines atlantischen Troges Abschwächung des Hochdruckeinflusses und Störungseinfluss aus SW.

Die zuletzt simulierten südstaubedingten starken Niederschläge an der Alpensüdseite sind in den aktuellen Modellsimulationen nicht mehr vorhanden, da der Abtropfvorgang weit im Westen über die Iberische Halbinsel erfolgt    🙂

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Ein optischer Vorgeschmack auf die kommenden Tage ;-)

Die nebelige feuchte Grundschicht ist  mittlerweile auf Temperaturen, die der Jahreszeit entsprechen, abgekühlt. Heute war sie  von der Warmluft in höheren Schichten gut „gedeckelt“. Bei windschwachen Verhältnissen kommt es zu keiner Durchmischung . Daran wird sich auch in den nächsten Tagen nichts ändern:

Nebel und kühl in den Niederungen, recht sonnig und mild auf den Bergen.

An der Inversionsgrenze kann es zu  Raureifbildung kommen.

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Sonnig warm oder nebelig trüb und nasskalt.

Die bodennahe Abkühlung auf normales herbstliches Temperaturniveau ist eingetreten, die eingeflossenen Luftamasse ist allerdings feuchter und milder, als von den Modellen zur Wochenmitte noch simuliert. Die Folge sind häufig beständige Nebelfelder oder dichte Stratusbewölkung in den Niederungen des Ostens und im Alpenvorland und kein Frost.

Darüber und auf den Bergen ist es zeitweise recht sonnig und vor allem nach Westen zu sehr mild.

21.11.2014.zamg.BK_BodAna_Sat_1411210000Im Randbereich des Kontinentalhochs bleibt uns diese
gradientenschwache,
höhenmilde und
weitgehend niederschlagsfreie  Wetterlage
voraussichtlich auch in der kommenden Woche erhalten
.

Atlantische Störungen werden nach dem bekannten Muster blockiert,
amplifizieren vor der Westküste Europas.
Die Trogspitze tropft nach Süden zur iberischen Halbinsel oder ins westl. Mittelmeer ab,
während der Rest  mit der Frontalzone in Richtung Nodskandinavien gelenkt wird.

 

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Die letzte Novemberdekade wird trockener und kälter

Nach dem heutigen Frontdurchgang mit verbreitetem Regen bleibt es morgen Mi bei NW-lichem Wind vor allem an der Alpennordseite noch länger trüb mit leichtem Niederschlag (Schnee oberhalb ca. 1000m).
Nach Mitte der Woche stellt sich eine gradientenschwache Witterung mit zurückgehenden Temperaturen in der bodennahen Grundschicht ein.  Im Randbereich des kräftigen Hochdruckgebietes, das von Rußland bis Skandinavien reicht, sickern aus Osten in den unteren Schichten kontinentale, zunehmend kältere und trockenere Luftmassen ein. Damit verbunden ist ab der zweiten Wochenhälfte in Aufklarungsgebieten  Morgenfrost zu erwarten.
In mittleren und höheren Lagen bleibt es aber vor allem nach Westen zu weiterhin überdurchschnittlich mild.
In den Niederungen des Ostens  dagegen können die Tageshöchsttemperaturen zum Teil auf niedrige einstellige Werte zurückgehen.
Schnee ist bis über das Wochenende hinaus nicht in Sicht. In der kälteren Luftmasse im Osten könnte in höheren Lagen bei Nebelbildung  Raureif kurzzeitig für ein winterliches Bild sorgen.

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Glorienerscheinung über dem Nebel am Hocheck

Eine Glorie ist eine Lichterscheinung, die durch Rückstreuung von Licht an feinen Tröpfchen von Nebel oder Wolken entsteht. Dabei umgibt den Schatten des Beobachters/Fotografen eine weiße kreisrunde Fläche, die wiederum von einem Kranz  der Spektralfarben des Lichts umgeben ist und sich dadurch von der Umgebung abhebt.

Gestern am Vormittag konnte ich dieses Lichtphänomen von der Warte des Hochecks schön beobachten und festhalten.

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Die Weichenstellung zu einer winterlichen Großwetterlage ist aufgeschoben

Der Polarwirbelsplit ist (vorerst)  zu fragil, um eine Umstellung des derzeitigen Zirkulationsmusters mit der laufenden Regeneration der Vorderseitenlage über ME zu bewerkstelligen.

Der November bleibt daher weiterhin überdurchschnittlich höhenmild.

Eine Weichenstellung in Richtung winterlicher GWL wird von den Modellen in der erweiterten Mittelfristrechnung zwar immer wieder angedeutet, die Unsicherheiten sind aber noch zu groß, um in einer Analyse darauf einzugehen.

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Der Föhn lässt nicht locker

Wie in einer Endlosschleife wiederholt sich die Abfolge von mehreren Föhntagen, kurz unterbrochen von einer schwachen Störung.  Die Ursache für dieses Muster liegt in der Erhaltungsneigung der Atmosphäre, auf die ich in meinen Wetteranalysen regelmäßig eingehe.
Wärend gestern ein Frontdurchgang trübes Wetter brachte, hat heute wieder der Föhn die Herrschaft im Wettergeschehen übernommen.
Die Begleiterscheinungen – Nebel, Sonne, Föhnstau, kontrastreiches Licht etc. – schaffen ideale Fotomotive. Ein paar Eindrücke sind in der nachfolgenden Bildsequenz enthalten.

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Weder ein Hochdruckwetter noch ein Kaltlufteinbruch ist in Sicht

Trotz gestörter Zirkulation zeichnet sich für den weiteren Verlauf des November für ME keine Änderung des Wettercharakters ab. Es bleibt höhenmild mit überwiegend SW-Grundströmung, die nur durch kurze Frontdurchgänge unterbrochen wird.
Südstau, Föhn an der Alpennordseite und häufiger Nebel im Flachland bzw. im Alpenvorland bleiben wetterbestimmend.

Abkühlung ermöglicht bis auf weiteres nur die jahreszeitlich bedingte negative Strahlungsbilanz  in den windschwachen Niederungen/Tälern durch hausgemachte Grundschichtprozesse.

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von Franz Zeiler