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	Kommentare zu: Unbeständige, nasskalte, teils stürmische NW-Lage (GWL NWz) mit anschließendem Milderungstrend	</title>
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	<description>von Franz Zeiler</description>
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		Von: Franz		</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Franz]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 28 Jan 2022 06:34:19 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Als Antwort auf &lt;a href=&quot;https://www.wettereck-triestingtal.at/2022/01/27/unbestaendige-nasskalte-teils-stuermische-nw-lage-gwl-nwz-mit-anschliessenden-milderungstrend/#comment-2349&quot;&gt;Anette Aslan&lt;/a&gt;.

Liebe Anette,
vorübergehende Schneefälle in Jerusalem und auf den Golanhöhen erreignen sich alle paar Jahre. Außergewöhnlich allemal. 
Ich habe versucht, das aktuelle Ereignis aus den verfügbaren Wetterkartenarchiv abzuleiten: 
Die Ursache liegt meiner Meinung nach in einem massiven Kaltluftvorstoß aus NO bis in große Höhen (-42°C in ca. 5000m) an der SO-Flanke eines Keils des Atlantikhochs, der sich kurz bis Finnland ausdehnte. Diese Kaltluft wurde, unterstütz von einem Tiefdruckgebiet über der östl. Türkei,  über das Schwarze Meer bis ins östl. Mittelmeer advehiert. Der Keil wurde von der Frontalzone rasch überlaufen und die Strömung drehte über OE bis in den östl. Mittelmeerraum auf nördl.  und in weiterer Folge auf NW-Richtung. Gleichzeitig bildete sich ein Randtief über Zypern (kalte Kontinentalluft und relativ warmes Mittelmeer), das mit dem Strömungsmuster nach O (Syrien) wanderte  und an der Rückseite die notwendige Kaltluft für die Schneefälle nach Israel transportierte. 

Der PW und da insbesondere den Kopplungsvorgängen zwischen Troposphäre und Stratosphäre und damit verbunden der Einfluss des vertikalen Energietransfers auf das Wetter hat vor 9 Jahren mein Interesse geweckt. Damals bin ich zufällig auf den Begriff &quot;Major Warming&quot; gestoßen. Dies war auch der Anstoß für meinen Einstieg in die Meteorologie als Hobby. Vor 3 Jahren habe ich auf der Hohen Warte der ZAMG dazu auch einen Vortrag gehalten:
https://www.wettereck-triestingtal.at/2018/03/03/der-noerdliche-polarwirbel-major-warming-arctic-outbreak-fallbeispiele/
Mein Wissen ist bei diesem komplexen Thema mit den verschiedenenn Einflussfaktoren (Telekonnektionen, Blockinglagen etc.) seither gewachsen, würde heute manches etwas anders erklären als noch vor 3 Jahren. Die &quot;PW-Ausflüge&quot; sind bei meinen Wettertrendanalysen im Winterhalbjahr ein fixer Bestandteil. Ich schreibe aber eher selten darüber, da ich weiß, dass dies ein Spezialthema ist, das nur wenige verfolgen und mir deshalb der Erkärungsaufwand zu hoch ist.
LG, Franz]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Antwort auf <a href="https://www.wettereck-triestingtal.at/2022/01/27/unbestaendige-nasskalte-teils-stuermische-nw-lage-gwl-nwz-mit-anschliessenden-milderungstrend/#comment-2349">Anette Aslan</a>.</p>
<p>Liebe Anette,<br />
vorübergehende Schneefälle in Jerusalem und auf den Golanhöhen erreignen sich alle paar Jahre. Außergewöhnlich allemal.<br />
Ich habe versucht, das aktuelle Ereignis aus den verfügbaren Wetterkartenarchiv abzuleiten:<br />
Die Ursache liegt meiner Meinung nach in einem massiven Kaltluftvorstoß aus NO bis in große Höhen (-42°C in ca. 5000m) an der SO-Flanke eines Keils des Atlantikhochs, der sich kurz bis Finnland ausdehnte. Diese Kaltluft wurde, unterstütz von einem Tiefdruckgebiet über der östl. Türkei,  über das Schwarze Meer bis ins östl. Mittelmeer advehiert. Der Keil wurde von der Frontalzone rasch überlaufen und die Strömung drehte über OE bis in den östl. Mittelmeerraum auf nördl.  und in weiterer Folge auf NW-Richtung. Gleichzeitig bildete sich ein Randtief über Zypern (kalte Kontinentalluft und relativ warmes Mittelmeer), das mit dem Strömungsmuster nach O (Syrien) wanderte  und an der Rückseite die notwendige Kaltluft für die Schneefälle nach Israel transportierte. </p>
<p>Der PW und da insbesondere den Kopplungsvorgängen zwischen Troposphäre und Stratosphäre und damit verbunden der Einfluss des vertikalen Energietransfers auf das Wetter hat vor 9 Jahren mein Interesse geweckt. Damals bin ich zufällig auf den Begriff &#8222;Major Warming&#8220; gestoßen. Dies war auch der Anstoß für meinen Einstieg in die Meteorologie als Hobby. Vor 3 Jahren habe ich auf der Hohen Warte der ZAMG dazu auch einen Vortrag gehalten:<br />
<a href="https://www.wettereck-triestingtal.at/2018/03/03/der-noerdliche-polarwirbel-major-warming-arctic-outbreak-fallbeispiele/" rel="ugc">https://www.wettereck-triestingtal.at/2018/03/03/der-noerdliche-polarwirbel-major-warming-arctic-outbreak-fallbeispiele/</a><br />
Mein Wissen ist bei diesem komplexen Thema mit den verschiedenenn Einflussfaktoren (Telekonnektionen, Blockinglagen etc.) seither gewachsen, würde heute manches etwas anders erklären als noch vor 3 Jahren. Die &#8222;PW-Ausflüge&#8220; sind bei meinen Wettertrendanalysen im Winterhalbjahr ein fixer Bestandteil. Ich schreibe aber eher selten darüber, da ich weiß, dass dies ein Spezialthema ist, das nur wenige verfolgen und mir deshalb der Erkärungsaufwand zu hoch ist.<br />
LG, Franz</p>
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		Von: Anette Aslan		</title>
		<link>https://www.wettereck-triestingtal.at/2022/01/27/unbestaendige-nasskalte-teils-stuermische-nw-lage-gwl-nwz-mit-anschliessenden-milderungstrend/#comment-2349</link>

		<dc:creator><![CDATA[Anette Aslan]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 Jan 2022 17:19:42 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Lieber Franz, hier studiert man ja richtig Meteorologie! Und das sehr anschaulich, ich finde Du bietest  dem Laien  in sehr verständlicher und didaktisch gut aufbereiteter Weise viele Informationen, die noch dazu sehr spannend sind. Das ist mit Sicherheit auch jede Menge Arbeit. Ich bin für diese Seite immer sehr dankbar. 

Was sagst du zu dem Schnee in Jerusalem gestern Nacht? Wie kam die Kaltluft bis da runter? Auf der Karte sah ich eine Okklusionsfront aus NW. Dort herrschte der Ausnahmezustand, Straßen und öffentliche Einrichtungen gesperrt, Uni zu, zahlreiche Baumbrüche und Chaos im Straßenverkehr. Aber nun schimpfe ich nie mehr über die Darstellung von Weihnachtskrippen voller Schneedekoration. Das kann durchaus gewesen sein, wenn man sich die Lage dort nun anschaut.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Lieber Franz, hier studiert man ja richtig Meteorologie! Und das sehr anschaulich, ich finde Du bietest  dem Laien  in sehr verständlicher und didaktisch gut aufbereiteter Weise viele Informationen, die noch dazu sehr spannend sind. Das ist mit Sicherheit auch jede Menge Arbeit. Ich bin für diese Seite immer sehr dankbar. </p>
<p>Was sagst du zu dem Schnee in Jerusalem gestern Nacht? Wie kam die Kaltluft bis da runter? Auf der Karte sah ich eine Okklusionsfront aus NW. Dort herrschte der Ausnahmezustand, Straßen und öffentliche Einrichtungen gesperrt, Uni zu, zahlreiche Baumbrüche und Chaos im Straßenverkehr. Aber nun schimpfe ich nie mehr über die Darstellung von Weihnachtskrippen voller Schneedekoration. Das kann durchaus gewesen sein, wenn man sich die Lage dort nun anschaut.</p>
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