Alle Beiträge von Franz

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Raueismassen statt Schnee am Hocheck

In den ersten Tagen des neuen Jahres 2021 findet die seit Wochen andauernde niederschlagsarme, gradientenschwache , in den Niederungen nasskalte und auf den Bergen oft sonnige Inversionslage seine Fortsetzung.

Die nachfolgenden Fotos vom Gipfel des Hocheck (über dem Nebel) und seinen im Nebel liegenden und mit Raueis drapierten Wäldern  geben Zeugnis dieser „langweiligen“ Wetterlage zwischen 1. und 5. Jänner.

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Wochenprognose: leichte Abkühlung, zyklonale Prägung ohne nennenswerte Schneefälle

Spannung liefert derzeit nur die Entwicklung in der Stratosphäre. Wie in meiner letzten Analyse zu Silvester bereits ausgeführt führt ein MMW (Midwinter Major Warming) zu einer massiven Schwächung des stratosphärischen PW (Polarwirbel) mit Verschiebung (displacement) oder möglicherweise zu einem totalen Zusammenbruch mit PW-Split in zwei oder mehrere Kerne.
Die Auswirkungen auf unser Wetter wird davon abhängen, wie stark die Kopplung mit der Troposphäre ausfällt. Eine starke Interaktion nach unten führt in der Regel in Teilen der mittleren Breiten der NH zu knackigen Winterwetter. Statistisch bewirkt eine „ungebremste downward propagation“ des MMW von der Stratosphäre in die Troposphäre häufig eine Druckkonstellation mit Atlantikkeil bis Grönland. Nachhaltiges Winterwetter für WE/ME wäre dann sehr wahrscheinlich. Noch ist alles im Konjunktiv formuliert, denn Art und Intensität der Stratosphären-/Troposphäreninteraktion finden frühestens am Beginn der zweiten Jännerdekade in den Modellen ihren Niederschlag.

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Jahresrückblick auf das Wetterjahr 2020 (global, regional, lokal)

Dass sich der anthropogen verursachte Klimawandel in einem Teufelskreis befindet, hat das Jahr 2020 wieder deutlich gezeigt.  Unbeeindruckt von der durch die Covid19-Krise reduzierten CO2-Ausstoß stieg er Gehalt des langlebigen Treibhausgases in der Atmosphäre weiter an, obwohl  der weitweite Ausstoß von Kohlendioxid aus Verbrennung von Kohle, Öl und Gas 2020  um sieben Prozent im Vergleich zu 2019 zurückgegangen ist.  Im Jahresmittel wird der Gehalt langlebiger Treibhausgase in der Atmosphäre voraussichtlich den neuen Rekordwert von 412 ppm (parts per million) erreichen. 
Die globale Erwärmung setzt sich somit trotz „angezogener Handbremse “ fort. Die WMO (World Meteorologic Organization) geht davon aus, dass 2020 eines der drei wärmsten Jahre seit Beginn der Aufzeichnungen wird.

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Die gestörte Zirkulation über der nördlichen Hemisphäre dauert an

Sowohl das amerikanische GFS-Modell, als auch das IFS des europäischen EZ berechnen für die erste Jännerdekade einen extrem gestörten PW (Polarwirbel) in allen Stockwerken. 
In der Troposphäre, unserer Wetterküche, setzt sich die Atlantikblockade fort. D.h. das Warten auf nennenswerte Schneefälle in den Nordalpen  geht in die nächste Runde, während an der Südseite der Alpen Tiefdrucktätigkeit im westl. Mittelmeerraum  die ohnehin bereits übermäßige Schneedecke weiterhin anwachsen lässt. Mit etwas Glück könnte auch der Alpenostrand in abgeschwächter Form von Schneefällen erfasst werden.
In der Stratosphäre wird von beiden Modellen im Mittelfristzeitraum eine gemittelte Zonalwindumkehr in 10hPa und 30hPa bis zum 60-igsten nördlichen Breitengrad berechnet. Die Ausbreitung nach unten in die Troposphäre könnte sogar noch als „Verstärker“ für das gestörte Zirkulationsmusters wirken. 

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Wochenprognose: der Föhnlage zu Wochenbeginn folgt eine mäßig kalte zyklonal geprägte „Barosumpflage“

Ein Zwischenhoch bestimmt heute So den Wettercharakter in den Ostalpen. Die mäßig kalte Polarluft, die hinter der Kaltfront zu den Weihnachtsfeiertagen die Ostalpen geflutet hat, wird in der Höhe bereits wieder durch mildere Luftmassen aus S ersetzt. Verantwortlich dafür ist ein kräftiges Sturmtief über GB. Es verstärkt  an seiner Vorderseite in den Ostalpen die S-Strömung. Die resultierenden Wettererscheinungen am Mo sind kräftige Stau-Schneefälle in den ohnehin mit Schnee üppigst versorgten Gebieten Osttirols und Oberkärnten, Föhn nördlich der Alpen und Südsturm auf den Bergen:

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Nach Weihnachtstauwetter Umstellung zu Berglandwinter

Das extrem milde zonale Westwindwetterintermezzo wird heute Do in der zweiten Tageshälfte von der angekündigten markanten Kaltfront beendet.  Die Schneefallgrenze sinkt in der kommenden Nacht unter 1000m, morgen Fr bis in Tallagen. Allerdings ziehen sich die Schneefälle in die Nordstaulagen zurück. Die Schneeausbeute in den NÖ-Voralpen wird mit maximal 10cm-20cm eher mager ausfallen.
Am Wochenende herrscht bei winterlichen Temperaturen Zwischenhocheinfluss, wobei sich am Sa im Nordstau die Restwolken am längsten halten. Auf den Bergen ist es vorübergehend bitterkalt, im Flachland flaut der kalte NW-Wind langsam ab. Bereits am So dreht der Wind auf den Bergen auf S und kündigt mit beginnender Anfeuchtung zunehmende Zyklonalität an.
Zu Wochenbeginn stellt sich an der Vorderseite eines mächtigen Tiefs über GB/Benelux wieder eine Südföhnlage ein. In den schneereichen Gebieten im SW-Stau kommt eine Packung Neuschnee hinzu,  nördlich der Alpen steigt mit dem Föhn die Frostgrenze vorübergehend wieder gegen 2000m:

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Die Tage mit Inversionslage gehen zu Ende

Mit der bevorstehenden Zonalisierung der Wetterlage kommt Schwung ins Wettergeschehen. Milder Westwind wird die Durchmischung der Luftschichten bewirken und die zähen feuchtkühlen Nebellagen beenden.
von Fr bis heute So hat die Nebelobergrenze kontinuierlich an Höhe gewonnen. Lag sie am Fr noch bei 800m, so reichte sie gestern Sa bereits bis in die Gipfelregion des Hocheck und heute So bis knapp 1100m.

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Wochenprognose: Wetterumstellung mit Blitz und Donner zu Weihnachten?

Die von diversen Plattformen gezeigten Entwicklungen im stratosphärischen PW (Polarwirbel) der NH lassen endlich „Winterfantasien“ mit Naturschnee auch an der Alpennordseite  entstehen. In der oberen (10hPa) Stratosphäre wird beharrlich ein starkes Warming, das vermutlich dem lang andauernden Uralblocking mit Energietransfer in die Stratosphäre (siehe meine Winterprognose) geschuldet ist. Dessen mögliche Auswirkungen werden uns aber erst im Verlauf des Jänner und darüber hinaus beschäftigen.

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Der Winter tut sich schwer

Keine Kaltluft, kein Schnee bis ins Flachland …….. das ist die Kurzbeschreibung des Wetters bis Weihnachten. Erst zu den Weihnachtsfeiertagen kündigt sich eine langsame Wetterumstellung an. Deutlich kälter wird es dabei auf den Bergen, Chance auf Schnee sehe ich aber nur in höheren Lagen. In den Niederungen – insbesondere im Flachland des O – wird es bestenfalls nasskalt, d.h. vom Temperaturempfinden kein Unterschied zu den kommenden Tagen. Bis ins Flachland schneetaugliche Kaltluft ist und bleibt auf Distanz. 

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