Archiv der Kategorie: Wetterrückblick / Fallstudien (Wetterblog)

Rückblick auf das Wetterjahr 2022

Global hat sich der langjährigen Trend mit deutlicher Erderwärmung auch 2022 fortgesetzt. 
Die vergangenen acht Jahre sind auf dem besten Weg, die acht wärmsten seit Beginn der Aufzeichnungen zu werden, angeheizt durch die ständig steigenden Treibhausgaskonzentrationen. 
Die Folgen: Der Anstieg des Meeresspiegels beschleunigt sich, die Gletscherschmelze in Europa bricht Rekorde und extremes Wetter mit Unwettercharakter.
Mitteleuropa ist vom Temperaturanstieg deutlich stärker betroffen, als manch anderer Erdteil.

Bezogen auf Österreich war 2022 nach der vorläufigen Auswertung der ZAMG in den Niederungen das drittwärmste Jahr in der 256-jährigen Messgeschichte, auf den Bergen das wärmste!

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2022 auf absoluten Rekordkurs in der österreichischen Messgeschichte

Nach dem rekordwarmen Oktober 2022 tritt nun der November nahtlos in seine Fußstapfen. Und die aktuellen Rechnungen der gängigen Wettermodelle lassen auch keine Änderung in der zweiten Novemberdekade erwarten.
Meine Fotos der letzten Tage aus dem Oberen Triestingtal in diesem Beitrag zeigen kein Einzelereignis, sondern dokumentieren einen „Dauerzustand“ als Folge des Klimawandels. Die Bilder sind zwar nett anzusehen, was man aber nicht sehen kann sind die herrschende Trockenheit und die ungewöhnlich hohen Temperaturen. 
In der Zwischenbilanz der ZAMG liegt 2022 bis jetzt gleichauf mit dem bisher wärmsten Jahr 2018 (link). Auf den Bergen ist der Wärmerekord dem heurigen Jahr 2022 ziemlich sicher nicht mehr zu nehmen.

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Wochenprognose: bis Wochenmitte (spät-)sommerlicher Charakter, danach unbeständiger und kühler

Der zu Ende gegangene Sommer 2022 war der viertwärmste in der 255-jährigen Messgeschichte der ZAMG. Er reiht sich damit  in die viel zu warmen Sommer dieses Jahrhunderts ein und bestätigt die rapide fortschreitende anthropogen verursachte globale Erwärmung.   Erschreckend sind die Folgen im alpinen Raum. Auch heuer konnte ich dies am rasanten Gletscherschwund  in den Alpen am Beispiel des Taschachferners in den Ötztaler Alpen beobachten. Weitere Auffälligkeiten waren die extreme Trockenheit, die nur durch kurze Starkregenerreignisse unterbrochen wurde,  und die überdurchschnittliche Sonnenscheindauer. Bei einem gemittelten Temperaturanstieg von 3,4 K bezogen auf die Klimareferenzperiode ist dies nicht verwunderlich.  Die Attributionsforschung im Klimabereich geht davon aus, dass diese Wetterphänomene in Zukunft zur Regel werden.
Die vorläufige detaillierte Sommerbilanz der ZAMG findest du hier

Überdurchschnittlich warm verlaufen auch die kommenden Tage.

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Kurzer Rück- und Ausblick: Es bleibt hochsommerlich!

Entgegen den Einschätzungen in meinen letzten Analysen, wird die aktuelle Hitzewelle vor allem im O länger anhalten. Flächendeckender Regen ist weiterhin nicht in Sicht. Derzeit ist die subtropische Hitze – zumindest bei ausreichend Grünland – noch erträglich, da die Luftmasse  recht trocken ist. Das wetterbestimmende sommerliche Hochdruckgebiet begünstigt einen enormen Tagesgang. In den Nächten kühlt die trockene Luft  stark ab, tagsüber erwärmt sie sich um mehr als 20 K.
An meiner Messstelle lag in den letzten 2 Tagen (Mo und Di) die Temperaturspanne bei ungetrübten Sonnenschein zwischen 7°C (am Morgen) und 29°C (am Nachmittag) bzw. 9°C und 32°C. In dieser Gangart wird es auch heute Mi weitergehen, wobei ich nach knapp 11°C jetzt am Morgen ein Tmax von ca. 35°C erwarte. 
Die kommenden Tage bis zum Wochenende bleiben vor allem im O/SO hochsommerlich warm. Aus W erreichen die Ostalpen aber labilere und damit wolkenreichere atlantische Luftmassen und damit kühlt es im W und im Bergland leicht ab. Das Schwüleempfinden erhöht sich damit deutlich und die Nächte werden in den Niederungen des O und in den Ballungszentren teilweise tropisch, d.h. die Temperatur sinkt nicht mehr unter 20°C.

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Final Warming des PW mit Kälte, Schnee und Regen zu Aprilbeginn

Der Wetterwechsel findet wie angekündigt statt. Er ist nicht nur nachhaltig, er wird von einem Wettersturz mit einem spätwinterlichen Start des April eingeleitet. Erst in der kommenden Woche ist ein zaghafter Temperaturanstieg mit langsamer Wetterberuhigung – noch unsicher! – zu erwarten. Strengen Morgenfrost könnte es am Mo geben, an dem die eingeflossene Polarluft unter Zwischenhocheinfluss gerät.

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Rückblick auf den Winter 2021/2022

Die wesentlichen Merkmale des vergangenen Winters (Dezember, Jänner, Februar)waren:
deutlich zu mild, turbulent mit Sturmereignissen, wenig Schnee in den Niederungen, vor allem im S und O zu trocken, Berglandwinter ab Ende Jänner nördlich der Alpen.

Die Hauptursache orte ich in einem ungewöhnlich kalten und durch kräftige Zonalwinde zentrierten stratosphärischen PW (Polarwirbel), der sich den gesamten Winter über resistent gegenüber Störungen erwies. Es gab keine SSW´s (sudden stratospheric warming) mit die Auswirkungen/Störungen auf die Zirkulation in der Troposphäre:

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Jahresrückblick auf das Wetterjahr 2021

Global hat sich der langjährigen Trend mit deutlicher Erderwärmung auch 2021 fortgesetzt. 2021 reiht sich unter die sieben wärmsten Jahren seit 1850 ein.

Bezogen auf Österreich war 2021 nach der vorläufigen Auswertung der ZAMG zwar das kühlste Jahr seit 2010, aber dennoch unter den 25 wärmsten der 254-jährigen Messgeschichte.

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Die Alpengletscher haben ein Ablaufdatum, veranschaulicht an der Pasterze

Die Erderwärmung und die daraus entstandene globale Klimakrise ist die größte Herausforderung für die Menschheit in den nächsten Jahrzehnten. Besonders betroffen vom aktuellen Klimawandel sind die Alpen, wo die Folgen an dem immer rascheren Rückgang der Gletscher für jedermann sichtbar werden. Als leidenschaftlicher Hobbybergsteiger bin ich regelmäßig im hochalpinen Gebiet unterwegs. Viele Touren, die früher über Eis und Firn führten, sind heute wegen der Steinschlaggefahr nicht mehr oder nur über Schutt und Geröll möglich. Es ist für mich erschütternd und traurig mit anzusehen, wie rasch sich das alpine Landschaftsbild verändert.

Wie dramatisch die Auswirkungen des Klimawandels in den Alpen sind, möchte ich am Beispiel des noch größten Alpengletschers Österreichs, der Pasterze, und deren kontinuierlichen Zerfall in den letzten Jahrzehnten anschaulich zeigen.

Einleitend mache ich einen kurzer Blick über den Tellerrand

– mit der erdgeschichtlichen Temperaturentwicklung,
– den recht menschenfreundlichen Temperaturen im Holozän und
– den Ausblick auf  die nächsten Jahrzehnte.

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Die Pasterze 2021: unaufhaltsamer Gletscherrückgang und -zerfall

Am Fuße des Großglockners erstreckt sich der größte Gletscher der Ostalpen, die Pasterze. Obwohl die Winterniederschläge, die in den Gletscherregionen ausschließlich als Schnee fallen,  in den letzten  Jahren z.T. das  langjährigen Mittel übertrafen, setzt sich in den überdurchschnittlich warmen  Sommern der Abschmelzprozess auf fast allen Gletschern der Alpen, und damit auch auf der Pasterze, auf  hohem Niveau fort. Die anthropogen verursachte Erwärmung seit Beginn der Industrialisierung beträgt in den Alpen mittlerweile 2 K. Als Folge steigt die Schneefallgrenze in den Sommern und der NS fällt auch im Nährgebiet der Gletscher oft als Regen. Dies reduziert  im Nährgebiet den Schneezuwachs im Sommer und damit  die notwendige  Bildung von Gletschereis als Nachschub für das Zehrgebiet der Gletscher. Gelangt weniger Gletschereis ins Zehrgebiet, nimmt dort der Masseverlust überproportional zu.
Anders ausgedrückt: der Gleichgewichtszustand zwischen Nährgebiet und Zehrgebiet verschiebt sich immer weiter nach oben.
Dies kommt nicht nur in den Zahlen der jährlichen Längenreduktion der Gletscherzunge der Pasterze (ca. 50m 2019/2020) zum Ausdruck, sondern äußert sich über mehrere Jahre gesehen auch durch markante optische Veränderungen der Pasterze (Bilder im Beitrag). Z.B.: eisfrei werdende Felsbereiche, Zerteilung von Gletschern, Anreicherung von Schutt an den Gletscheroberflächen, Schuttmoränen, Bildung von Seen.

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