Kurzes Schneeintermezzo am Hocheck

Der Regen, der gestern vormittags am Hocheck durch die einsickernde Kaltluft an Sträuchern und Bäumen zu bizarren Eisgebilden fror, ging in weiterer Folge in Schneefall über. Je nach Untergrund kamen im Gipfelbereich bis zu 10cm Schnee zusammen. Bevor das frische Weiß und das Eis von gestern im  auflebenden Föhn größtenteils wieder wegschmolz, konnte ich heute am frühen Vormittag noch ein paar Eindrücke des kurzen Schnee-/Eisereignisses festhalten.

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Bizarres Eis am Hocheck

Eine Luftmassengrenze, die kühlere Atlantikluft von milder und recht feuchter Mittelmeerluft trennt, liegt heute Früh über den Gutensteiner Alpen und dem Wienerwald. Dabei schiebt sich die kältere leicht frostige Luft aus W in den untersten Schichten unter die deutlich positiv temperierte Luftmasse oberhalb 1000m. Dieser frostige Luftmasseneinschub bewirkt ein Frieren des Regens zwischen 1000m und 800m und sorgt für bizarre Eisgebilde an Gräsern, Sträuchern und Bäumen.

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Auf „NASS“ mit uneinheitlicher SFG folgt FÖHN

Der Modelllauf des amerikanischen GFS 00z vom vergangenen Sa, anhand dessen ich die bevorstehende Wetterentwicklung analysiert habe (siehe meine letzte Wochenprognose), hatte eine sehr gute Treffgenauigkeit. Dies ist nicht selbstverständlich, denn Mittelmeertiefentwicklungen und der damit verbundene NS von S sind hinsichtlich SFG (Schneefallgrenze) und NS-Menge  oft erst in der Kurzfrist exakt prognostizierbar. Diesmal hat sich die  LMG (Lufmassengrenze) an die Berechnungen gehalten und quer über die östlichen Ostalpen gelegt. Gut erkennbar an der Konvergenzzone in ca. 1500m im Beitragsbild. Auch der Schwerpunkt des Südstau-NS wurde mit O-Tirol und Karnische Alpen exakt erfasst.

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Föhn, Nebel und Glorie am Hocheck

Bevor die Mittelmeeroklusion morgen für trübes und zunehmend nasses Wetter sorgen wird, gibt es mit auflebenden Föhn im Oberen Triestingtal heute einen milden und nach Nebelauflösung sonnigen Herbsttag. Bei meiner Wanderung auf das Hocheck zeigt sich auf der Hocheckwarte auf den föhngepeitschten Nebelschwaden mehrmals eine markante „Glorienerscheinung“. Dabei handelt es sich um eine ausgeprägten Farbkreis um den eigenen, von der Sonne auf Nebelwolken geworfenen Schatten. Dieses Wetterphänomen, das ich bei meinen Bergtouren über dem Nebel immer wieder beobachten kann und schon in vielen Beiträgen gezeigt habe, entsteht, wenn Sonnenlicht an Nebeltröpfchen gebrochen und teilweise in Farben zerlegt wird.
Nachfolgend eine kurze Fotostrecke meiner heutigen Hocheckrunde mit frostigen Start am Morgen (-4 °C) und milden Abschluss am späten Vormittag (+8° C).

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Wochenprognose: troglastig und nass

Grobskalig dürfte die Entwicklung bis zum kommenden Wochenende feststehen:

Das Azorenhoch gewinnt an Stärke, vermag die Frontalzone aber  nicht zu blockieren; das blockierende Kontinentalhoch im O behauptet sich und lenkt die Frontalzone nach S.
Damit „rutschen“ die Tiefs der Frontalzone an der NO-Flanke des Azorenhochs nach SO ins westliche Mittelmeer und regenerieren laufend den Trog WE/ME. An der Trogvorderseite werden Tiefs in Richtung Alpen gelenkt und gelangen auf eine Vb-ähnliche Zugbahn. Da sich die Modelle mit der Erfassung solcher Lagen schwer tun, wird die genaue Zugbahn erst kurzfristig einigermaßen belastbar feststehen.
Am Alpenhauptkamm der Ostalpen und südwärts davon sind in mehreren Schüben größere Schneefallereignisse zu erwarten.
Die besten Karten für große Schneemengen haben die Südalpen (Lienzer Dolomiten, Karnische Alpen, Karawanken).
Die Intensität der NS-Ereignisse entlang des Alpenostrandes zeigt noch eine große Schwankungsbreite in den Modellen. Mit Sicherheit lässt sich jedoch sagen, dass mit einem pulsierenden O-W Temperaturgefälle die Schneefallgrenze im O (Trogvorderseite) meist deutlich höher (>1200m) liegen wird, als im W und S (höhere Tallagen).
Für das kommende Wochenende deutet sich mit einer Brückenbildung zwischen Azoren- und Kontinentalhoch ein Abtropfen der Trogspitze ins Mittelmeer an. Der Wettercharakter in den Ostalpen bliebe damit weiterhin zyklonal geprägt mit einer vorwiegend südlichen Grundströmung.

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Spätherbstliche Peilsteinimpressionen gestern und heute

Relativ milder föhniger Südwind war sowohl gestern und als auch heute wetterbeherrschend. Recht unterschiedlich waren aber die Bewölkungsverhältnisse. Während gestern in der leicht labilen und klaren Luftmasse flache Cumuli ohne hoher Bewölkung das Erscheinungsbild prägten und die Sonnenanteile nicht zu kurz kamen, war die Luftmasse heute deutlich feuchter. Der Morgennebel löste sich zwar rasch auf, die hohe Föhnbewölkung bekam aber erst ab Mittag größere Lücken.

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Wochenprognose: südliche Frontalzone (GWL Ws) mit unbeständigem und langsam kühlerem Wettercharakter

Das Wochenende steht im Zeichen des Föhns.
An der Vorderseite eines mächtigen Sturmtiefs über GB wird mit SW-licher Strömung milde und feuchte Mittelmeerluft an die Alpen gesteuert. An der Alpennordseite wird es föhnig bei wechselnder Bewölkung während an der Alpensüdseite die Staubewölkung überwiegt:

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Am Schneeberg über dem Nebel

Da heute die Nebelobergrenze weit oberhalb von 1000m liegt, gehe ich auf „Nummer sicher“ und  entscheide mich für eine Schneebergtour.
Als Anstieg wähle ich den heute wegen der Schneeauflage sehr rutschigen Fadensteig. Immer wieder aufs Neue faszinierend finde ich die Wanderung auf der Hochfläche entlang der Felsabbrüche zum Kaiserstein, wenn die tiefen Lagen von einer dichten Nebeldecke bedeckt sind und der Schneeberg aufgrund seiner Höhe aus dem Nebel ragt.
Der nicht minder rutschige Nandlgrat dient mir als Abstieg.

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Wanderung im Bann der Bischofsmütze

Von Filzmoos führt eine Mautstraße bis zu den Hofalmen, von wo wir nach einer kräftigen Stärkung am Fuße der bergsturzgefährdeten Bischofsmütze eine Rundwanderung unternahmen.
Ich kann mich noch gut an meine Gipfelbesteigung der Bischofsmütze durch die Mützenschlucht vor genau 20 Jahren erinnern. Die herausfordernden schwierigen Kletterpassagen durch die steinschlaggefährdete Mützenschlucht werde ich nicht vergessen und auch nicht wiederholen.
Uns erfreut an diesem sonnigen und warmen Oktobertag während einer gemütlichen Rundwanderung der allgegenwärtige fesselnden Anblick des markanten  Doppelgipfels der Bischofsmütze in „Luft und Wasser“. Herbstlich verfärbte Lärchen zwischen Latschen, hochgewachsenen Zirben und Fichten säumen den Weg.

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von Franz Zeiler