Sonne, Nebel, Wind und Pulverschnee

Meine gestrige kurze Erkundungstour motivierte mich heute zu einer ausgedehnteren und steileren Schitour. Nach genauem Studium der Wetterkarten bin ich guter Dinge, dass das Wetter am frühen Vormittag vor Eintreffen der Warmfront noch gutsichtig ist. Dank frühem Aufbruch erreiche ich bereits um 10:00 den Gipfel, wo zeitgleich die Front mit tiefen Wolken, Schneefall und starkem Wind eintrifft. Die Abfahrt durch unverspurte Pulverschneehänge erfüllt meine Erwartungen. Lediglich ein Latschengürtel erfordert „Slalomfertigkeit“.

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Der Winter ist in den NÖ-Voralpen angekommen

Auch wenn die Schneemächtigkeit noch ausbaufähig ist, lassen sich in den NÖ-Voralpen in höheren Lagen bei vernünftiger Routenwahl Schitouren durchführen. Mit der Nordstaulage sind seit gestern oberhalb 1000m 15cm-20cm lockerer Neuschnee auf eine vorhandene dünne gefrorene Schneedecke gefallen.

Nachfolgend Fotos mit der frisch verschneiten Winterlandschaft von heute Vormittag:

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Winterprognose 2021/2022

Als Winterliebhaber versuche ich  alljährlich bereits im Herbst aus diversen globalen Einflussgrößen einen Trend für den gesamten Winterverlauf  zu erkennen. Auch wenn sich der Begriff Prognose oder Langfristvorhersage eingebürgert hat, möchte ich darauf hinweisen, dass  ein chaotisches System wie die Atmosphäre nicht „vorhersagbar“ ist.  Es lassen sich nur aus globalen Einflussgrößen wie etwa  Zirkulationsmustern, Meerestemperaturen, Eisbedeckung usw. Trendeinschätzungen ableiten. Meine Trendanalyse für den Winter 2021/2022 habe ich im folgenden Beitrag zusammengefasst.

Wie gewohnt gliedere ich meine Recherchen/Interpretationen in 3 Abschnitte:

– Wintereinschätzungen der experimentellen Langfristmodelle und  kompetenter Wissenschaftler
– subjektive Rückschlüsse  anhand von betrachteten globalen Einflußgrößen/Telekonnektionen und dem augenblicklichen Zustand der Atmosphäre zu Winterbeginn auf den bevorstehenden Winter,
Resümee mit meiner persönlichen Wintereinschätzung.

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Die zeitnahen Verwerfungen des Winters

Gestern war meteorologischer Winterbeginn und ich plante meine fast fertige  Winterprognose 2021/2022 (Wintertrendanalyse) zu veröffentlichen. Während ich mit den Betrachtungen der Telekonnektionen und anderer Einflußgrößen im Reinen bin, bereiten mir die sprunghaften Simulationen der Wettermodelle für den (erweiterte) Mittelfristzeitraum Kopfzerbrechen. 
Ich vermute, dass eine Kopplung des sehr kalten und kräftigen stratosphärischen PW (Polarwirbel) mit der Troposphäre immer näher rückt, mit entsprechenden Auswirkungen auf das Zirkulationsmuster von USA bis EU.
Die Zirkulationsindizes für AO und NAO tendieren in Zukunft ins positive, was auf eine Zonalisierung der Zirkulation schließen lässt. Der simulierte plötzliche Rückzug des Azorenhochs gibt mir aber noch Rätsel auf  😉  Ich hoffe,  dass sich in den kommenden Tagen eine bessere Modellkonsistenz einstellt, die meine ausstehende Winterprognose in den nächsten Tagen abrundet.

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Die Alpengletscher haben ein Ablaufdatum, veranschaulicht an der Pasterze

Die Erderwärmung und die daraus entstandene globale Klimakrise ist die größte Herausforderung für die Menschheit in den nächsten Jahrzehnten. Besonders betroffen vom aktuellen Klimawandel sind die Alpen, wo die Folgen an dem immer rascheren Rückgang der Gletscher für jedermann sichtbar werden. Als leidenschaftlicher Hobbybergsteiger bin ich regelmäßig im hochalpinen Gebiet unterwegs. Viele Touren, die früher über Eis und Firn führten, sind heute wegen der Steinschlaggefahr nicht mehr oder nur über Schutt und Geröll möglich. Es ist für mich erschütternd und traurig mit anzusehen, wie rasch sich das alpine Landschaftsbild verändert.

Wie dramatisch die Auswirkungen des Klimawandels in den Alpen sind, möchte ich am Beispiel des noch größten Alpengletschers Österreichs, der Pasterze, und deren kontinuierlichen Zerfall in den letzten Jahrzehnten anschaulich zeigen.

Einleitend mache ich einen kurzer Blick über den Tellerrand

– mit der erdgeschichtlichen Temperaturentwicklung,
– den recht menschenfreundlichen Temperaturen im Holozän und
– den Ausblick auf  die nächsten Jahrzehnte.

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Wochenprognose: der GWL TrM folgt eine dynamische W/NW-Lage

Die Langeweile ist vorüber. Den weitgehend gradientenschwachen und hochdruckdominierten Wochen folgt in der bevorstehenden Woche frühwinterliches Vollwetter. Einen Vorgeschmack gab es bereist gestern Fr. Ein Schwall polarer Kaltluft in den unteren Schichten der Troposphäre und feuchtmilde Mittelmeerluft eines Adriatiefs in der Höhe produzierten reichlich Aufgleitniederschläge, die anfangs als gefrierender Regen und im weiteren Tagesverlauf bis in die Niederungen als Schnee fielen.

Fotos aus dem Oberen Triestingtal:

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(Früh-)winterlicher, zyklonal geprägter Wetterabschnitt ab Fr

Am morgigen Do endet die seit Wochen dominierende ruhige, hochdrucklastige und trockene Wetterlage. 

Eine Kaltfront aus NW am Fr leitet eine nachhaltige Umstellung  ein. In höheren Lagen und insbesondere im Bergland hält der Winter Einzug.

In weiterer Folge entsteht an der Ostflanke des weit nach N aufgewölbten Azorenhochs von Skandinavien über ME bis Oberitalien ein Trog (GWL TrM).  Dabei erreicht polare Kaltluft das warme Mittelmeer und induziert über dem Golf von Genua bzw. der Oberen Adria  Tiefdruckgebiete. Noch ist ihre weitere Verlagerungsrichtung  nicht belastbar vorhersagbar, eine Vb-ähnliche Zugbahn ist durchaus im Bereich der Möglichkeit und könnte dann den Alpenostrand mit intensiven NS versorgen (unsicher!).

Der skizzierte Wetterablauf findet bei durchwegs negativen Temperaturen in 1500m statt; Fr/Sa bei gradientenschwachen Verhältnissen und damit mit Isothermie Chancen auf Schnee bis ins Flachland. Ab So fällt der NS bei zunehmend gut durchlüfteten Verhältnissen nur oberhalb 300m-800m als Schnee. Im Flachland bleibt damit eher bei nasskaltem Wettercharakter.

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von Franz Zeiler