Archiv der Kategorie: Aktuelles / Erlebnisberichte (Berichteblog)

Schneematsch in Thenneberg, Raueis am Hocheck, dazwischen winterliche Waldlandschaft

Die NS-Mengen des Mittelmeertiefs fielen zwar nicht sehr üppig aus, mit der einströmenden kälteren Luft aus N reichte es aber für das zweite Schneefallereignis dieses Novembers und einer winterlichen Landschaft in den höheren Lagen des Oberen Triestingtales.

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Welch unerwartete winterliche Überraschung :)

Seit einer Woche zeigen die Modelle für das Wochenende eine Luftmassengrenze, die kontinentale Kaltluft aus NO von milderer Atlantikluft trennt. Ihr Verlauf wurde bis Mitte der Woche deutlich nördlicher entlang der Grenze zu Tschechien berechnet. Erst die Simulationen von gestern Fr erfassten das bodennahe Einsickern der Kaltluft bis in die NÖ-Voralpen und damit das Absinken der SFG bis in die meisten Täler von NÖ. Im Oberen Triestingtal ging der Regen gestern spät abends bis ins Tal in die feste Phase über. Heute Sa folgte ein Eistag mit einem tiefwinterlichen Landschaftsbild, obwohl die noch recht warmen Böden von unten der Schneedecke tagsüber sichtbar zusetzten. 

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2022 auf absoluten Rekordkurs in der österreichischen Messgeschichte

Nach dem rekordwarmen Oktober 2022 tritt nun der November nahtlos in seine Fußstapfen. Und die aktuellen Rechnungen der gängigen Wettermodelle lassen auch keine Änderung in der zweiten Novemberdekade erwarten.
Meine Fotos der letzten Tage aus dem Oberen Triestingtal in diesem Beitrag zeigen kein Einzelereignis, sondern dokumentieren einen „Dauerzustand“ als Folge des Klimawandels. Die Bilder sind zwar nett anzusehen, was man aber nicht sehen kann sind die herrschende Trockenheit und die ungewöhnlich hohen Temperaturen. 
In der Zwischenbilanz der ZAMG liegt 2022 bis jetzt gleichauf mit dem bisher wärmsten Jahr 2018 (link). Auf den Bergen ist der Wärmerekord dem heurigen Jahr 2022 ziemlich sicher nicht mehr zu nehmen.

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Schneeberg: durch die schluchtartige Weichtalklamm auf das mit Raueis überzogene Klosterwappen

Der NS von Fr, der im O in erster Linie einem Adriatief zu verdanken war, fiel entlang des Alpenostrandes mit über 30mm recht kräftig aus. Allerdings lag die SFG während des Hauptniederschlags in der hier lagernden milden Luftmasse bei 2000m. Erst mit Eintreffen der Kaltfront sank die SFG auf ca. 1400m; gleichzeitig wurde das NS-Ende eingeläutet. Da der obere Bereich des Schneebergs am Sa noch in dichten Wolken steckte, konnte sich als „Entschädigung“ ein ansehnlicher Raueisbelag ablagern und zumindest vorübergehend ein „Winterfeeling „erzeugen.
Das Zwischenhoch am gestrigen So bei noch kühler Luft (Nullgradgrenze am Vormittag noch unter 2000m) schaffte die perfekten Bedingungen für die Besteigung des Klosterwappens aus dem Höllental.
Über den Klettersteig der Weichtalklamm stieg ich zur Kientalerhütte und auf gut markierten Wanderweg auf den höchsten Punkt des Schnneebergs, das Klosterwappen
Die nachfolgende umfangreiche Fotostrecke zeigt zwei unterschiedliche Welten, die sich gestern an ein und demselben Tag präsentierten:
– den Durchstieg der engen schluchtartigen Weichtalklamm und
– den von frisch gefallenen Schnee und abgelagerten Raueis leuchtenden oberen Teil des Schneebergs.

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(Noch) nichts Neues: Nebel, Sonne und ungewöhnlich hohe Temperaturen prägen den Monatswechsel

Dass der Oktober 2022 in Österreichs als vorläufig wärmster der Messgeschichte in die Statistik eingeht, hat sich bereits Tage vor dem Monatsende abgezeichnet. Während im Tiefland die positive Temperaturabweichung knapp 3 K betrug, lag der Temperaturüberschuss auf den nebelfreien Bergen durch die anhaltende Zufuhr von Luftmassen aus dem Bereich der Sahara (GWL SWa) laut ZAMG um 4 K über dem Durchschnitt der jüngeren Vergangenheit (1991-2020).
Die nachfolgende Fotosequenz aus dem Oberen Triestingtal dokumentiert das Wetter der letzten Oktobertage, an denen der Nebel sich auf das Wr. Becken und die unteren Talregionen beschränkte, und den heutigen Allerheiligentag, an dem der Nebel vormittags bis in eine Höhe von 800m reichte. Einsetzender Westwind sorgte um die Mittagszeit für Durchmischung und Nebelauflösung. In einer Höhe von 1000m, am Hocheck, hatte es an allen Tagen über 20°C!

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Oktoberausklang mit Nebel, Sonne und sommerlichen Temperaturen in höheren Lagen

Mittlerweile ist es „amtlich“ und zugleich traurige Gewissheit: der Oktober 2022 ist der wärmste in der 256-jährigen Messgeschichte und wird eine positive Temperaturabweichung vom klimatologischen Mittel von deutlich über 3  K aufweisen. Die letzten Oktobertage werden vor allem außerhalb der Nebelzonen sogar um 10 K -15 K über den für die Jahreszeit typischen Temperaturniveau liegen. Sowohl gestern als auch heute hatte es am Hocheck über 20°C! Und das wird sich in den nächsten Tagen nicht ändern! Augenscheinlich ist auch die große Trockenheit. Verantwortlich dafür ist nicht nur das große NS-Defizit. Durch die längere Aktivität der Pflanzen aufgrund der hohen Temperaturen wird den Böden zusätzlich Feuchtigkeit entzogen.
Dass die Medien über perfektes Wanderwetter bei spätsommerlichen Temperaturen schwärmen ist bei Betrachtung der im Beitrag enthaltenen Fotosequenz aus dem Oberen Triestingtal von gestern und heute  zwar vordergründig nachvollziehbar, in Wahrheit ist es ein Dokument der katastrophalen Klimaentwicklung.
In den Bergen war der Oktober sogar wärmer als der September. Aus wissenschaftlicher Sicht ist ein Zusammenhang mit der anthropogen verursachten rasanten globalen Erwärmung offenkundig.
Im Pariser Klimaabkommen hat sich die Weltgemeinschaft dazu bekannt, durch Reduktion der Treibhausgasemissionen die globale Erwärmung auf 1,5°C zu beschränken. Davon sind wir meilenweit entfernt. Auch das Erreichen des 2°-Ziel`s wird immer unwahrscheinlicher, da die meisten Staaten den erforderlichen Reduktionspfad beim Ausstoß der Treibhausgase nach derzeitigen Stand nicht erfüllen werden. Das wahrscheinlichste Szenario ist ein globaler Temperaturanstieg um knapp 3 K bis zum Ende des Jahrhunderts, wenn bei der bevorstehenden Klimakonferenz COP-27 in Scharm el-Scheikh (11/2022) nicht verbindliche „sportliche“ Klimaschutzaßnahmen vereinbart werden.
Kipppunkte, wie das Abschmelzen des Grönlandeises mit gravierenden Auswirkungen auf den Meeresspiegel, werden sich aber nicht mehr verhindern lassen.

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Sonne, Nebel, hohe Wolkenfelder, Saharastaub, ungewöhnliche Wärme …….

…….. sind die wesentlichen Wetterattribute der kommenden Tage und auch über den Monatswechsel hinaus. 
Wie in meinen letzten synoptischen Analysen ausführlich erläutert, ist ein umfangreicher sich laufend regenerierender Trog über dem NA unser wetterbestimmendes Aktionszentrum. An der Vorderseite (O/SO-Flanke) gelangen warme Luftmassen aus subtropischen Breiten in den Alpenraum und bis zum Baltikum. Dabei strömt die Luft über NW-Afrika und reichert sich mit Saharastaub an, der in WE/ME an manchen Tagen Lufttrübung verursacht. Dazu gesellen sich zur Sonne auch einige hohe Schleierwolkenfelder. Die Nullgradgrenze im Gebirge erreicht sommerliche Werte und liegt bei fast 4000m. In Tal- und Beckenlagen und dem Flachland des O kann in den länger werdenden Nächten die Luft stark auskühlen, wodurch sich teilweise Inversionen mit zunehmend hartnäckigen Nebellagen ausbilden.
Dass sich eine Erhaltungsneigung dieser großskaligen Struktur etabliert und dieses quasistationäre meridionale Wellenmuster mit Trog über dem NA und  Rücken über ME (GWL SWa) auch die ersten Novemberwochen dominiert, glaube ich nicht. Auch wenn die Modellsimulationen für den erweiterten Mittelfristzeitraum noch sehr wankelmütig sind, sehe ich eine Tendenz zur Zonalisierung über dem NA. Wieweit die dabei an Dynamik gewinnende  Frontalzone dabei auf den Kontinent übergreift, lässt sich noch nicht vorhersagen, aber zyklonalere Witterung und Abkühlung wären die Folge.

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Wochenprognose: eine signifikante Wärmeblase hält den Oktober auf „Hitze-Medaillenkurs“

In meinem letzten Analysebeitrag bin ich auf die sehr warmen ersten zwei Oktoberdekaden  mit einem Ausblick auf die vermutlich ungebremst überdurchschnittlich warme dritte Dekade eingegangen. Die letzten Modellrechnungen bestätigen diese Einschätzung. Das Tiefdruckgebiet über dem NA wird immer wieder regeneriert, sodass seine Position weitgehend unverändert bleibt. Der Alpenraum liegt an seiner Vorderseite im anhaltenden Zustrom subtropischer Luft aus SW, mit der zeitweise auch Saharastaub advehiert wird. Dabei überwiegen in der kommenden Woche die meiste Zeit antizyklonale Bedingungen (GWL SWa). Lediglich von morgen Mo auf Di wird eine in die Strömung eingebettete Front für Bewölkung und NS zw. V/T und Oberkärnten sorgen.
Vor allem auf den Bergen herrscht durchgehend  ein spätsommerliches Temperaturniveau mit einem hohen Sonnenanteil und zeitweise hohen Warmluftwolken. In manchen Niederungen  könnte hartnäckiger Nebel den Temperaturüberschuss etwas dämpfen und für ein „artgerechtes“ herbstliches Erscheinungsbild sorgen.

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