Archiv der Kategorie: Langfristprognosen / Klima (Wetterblog)

Korrektur meiner letzten Wochenprognose und aktuelle Wintereinschätzungen

Die prognostizierte schwache Kaltfront mit leichtem Regen hat sich an die Alpennordseite gelegt und die ungewöhnlich warmen Oktobertage beeendet. Auch im Wienerwald und dem Oberen Triestingtal  hat es zu regnen begonnen. In der einfließenden Kaltluft aus N wird die noch  recht milde Morgentemperatiur von 10 °C jetzt um 06:00 in der Früh am meiner Messstation tagsüber nicht mehr ansteigen.

Die letzten Modellrechnungen erfordern eine kleine Korrektur meiner Wochenprognose von Sa in der Früh für die Alpensüdseite und Allerheiligen.

Meine ersten Überlegungen zum kommenden Winter sind noch sehr oberflächlich und am Ende des Beitrags angeführt.

Korrektur meiner letzten Wochenprognose und aktuelle Wintereinschätzungen weiterlesen

Juni mit Rekordpotential bei Temperaturüberschuss und Niederschlagsdefizit

Nach dem unterkühlten Mai mit einer negativen Temperaturabweichung vom 2,8 K von der klimatologischen Mitteltemperatur (1981-2010) bezogen auf das österreichische Flächenmittel, schlägt das Pendel im Juni in die andere Richtung aus.

Aktuell liegt der Juni 2019 mehr als  4,5 K über dem langjährigen Mittel:

Juni mit Rekordpotential bei Temperaturüberschuss und Niederschlagsdefizit weiterlesen

Der Mai 2019 könnte die längste Serie der zu warmen Monate beenden

Die 13 Monate von April 2018 bis April 2019 wiesen, bezogen auf das Klimamittel 1981-2010, allesamt einen Temperaturüberschuss auf. Dies ist die längste Serien aufeinanderfolgender überdurchschnittlich warmer Monate seit Beginn der Messgeschichte der ZAMG. 
Siehe dazu auch ZAMG-Klimanews.

Der Mai 2019 könnte die längste Serie der zu warmen Monate beenden weiterlesen

Wochenprognose und weiterer Trend: Winter auf Rückzug

Die Schneenmengen, die derzeit in höheren Lagen und auf den Bergen der Ostalpen liegen, sind weder in der kommenden Woche noch in weiterer Folge gefährdet. Mit der Überschrift will ich lediglich andeuten, dass zumindest bis Mitte des Monats Februar kein winterlicher Wetterabschnitt mit Frost und Schnee bis ins Flachland zu erwarten ist und vom Trend her auch nicht über den erweiterten Mittelfristzeitraum hinaus.

Warum ich das glaube, versuche ich nachfolgend zu erklären. Eingebettet in die synoptischen Ausführungen ist auch die grobe Prognose für die kommende Woche mit meiner Einschätzung der weiteren Entwicklung.

Wochenprognose und weiterer Trend: Winter auf Rückzug weiterlesen

Weiterhin unbeständiges Winterwetter

Die Aufwölbungsversuche des Azorenhochs werden immer wieder zunichte gemacht. Geschuldet ist dies dem riesigen polaren Kaltluftreservoir über NO-Kanada. Diese Kaltluftmassen dienen der Tiefdruckproduktion über dem NW-Atlantik (zwischen Neufundland und Südgrönland) als Nahrung. Sie gelangen laufend auf den NW-Atlantik, heizen dort die Tiefdrucktätigkeit an und bewirken eine dynamisch aktive  nördliche Frontalzone, die allfällige Aufwölbungen des Azorenhochs rasch überläuft und über Island bis Skandinavien verläuft. Damit bleibt der atlantisch Einfluss über ME aufrecht.
Ein neuer „player“ bei den Druckgebilden betritt nun die Bildfläche (bezogen auf die Geopotentialkarten): das Azorenhoch bekommt mit einem Kontinentalhoch einen Gegenspieler. Es blockiert die Frontalzone bei ihrer Progression nach O und zwingt sie nach N oder S auszuweichen. Über WE/ME sind deshalb in nächster Zeit Abtropfvorgänge – ähnlich wie heute Mi – ins Mittelmeer zu erwarten. Der damit verbundene zyklonale Wettercharakter wird sich in einem Wechsel von etwas milderen maritimen ( zarte Plusgrade in den Niederungen) und kälteren kontinentalen  (leichter Dauerfrost) Luftmassen äußern. Der Berglandwinter bis in die Alpentäler ist weiterhin garantiert, eine länger anhaltende Schneedecke im Flachland oder Donauraum ist zumindest im Jänner unwahrscheinlich.

Ich rechne damit, dass die Troposphären-Stratosphären-Troposphären Kopplung, die ausgehend von der Troposphäre ein Major Warming gefolgt von einem PW-Splitt in der Stratosphäre ausgelöst hat, spätestens im Februar Wirkung in der Troposphäre, wo sich unsere Wetterküche befindet, zeigt. Ein Störung des PW und der Zirkulation könnte die Karten neu mischen.

Weiterhin unbeständiges Winterwetter weiterlesen

Wochenprognose und weiterer Trend: mäßig kaltes Winterwetter

Bis jetzt erleben wir im Alpenraum einen ausgesprochenen Berglandwinter, da die Temperaturen während der intensiven Niederschlagsphasen für die tiefen Lagen einfach zu hoch und damit nicht schneetauglich waren.  Die kommenden Woche steht nun bis ins Flachland im Zeichen des Winters. Die Temperatur steigt auch tagsüber kaum über den Gefrierpunkt. In schneebedeckten Alpentälern ist bei Aufklaren strahlungsbedingt strenger Morgenfrost bis unter -20° C möglich. Ob auch Neuschnee dabei ist, ist allerdings noch höchst unsicher  😉

Wochenprognose und weiterer Trend: mäßig kaltes Winterwetter weiterlesen

Endgültige Winterprognose 2018/2019

Auch wenn ich noch immer nicht auf einen grünen Zweig gekommen bin, veröffentliche ich heute meine Wintertrendanalyse 2018/2019 (salopp Winterprognose) mit diesem Beitrag.

Für alle, die nicht nur das Ergebnis (=meine persönliche Winterprognose im Resümee am Beitragsende) interessiert, habe ich in gewohnter Weise meine Recherchen, gegliedert nach

– Atmosphärische Ausgangssituation mit  Troposphären-Stratosphären Interaktion
– Einflussfaktoren/Telekonnektion
– Langfristprognosen von Meteodienstleistern

erörtert, bevor ich zu meinem abschließendem Resümee komme.

Endgültige Winterprognose 2018/2019 weiterlesen

Winter 2018/2019 ……… Quo vadis?

In den letzten Jahren habe ich Anfang November meine erste ernstgemeinte Einschätzung zum folgenden Winterwetter abgegeben. Auch heuer beschäftigte ich mich in den letzten Wochen mit den möglichen  Einflussfaktoren auf den ME-Winter, um  zumindest eine subjektive Erwartungshaltung zum bevorstehenden Winter zu bekommen. 
Dazu zählen Telekonnektionen (QBO, ElNino….), die Sonnenaktivität, die Entwicklung der sibirischen Schneedecke, das momentane Zirkulationsmuster inkl. Vorgeschichte, Temperaturverteilung der NH (Nördliche Hemisphäre), die Entwicklung des PW (Polarwirbel), die arktische Meereisausdehnung, die Meerestemperaturen am Nordatlantik etc.

All diese Parameter stehen in einem Zusammenhang mit dem über dem Atlantik und dem europäischen Kontinent zu erwartenden Zirkulationsmuster im Folgewinter.

Auch die Statistik habe ich bemüht. Für ein derart mildes Sommerhalbjahr, gefolgt von einem ebenso milden Herbst gibt es keine repräsentativen Vergleichsjahre. Alles andere als ein insgesamt zu milder Winter, bezogen auf das Klimamittel 1981-2010, wäre für mich als Winterfreund  eine positive Überraschung.

Die Langfristprognosen der Meteodienstleister (NOAA, NASA, EZ, ZAMG, DWD) sind in meine Recherchen eingeflossen und am Ende des Beitrags zitiert.

Meine persönliches zusammenfassende Einschätzung lässt derzeit nur einen Schluss zu: der Winter 2018/2019 wird deutlich zu mild. W- bis SW-Wetterlagen werden vorherrschen, winterliche Wetterphasen wird es geben, aber sie werden nur von kurzer Dauer sein. Niederschläge werden anfangs unterdurchschnittlich ausfallen und im Verlauf des Winters deutlich zunehmen;  d.h. im Bergland wird es auch reichlich Schnee geben.

Winter 2018/2019 ……… Quo vadis? weiterlesen

Wochenprognose: Hundstage läuten Hitzewelle ein

Die Hundstage (23.07.-23.08) stehen umgangsspachlich für die heißesten Tage eines europäischen Sommers. Heuer werden sie – zumindest in den letzten Julitagen und wahrscheinlich auch Anfang August  – ihrem Namen voll gerecht werden.  Sa/So und am Beginn der Hundstage zum Wochenanfang  wird in den Ostalpen ihre Entfaltung durch den zyklonale Einfluss eines Höhentroges noch verhindert. Ab Mitte kommender Woche dehnt sich ein Höhenrücken aus SW über die Alpen hinweg  aus und  verbindet sich mit dem Höhenhoch über Skandinavien/Barentssee.  Die atlantische Frontalzone bleibt durch diese Hochdruckbrücke weiterhin für den Alpenraum blockiert, sodass sich bei flacher Druckverteilung im Bodendruckfeld die Luftmasse durch Sonneneinstrahlung im Laufe der kommenden Woche in den Niederungen auf heiße Tmax (>30° C) erwärmen kann.
Die hochsommerliche Hitze  dürfte nach den aktuellen Modellsimulationen bis in den August bestehen bleiben und zunehmend schwül werden. Denn über dem Nordatlantik weitet sich ein Langwellentrog nach S aus, an seiner Vorderseite erfolgt die Zufuhr subtropischer, teils feuchter Warmluft zu den Alpen. Diese Luftmassen können dann aufgrund ihrer labilen Schichtung heftige lokale Wärmegewitter verursachen.
Eine nachhaltige Umstellung dieser hochsommerlichen GWL ist derzeit nicht in Sicht.

Wochenprognose: Hundstage läuten Hitzewelle ein weiterlesen