Archiv der Kategorie: Langfristprognosen / Klima (Wetterblog)

Skandinavienhoch lenkt kältest mögliche sibirische Luftmassen aus NO zu den Alpen

Nachdem ich mich in meiner gestrigen Wochenprognose in erster Linie auf

– die Föhnlage mit Advektion von Saharastaub,
– die quasistationären LMG (Luftmassengrenze) entlang unserer Nordgrenze und
– aus zeitlichen Gründen nur kurz auf den winterlich kalten Wochenendtrend

eingegangen bin, habe ich heute die Simulationen der Morgenmodellläufe für die erweiterte Mittelfrist genauer analysiert und große Übereinstimmung festgestellt. Damit steigt natürlich die Treffsicherheit für die im Nachfolgenden skizzierte Wetterentwicklung bis in die dritte Februardekade. 

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass  sich arktische Kaltluft  seinen Weg aus NO bis zu den Alpen bahnt und  zu einem sehr kalter Februarverlauf überleitet. Es stellt sich nur die Frage, ob es „nur“ winterlich kalt oder extrem kalt wird? Potential zu zweiterem hat jedenfalls die NO-Hälfte Österreichs.

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Die gestörte Zirkulation über der nördlichen Hemisphäre dauert an

Sowohl das amerikanische GFS-Modell, als auch das IFS des europäischen EZ berechnen für die erste Jännerdekade einen extrem gestörten PW (Polarwirbel) in allen Stockwerken. 
In der Troposphäre, unserer Wetterküche, setzt sich die Atlantikblockade fort. D.h. das Warten auf nennenswerte Schneefälle in den Nordalpen  geht in die nächste Runde, während an der Südseite der Alpen Tiefdrucktätigkeit im westl. Mittelmeerraum  die ohnehin bereits übermäßige Schneedecke weiterhin anwachsen lässt. Mit etwas Glück könnte auch der Alpenostrand in abgeschwächter Form von Schneefällen erfasst werden.
In der Stratosphäre wird von beiden Modellen im Mittelfristzeitraum eine gemittelte Zonalwindumkehr in 10hPa und 30hPa bis zum 60-igsten nördlichen Breitengrad berechnet. Die Ausbreitung nach unten in die Troposphäre könnte sogar noch als „Verstärker“ für das gestörte Zirkulationsmusters wirken. 

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Wochenprognose: Wetterumstellung mit Blitz und Donner zu Weihnachten?

Die von diversen Plattformen gezeigten Entwicklungen im stratosphärischen PW (Polarwirbel) der NH lassen endlich „Winterfantasien“ mit Naturschnee auch an der Alpennordseite  entstehen. In der oberen (10hPa) Stratosphäre wird beharrlich ein starkes Warming, das vermutlich dem lang andauernden Uralblocking mit Energietransfer in die Stratosphäre (siehe meine Winterprognose) geschuldet ist. Dessen mögliche Auswirkungen werden uns aber erst im Verlauf des Jänner und darüber hinaus beschäftigen.

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Winterprognose 2020/2021

Der November verlief hochdruckdominiert mit ausgeprägten Inversionslagen, NS-arm, ungewöhnlich mild in höheren Lagen und auf den Bergen, nur durchschnittlich temperiert in den oft nebeligen Niederungen. Der Atlantik  war weitgehend abgeriegelt.

Vor exakt einer Woche begann der meteorologische Winter 2020/2021. Nach wie vor verhindert ein ausgeprägtes blockierendes Kontinentalhoch eine Westwetterlage. Tiefdruckgebiete werden  nach N oder S abgelenkt. In der ersten Dezemberwoche hat diese Druckstruktur zu einer starken Austrogung über WE (Westeuropa) mit Kaltluftvorstoß ins westl. Mittelmeer und Genuatiefentwicklung geführt.  Die Folgen sah man in den letzten Tagen:  extreme Stauniederschläge von Südtirol über Osttirol bis Oberkärnten und Föhn nördlich der Alpen.

Welche großskaligen Wetterentwicklungen in der Troposphäre ich erwarte und deren Auswirkungen auf den weiteren Winterverlauf in den Ostalpen, werde ich später in diesem Beitrag ausführlicher  behandeln. 

Zuvor möchte ich im ersten Teil, wie in den letzten Jahren, vorstellen, zu welchen Wintereinschätzungen die Langfristmodelle anerkannter Meteodienstleister und  kompetenter Wissenschaftler, deren Veröffentlichungen ich regelmäßig mit Interesse  lese, kommen. 
Im zweiten Kapitel werde ich versuchen, anhand von betrachteten globalen Einflußgrößen/Telekonnektionen und dem augenblicklichen Zustand der Atmosphäre zu Winterbeginn Rückschlüsse auf den bevorstehenden Winter zu ziehen. 
Am Ende folgt das Resümee mit meiner persönlichen Wintereinschätzung.

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Wochenprognose: Erhaltungsneigung der Hochdruckdominanz mit weiterhin positiver Temperaturabweichung ………

….. und ein paar Gedanken zum nahenden meteorologischen Winter.

Die eingefahrene Wetterlage mit ruhigem, trockenem und relativ mildem Wettercharakter setzt sich auch an in der letzten Novemberdekade fort.
Die gestern Fr eingeflossene Polarluft kommt rasch unter Hochdruckeinfluss und beginnt sich tagsüber zu erwärmen. In den langen Nächten starten die Tage am Wochenende bei Aufklaren mit Morgenfrost.

Die leicht mäandrierende Frontaltone verläuft weit nördlich. Das Trog-/Rückenmuster bleibt fast ortsfest. ME gelangt dabei an der Vorderseite eines Atlantiktroges im Einfluss eines Rückens, der sich vom Mittelmeer über die Alpen bis Skandinavien erstreckt.
Ein schwacher Störungsausläufer aus W quert Mo und in der Nacht auf Di mit Wolken, auffrischendem Wind und geringem NS an der Alpennordseite. Danach nimmt die Nebelanfälligkeit in den Niederungen wieder zu.

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Spätherbstliches Hochdruckwetter mit Atlantikblockade und Blick auf den nördlichen Polarwirbel (PW)

Um diese Jahreszeit bedeutet eine Hochdrucklage meist zähe Nebellagen in den Niederungen, viel Sonnenschein und milde Temperaturen auf den Bergen und Nacht-/Morgenfrost in den Tälern bei klaren Nächten.

Der KLT, der in den Modellrechnungen meiner Wochenprognose im Geopotentialfeld (=in hohen Luftschichten) dem ungestörte Hochdruckwetter mit Hebungsprozessen und damit Wolkenbildung einen Strich durch die Rechnung gemacht hätte, ist in den aktuellen Modellrechnungen nicht mehr vorhanden.

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Wochenprognose mit Ausblick: Kontrastprogramm zur vergangenen Woche

Kälte und NS werden abgelöst von einem trockenen und zunehmend warmen Witterungsabschnitt.
Zwischenhocheinfluss mit voranschreitender Wolkenausdünnung – auch im O und an der Alpennordseite – bei noch frischen Temperaturen setzt sich heute So und morgen Mo durch. 
Von Di bis Do stellt sich mit einer SW-lichen Grundströmung eine Föhnlage mit für die Jahreszeit überdurchschnittlichen Temperaturen ein. Sonne im Wechsel mit hohen Warmluftwolken bestimmen den Wettercharakter. Mit Nebel muss in windgeschützten Tal- und Beckenlagen in den Morgen- und Vormittagsstunden gerechnet werden.
Ab Fr nehmen die Unsicherheiten zu. Tendenziell bleibt es aber mit einer weiterhin SW-lichen Grundströmung mild und wechselhaft. 
Der „goldenen Oktober“ hat eindeutig in der bevorstehenden Woche und vermutlich auch darüber hinaus bessere Karten als ein neuerlicher Kälte-/Wintereinbruch!

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Ein Blick durch die Glaskugel und in die Stratosphäre: Umstellung des Zirkulationsmusters beendet die Westwetterlagen

Der Trend zum Aufbau eines  autarken Hochdruckgebietes am Beginn der zweiten Märzhälfte über großen Teilen Europas wird von den Modellen in verschiedenen Variationen seit Tagen simuliert und wird damit immer wahrscheinlicher. Diese Entwicklung bewirkt eine Blockade der atlantischen Frontalzone.  Noch ist die exakte Achslage des Hochs nicht belastbar vorhersagbar, aber die Tage der seit Anfang des Jahres andauernden Westlagen sind damit gezählt. Der kalendarische Frühling beginnt voraussichtlich mit einer ruhigen antizyklonal geprägten Wetterlage. Abhängig von der Anströmung werden die Temperaturen frühlingshaft mild oder etwas gedämpft mit Potential für Morgenfrost (Zufuhr kühler Kontinentalluft) sein.   Mit der fortschreitende saisonale Erwärmung durch die Zunahme des Sonnenstandes wird eine mögliche advehierte kältere Lufmassen aus N oder NO in den Niederungen keinen Winter mehr machen.

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Kein nachhaltiger Kaltlufteinbruch in Sicht, aber in die Stratosphäre kommt Bewegung

Der Jänner 2020 weist bis jetzt einen ähnlich hohen Temperaturüberschuss wie der Dezember 2019 auf. Betrachtet man das prognostizierte Druck- und Zirkulationsmuster für Mitteleuropa bis Ende des Monats (EZ, GFS, etc), so wird sich bis Ende Jänner daran wenig ändern, auch wenn es in geschützten Lagen in den nächsten Tagen inversionsbedingt winterlich kalt bleibt. Dies wird durch die milden Temperaturen in der Höhe mehr als kompensiert. Und wenn ein Kaltfrontausläufer in der Höhe Abkühlung bringt, so bewirkt dieser gleichzeitig in der Grundschicht eine Durchmischung mit Ausräumen der Kaltluftseen und Temperaturanstieg (maskierte Kaltfront).

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Halbzeit des meteorologischen Winters (Rückblick und Ausblick)

Wie ein Fußballspiel hat auch der Winter zwei Hälften. Halbzeit ist heute und ich nutze dies zu einem Rückblick und einen kurzen spekulativen Ausblick auf eine hoffentlich interessantere und winterfreundlichere zweite Hälfte.

Zusammenfassend war die erste Winterhälfte österreichweit viel zu mild, zu trocken und damit auch im Gebirge schneearm. Die ausgeprägte Erhaltungsneigung  eines zonalem Zirkulationsmusters  mit einer häufig nördlich verlaufenden Frontalzone führte im Alpenraum zu einer Dominanz des antizyklonalen Einflusses (siehe weiter unten) mit Höhenwarmluft (Beitragsbild von gestern) und mit überdurchschnittlicher Sonnenscheindauer, vor allem über der inversionsanfälligen Grundschicht.

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