Archiv der Kategorie: Langfristprognosen / Klima (Wetterblog)

Kurzer Rück- und Ausblick: Es bleibt hochsommerlich!

Entgegen den Einschätzungen in meinen letzten Analysen, wird die aktuelle Hitzewelle vor allem im O länger anhalten. Flächendeckender Regen ist weiterhin nicht in Sicht. Derzeit ist die subtropische Hitze – zumindest bei ausreichend Grünland – noch erträglich, da die Luftmasse  recht trocken ist. Das wetterbestimmende sommerliche Hochdruckgebiet begünstigt einen enormen Tagesgang. In den Nächten kühlt die trockene Luft  stark ab, tagsüber erwärmt sie sich um mehr als 20 K.
An meiner Messstelle lag in den letzten 2 Tagen (Mo und Di) die Temperaturspanne bei ungetrübten Sonnenschein zwischen 7°C (am Morgen) und 29°C (am Nachmittag) bzw. 9°C und 32°C. In dieser Gangart wird es auch heute Mi weitergehen, wobei ich nach knapp 11°C jetzt am Morgen ein Tmax von ca. 35°C erwarte. 
Die kommenden Tage bis zum Wochenende bleiben vor allem im O/SO hochsommerlich warm. Aus W erreichen die Ostalpen aber labilere und damit wolkenreichere atlantische Luftmassen und damit kühlt es im W und im Bergland leicht ab. Das Schwüleempfinden erhöht sich damit deutlich und die Nächte werden in den Niederungen des O und in den Ballungszentren teilweise tropisch, d.h. die Temperatur sinkt nicht mehr unter 20°C.

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Wochenprognose: nach der Erwärmung macht die Entwicklung im staratosphärischen PW Vorhersagen zum „Glücksspiel“

Der Übergang von spätwinterlichen zu vorfrühlingshaften Temperaturen vollzieht nun auch in den östlichen Teilen Österreichs. Ab der zweiten Wochenhälfte tun sich die Modelle mit konsistenten Berechnungen sehr schwer. Der Grund liegt in einer massiven Störung im stratosphärischen PW (Polarwirbel), deren Auswirkungen auf die Troposphäre unterschiedlich erfasst werden.

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Unterkühlter Start ins meteorologische Frühjahr

Während der vergangene Winter (D/J/F) in vielen Teilen Österreichs viel zu mild verlief (Rückblick folgt demnächst), scheint das nun beginnende meteorologische Frühjahr  in nächster Zeit, den winterlichen Temperaturüberschuss reduzieren zu wollen. Die derzeitigen Morgentemperaturen bei knapp -10°C und niedrige einstellige Tmax sind jedenfalls deutlich unter dem Klimamittel angesiedelt. Und es dürfte zumindest in der ersten Märzdekade in dieser Tonart weitergehen.

Die Ursache liegt vermutlich in einer veritablen Störung des stratosphärischen PW´s (Polarwirbel), die in den nächsten Tagen erfolgt und sich bis in die Troposphäre auswirkt.
Gleich vorweg: ich erwarte jetzt keinen Märzwinter, denn nach Analyse der mir zu Verfügung stehenden Atmosphärenkarten von der Troposphäre bis in die Stratosphäre dürfte sich der stratosphärische PW rasch wieder regenerieren. Die längerfristigen Auswirkungen in der Troposphäre, unserer Wetterküche, geben allerdings noch Rätsel auf.

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Wochenprognose: der Polarwirbel (PW) aktiviert unaufhörlich die stürmische Westwetterlage (GWL Wz)

Bei weiterhin zonaler Grundströmung bleibt es bis Wochenmitte stürmisch, danach bei nachlassendem Wind zunächst weiterhin unbeständig. Im Laufe des kommenden Wochenendes zeichnet sich vor der europäischen Atlantikküste ein Rückdrehen der Strömung auf SW ab. Damit werden die atlantischen Sturmtiefs ins Nordmeer abgelenkt, in ME dürfte dann zunehmender Hochdruckeinfluss für eine nachhaltig für Wetterberuhigung sorgen.

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Ungewöhnlich kräftiger PW und eingefahrene zonale Zirkulationsstruktur

Der stratosphärische PW (Polarwirbel) beginnt sich Mitte Jänner typischerweise  abzuschwächen. Häufig führen SSW´s (sudden stratospheric warming) zu Störungen (minor/major warmings) in der in der unteren Stratosphäre (10hPa/32km), die sich in die Troposphäre fortpflanzen und den troposphärischen PW, unsere Wetterküche, derart destabilisieren, dass es zu  massiven arktischen Kaltluftausbrüchen in die mittleren Breiten kommt. Heuer ist davon nichts zu merken. Im zu Ende gehenden meteorologischen Winter präsentiert sich der Stratosphärische PW  ungewöhnlich stark und nach den letzten Berechnungen soll er sich noch verstärken und in der unteren Stratosphäre (10hPa/32km) Rekordwerte bei den Temperaturen und den Zonalwinden erreichen. Dabei weist er, wie die nachfolgende Grafik mit dem Vertikalschnitt zeigt, eine (schwache) Verbindung mit der Troposphäre zwischen NO-Kanada, Grönland und dem Polarmeer auf, wo sich das troposphärische steuernde PW-Fragment befindet und die Zirkulation der NH-antreibt.

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Unbeständige, nasskalte, teils stürmische NW-Lage (GWL NWz) mit anschließendem Milderungstrend

Der Mittelfristzeitraum ist geprägt von einem sich immer wieder aufs Neue regenerierenden Hochdruckgebiet über dem NA (Nordatlantik) und einer „Tiefdruckautobahn“, die  an seiner NO-Flanke über Skandinavien nach OE (Osteuropa) führt. Die Ostalpen liegen im Gradientenfeld dieser beiden Druckzonen in einer NW-Strömung, mit der bei abwechselnd mehr oder weniger starken Isobarendrängung Kalt- und Warmfronten an die Alpennordseite gesteuert werden. Die wesentlichen Attribute des bevorstehenden Wetterabschnitts im Mittelfristzeitraum sind:
Unbeständig, zeitweise stürmisch, nasskalt in den Niederungen (N und O), markante Neuschneemengen in den höheren Nordstaulagen, meist trocken und freundlich an der nordföhnigen Alpensüdseite.
Die Trend für für den erweiterten Mittelfristzeitraum (erstes Februarwochenende) ist natürlich noch mit einer Portion Spekulation behaftet, aber aufgrund der recht persistenten Druck-/Geopotentialverteilung über dem atlantischen/europäischen Sektor der NH (nördliche Hemisphäre) rechne ich mit einer Fortsetzung des großräumigen Zirkulationsmusters , wobei eine Wellenprogression wahrscheinlich zu einer Verstärkung der NAO (nordatlantischen Oszillation) und einer Verlagerung des Azorenhochs nach O führen wird. Eine  Zonalisierung/Westwetterlage mit atizyklonaler Prägung für den Alpenraum wäre die Folge.

Wie ich zu dieser Einschätzung komme, versuche ich im nachfolgenden Beitrag mit einer topdown-Analyse der berechneten Entwicklung des PW´s (Polarwirbel) von 10hPa (Stratosphäre) bis in die Troposphäre zu erklären.

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Wochenprognose: mäandrierende zonale Grundströmung mit eingelagerter Frontalzone

Die bereits vor einer Woche angekündigte „Silvesterhitze“ ist gestern pünktlich eingetroffen. Eine subtropische Wärmeblase, die sich gestern über den Ostalpenraum legte, verursachte in Teilen der Ostalpen den wärmste Silvestertag seit es Wetteraufzeichnungen gibt. Mit der Durchmischung der Luftschichtung bis zum Boden wurden vor allem in vielen Niederungen des O Österreichs Rekordtemperaturen gemessen.
15,4°C  waren es an meiner Messstation im Oberen Triestingtal in Thenneberg, an der Tawes-Messstation der ZAMG in Berndorf im Unteren Triestingtal sogar 18.3°C!
Auch beim Observatorium des Hohen Sonnblicks (3106m) stieg das Tmax gestern über den Gefrierpunkt.

Mild – antizyklonal geprägt heutie Sa und morgen So, zyklonaler  bei langsam zurückgehenden Temperaturen  ab Wochenbeginn – bleibt es auch in den kommenden Tagen. Für Details siehe meinen letzten Analysebeitrag.

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Atlantikblokade leitet kälteren Wetterabschnitt ein

Das Drehbuch für die bevorstehende Wetterentwicklung bietet Spannung pur. Aus den Simulationen der Wettermodelle lässt sich eindeutig ableiten, dass das derzeitige Tauwetter im nach dem Wochenende, also noch vor Weihnachten, zu Ende geht und einer winterlichen Wetterphase mit kühleren Luftmassen aus N Platz macht. In meiner letzten Analyse von Sa habe ich bereits vorsichtig auf die Wetterumstellung hingewiesen.
Zitat: „könnte  bis Weihnachten kalte Luft aus dem hohen N den Ostalpenraum fluten, Potential für eher leichte Schneefälle inbegriffen

Ob und wann Schneefälle wahrscheinlich sind, versuche ich im folgenden Beitrag den Wettersimulationen zu entlocken. 
Mein Augenmerk richtet sich dabei auch auf die zukünftigen Veränderungen im PW (Polarwirbel) der NH (nördliche Hemisphäre), sowohl in der Stratosphäre, als auch in  der Troposphäre. Daraus versuche ich das bevorstehende großräumige  Zirkulationsmuster und damit den Trend für den Rest des Jahres abzuleiten.

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Winterprognose 2021/2022

Als Winterliebhaber versuche ich  alljährlich bereits im Herbst aus diversen globalen Einflussgrößen einen Trend für den gesamten Winterverlauf  zu erkennen. Auch wenn sich der Begriff Prognose oder Langfristvorhersage eingebürgert hat, möchte ich darauf hinweisen, dass  ein chaotisches System wie die Atmosphäre nicht „vorhersagbar“ ist.  Es lassen sich nur aus globalen Einflussgrößen wie etwa  Zirkulationsmustern, Meerestemperaturen, Eisbedeckung usw. Trendeinschätzungen ableiten. Meine Trendanalyse für den Winter 2021/2022 habe ich im folgenden Beitrag zusammengefasst.

Wie gewohnt gliedere ich meine Recherchen/Interpretationen in 3 Abschnitte:

– Wintereinschätzungen der experimentellen Langfristmodelle und  kompetenter Wissenschaftler
– subjektive Rückschlüsse  anhand von betrachteten globalen Einflußgrößen/Telekonnektionen und dem augenblicklichen Zustand der Atmosphäre zu Winterbeginn auf den bevorstehenden Winter,
Resümee mit meiner persönlichen Wintereinschätzung.

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Skandinavienhoch lenkt kältest mögliche sibirische Luftmassen aus NO zu den Alpen

Nachdem ich mich in meiner gestrigen Wochenprognose in erster Linie auf

– die Föhnlage mit Advektion von Saharastaub,
– die quasistationären LMG (Luftmassengrenze) entlang unserer Nordgrenze und
– aus zeitlichen Gründen nur kurz auf den winterlich kalten Wochenendtrend

eingegangen bin, habe ich heute die Simulationen der Morgenmodellläufe für die erweiterte Mittelfrist genauer analysiert und große Übereinstimmung festgestellt. Damit steigt natürlich die Treffsicherheit für die im Nachfolgenden skizzierte Wetterentwicklung bis in die dritte Februardekade. 

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass  sich arktische Kaltluft  seinen Weg aus NO bis zu den Alpen bahnt und  zu einem sehr kalter Februarverlauf überleitet. Es stellt sich nur die Frage, ob es „nur“ winterlich kalt oder extrem kalt wird? Potential zu zweiterem hat jedenfalls die NO-Hälfte Österreichs.

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