Auf „NASS“ mit uneinheitlicher SFG folgt FÖHN

Der Modelllauf des amerikanischen GFS 00z vom vergangenen Sa, anhand dessen ich die bevorstehende Wetterentwicklung analysiert habe (siehe meine letzte Wochenprognose), hatte eine sehr gute Treffgenauigkeit. Dies ist nicht selbstverständlich, denn Mittelmeertiefentwicklungen und der damit verbundene NS von S sind hinsichtlich SFG (Schneefallgrenze) und NS-Menge  oft erst in der Kurzfrist exakt prognostizierbar. Diesmal hat sich die  LMG (Lufmassengrenze) an die Berechnungen gehalten und quer über die östlichen Ostalpen gelegt. Gut erkennbar an der Konvergenzzone in ca. 1500m im Beitragsbild. Auch der Schwerpunkt des Südstau-NS wurde mit O-Tirol und Karnische Alpen exakt erfasst.

 

Der heutige Mi verläuft nass mit einer SFG, die mit dem langsamen Vorrücken kühlerer Luftmassen aus W auch im O gegen Abend kurzfristig in höhere Tallagen und auf die Gipfel des Wienerwaldes absinkt. Mit der Abkühlung lässt der NS rasch nach, sodass sich die Neuschneemengen ganz im O in höheren Lagen auf wenige cm beschränken werden. Im Alpenbereich und  vor allem südlich davon erfolgt dagegen ein außergewöhnlich heftiges Schneefallereignis für Mitte November.

Das kleinräumige Adriatief, das den NS verursacht, füllt sich rasch auf und bereits morgen Do stellt sich über dem gesamten Ostalpenraum wieder eine südliche Grundströmung ein. Dabei wird es trocken und zeitweise zeigt sich die Sonne, vor allem im N und O.

Exemplarische die Windfahnen in 850hPa (ca. 1500m) für morgen Do:

 

Bis Fr legt die S-Strömung stark zu. Föhn-(sturm) auf den Bergen nördlich der Alpen und Südstau mit weiterem markantem Anwachsen der Schneedecke in höheren Lagen von O-Tirol und Oberkärnten sind die wetterprägenden Wettererscheinungen.

Exemplarisch die Windkarte in gleicher Höhe wie oben für Fr:

 

Föhn und Südstau bleiben über das Wochenende hinaus bestehen. An der Alpennordseite und im O ist kein nennenswerter NS zu erwarten. Das Temperaturniveau ist deutlich zu mild. 

Die von GFS im aktuellen Modelllauf berechnete aufsummierte NS-Menge geht von ca. 300mm in des NS-Hotspots aus, was – in Abhängigkeit von der SFG – in den Hochlagen 1m bis über 2m Schneezuwachs bedeutet:

 

Im Gegensatz von den höheren Lagen des Alpenhauptkammes und der Südalpen sind wir von einem Wintereinbruch mit Schnee bis in die Niederungen nach den aktuellen Modellsimulationen weit entfernt. Ein Ende der südlichen Grundströmung ist derzeit nicht belastbar vorhersagbar.

Die Geopotential- und Druckstruktur der NH (nördliche Hemisphäre) für kommenden Di dokumentiert die eingefahrene Zirkulationsstruktur. 

Zwischen einem Tiefdruckkomplex westl. von GB und und dem Kontinentalhoch dominiert in den Ostalpen in den höheren Luftschichten eine südl. Stromungskomponente, mit der milde Luftmassen advehiert werden:

 

Da der Gradient in der Grundschicht nur schwach ausgebildet ist, kann es mit der jahreszeitlich bedingten negativen Strahlungsbilanz in geschützten Tälern aber durchaus frostig werden. Die Nebelanfälligkeit schätze ich als recht hoch ein.

Obige Karte zeigt einen gestörten PW (Polarwirbel), was sich auch in den negativen Berechnungen des AOI (Arktischer Oszillations-Index) spiegelt:

 

Auffallend dabei ist das markante Hochdruckgebiet über der Karasee, an dess O-flanke die sibirische Kaltluft sich langsam nach W vorarbeitet. Auch wenn dies für unser momentanes Wetter nicht relevant ist, für den weiteren Winterverlauf ist dies möglicherweise aber von Bedeutung.

 

Abschließend die Ensemblerechnungen der letzten 4 GF-Modellläufe für den Gitterpunkt „Oberes Triestingtal“.  Mit Temperaturen, die in 1500m ab morgen deutlich im positiven Bereich in ca. 1500m liegen, ist keine winterliche Wetterphase in nächster Zeit zu erwarten.  Außerdem dürfte es kaum NS geben. Erst am Ende des Mittelfristzeitraumes nimmt die Streuung zu:

Aktualisierung folgt.

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