Wer Winter mag, kommt jetzt auf seine Kosten (Reisalpe)

Die Reisalpe ist mit 1399m der höchste Gipferl der Gutensteiner Alpen. Im Winter bei ausreichender Schneelage wie aktuell ermöglichen sich für Gebietskenner variantenreiche Anstiege.
Eines haben alle Anstiege derzeit gemeinsam: sie führen durch tiefwinterliche Wälder mit enormen Schneehöhen und enden auf einem weiten, nebeligen und windausgestzten Gipfelplateau.
Der Lohn ist eine perfekte Pulverschneeabfahrt.

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Über das kommende Wochenende hinaus anhaltende Nordstaulage

Es bleibt beim außerordentlich heftigen Berglandwinter mit weiteren Schneefällen nördlich der Alpen und rekordverdächtigen Schneemassen.

Ich entnehme den Modellen zumindest bis Mitte des Monats eine Persistenz/Erhaltungsneigung der großräumigen Geopotential-/Druckstruktur.

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Tiefwinterlicher Hochstaff bei eintreffender Warmfront

Bereits in der Früh geht heute bei leicht positiver Temperatur der nasse Schneefall in Regen über. Die Nullgradgrenze steigt mit Eintreffen der milderen Luft gegen 1000m. Dadurch wird auch die Schneedecke bis in die Gipfelregion des Hocheck an-bzw. in tieferen Lagen durchfeuchtet. Für eine Schitour mit guten Schneebedingungen muss bei diesen Verhältnissen ein höheres Ziel angepeilt werden. Aufgrund der derzeit prekären Lawinensituation sind die Möglichkeiten recht eingeschränkt. Die Wahl fällt auf den nahen Hochstaff, der mit 1305m eine Etage höher als das Hocheck  ist, viel Wald- und Wiesengelände mit nur mäßiger Steilheit bietet und aus meiner Sicht absolut lawinensicher ist.

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Aktuelle Schneelage Hocheck

Oberhalb von 600m trifft man auf bereits gut gesetzten Pulverschnee mit teils starken Verfrachtungen an windxponierten Geländekanten. Starke Raueisbildung hat im Gipfelbereich eingesetzt. Unterhalb von 600m haben Tauwetter und etwas Regen den Schnee durchfeuchtet. Durch den Temperaturrückgang auf knapp unter 0°C konnte sich heute ein z.T. tragender Schmelzharschdeckel ausbilden. 
Fürs Auge ein reines Wintermärchen  🙂

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Wochenprognose: NW-Lage mit Wechsel zwischen milderen und kälteren Tagen

Die derzeit herrschende GWL ändert sich in den kommenden Tagen kaum.   Das Hoch über dem östlichen Nordatlantik bleibt mit kaum veränderter Position bestehen.  Eine Aufwölbung nach N und Blockade der Frontalzone gelingt nicht. Die Frontalzone, die durch laufenden Kaltluftfluss auf den NW-Atlantik angefeuert wird, verläuft  zwischen Neufundland und Island nach Skandinavien und biegt von dort an der NO-Flanke des Atlantikhochs nach S/SO ab. Eingelagerte Fronten werden weiterhin aus NW zu den Alpen gesteuert und stauen sich an deren Nordseite. Die herangeführten Luftmassen wechseln zwischen feuchtmilder Maritimluft (Frontvorderseite) und mäßig kalter (erwärmter) Polarluft.
Der Wettercharakter in den Ostalpen bleibt somit in der kommenden Woche unbeständig, zeitweise turbulent mit Sturm auf den Bergen und weiteren Niederschlägen, die in höheren Lagen oberhalb etwa 600m-800m durchgehend, im Flachland nur zeitweise als Schnee fallen. 
Es bleibt also beim Berglandwinter mit großen Schneemengen an der Alpennordseite und nasskaltem Wetterchatrakter mit Wechselfrost intiefen Lagen.
Die Alpensüdseite im Lee des Alpenhauptkamms bleibt weiterhin wetterbegünstigt.

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Tiefwinterliche Schitour in den Gutensteiner Alpen

Die Schneefälle fielen in den NÖ Nordstaulagen nicht so üppig aus, wie weiter im W. In den Gutensteiner Alpen beträgt die Neuschnemenge bis heute Früh zwischen 10cm in Tallagen (500m) und 30cm-50cm oberhalb 1000m. Ein erheblicher Teil dürfte den gestrigen Wintergewittern geschuldet sein, da massig Graupel in der Schneedecke anzutreffen sind. Das Altschneefundament hat nur oberhalb 700m-800m das Tauwetter nach dem Jahreswechsel überstanden.
Vor Eintreffen der Warmfront mit dem nächsten noch ergiebigeren Schneezuwachs unternehme ich heute eine ausgedehnte aber gemütliche Schitour durch frischverschneite Wälder im Bereich der Reisalpe, gekrönt von einer herrlichen Pulverschneeabfahrt über 900Hm.

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Turbulente N-/NW-Strömung mit erheblichem Neuschneezuwachs im Nordstau

Das seit Weihnachten ortsfeste Hochdruckgebiet über GB (GWL HB) bleibt auch bis zum Wochenende erhalten und bedingt zusammen mit einem Trog über OE im Ostalpenraum eine zyklonal geprägte kräftige N- bis NW-Strömung. Die recht feuchten Luftmassen stauen sich an der Alpennordseite und führen in Nordstaulagen von Tirol ostwärts häufig zu Dauerschneefall und großen Neuschneemengen. Die nordföhnbedingt wetterbegünstigte Alpensüdseite  und  die SO-Steiermark sind nur von wenigen übergreifenden Schauern betroffen.

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Rückblick auf das (außergewöhnliche) Wetterjahr 2018

2018 geht als außergewöhnliches Jahr in die Klimageschichte ein. Nach der vorläufigen Bilanz der ZAMG liegt es um 1,8°C über dem vieljährigen Temperaturmittel und ist das bisher wärmste Jahr der 251-jährigen Messgeschichte. 2018 bestätigt den Trend zu einem immer wärmeren Klima. Von den 20 wärmsten Jahren der gesamten 251-jährigen Messgeschichte in Österreich liegen 14 in den 2000er-Jahre. Maßgeblich verantwortlich für den letztjährigen Wärmerekord waren der drittwärmsten Jänner der Messgeschichte, der zweitwärmste April, der viertwärmste Mai, der sechstwärmste Juni, der fünftwärmste August und der neuntwärmste Oktober.

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Wochenprognose: kurze winterliche Episode oder nachhaltig winterlich?

Mit recht unterschiedlichen Gefühlen habe ich an den letzten Tagen die Modellrechnungen betrachtet. Große Schwankungsbreiten in den Berechnungsläufen ab dem Beginn des neuen Jahres machten eine Prognose zum Lotteriespiel. Während das amerikanische GFS immer wieder die Fortsetzung des milden Atlantikwetters auftischte, schwenkte das IFS des Europäischen Wetterzentrums in Richtung Atlantikblockade und Zufuhr kontinentaler Kaltluft nach ME und ins Mittelmeer.
Mittlerweile ist das Match zwischen GFS und EZ etwas ausgeglichener geworden. Die Modellrechnungen haben sich bis in die kommende zweite Wochenhälfte angepasst. Ab dem ersten Jännerwochenende setzt sich das Match milder Atlantik gegen kontinentale Kaltluft fort.
Fest steht, dass ab Mitte der kommenden Woche der Winter mit kontinentaler Kaltluft ein kurzes Stelldichein gibt. 
Danach, vor allem ab dem ersten Jännerwochenende (Dreikönig), nehmen die Unterschiede bei den simulieren Folgewetterlagen wieder deutlich zu, wobei vor allem auf den Bergen wieder milde atlantische Luftmassen tendenziell die Oberhand gewinnen dürften. Der Konjunktiv ist deshalb gewählt, weil zum Jahreswechsel mit großer Wahrscheinlichkeit das schon mehrmals erwähnte MW (Major Warming) in der Stratosphäre eintritt. Die Auswirkungen auf den PW (Polarwirbel) und damit das Zirkulationsmuster der Troposphäre sollten von den Modellen dann ab nächster Woche besser erfasst und simuliert werden. 

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von Franz Zeiler