GWL-Umstellung vs. Erhaltungsneigung

In meinen letzen Analysen mit Trendeinschätzung für Anfang Mai habe ich eine bevorstehende GWL-Umstellung mit milderen Zeiten angekündigt.
Dass dies aber keine „gmahde Wies´n“ ist, möchte ich in meiner heutigen Analyse mit Ausblick erklären.

Der Temperaturtrend hat zwar steigende Tendenz und nähert sich den Durchschnittstemperaturen, die für Anfang Mai typisch sind; von einer frühsommerlichen Schönwetterphase, wie sie im Mai oft vorkommt, bleiben wir aber weit entfernt.

 

Die Ensemblerechnung für den Gitterpunkt „Oberes Triestingtal“ liefert einen Überblick über die zu erwartende Wetterentwicklung bis in die erste Maidekade:

27.04.2017.ens

Die heute Do  über den Ostalpen verwellte Kaltfront bleibt bis morgen Fr stationär und bringt verbreitet nasskalte Verhältnisse mit großen Regenmengen im S und Schnee bis in die Alpentäler der Alpennordseite.
Nach der Passage des nachfolgenden Troges am Sa stellt sich So/Mo ein Zwischenhoch mit frühlingshaften Temperaturen ein. Aus W erfolgt im Verlauf des Mo bereits die nächste Front.
Die erste Maiwoche verläuft nach den letzten Modellrechnungen unbeständig und  auf durchschnittlichem Temperaturniveau

 

Warum tut sich eine GWL-Umstellung so schwer? 

Die vor Tagen noch recht wahrscheinliche  GWL-Umstellung  zuz „frühsommerlichen“ Verhältnisse, basierte auf der Annahme, dass sich über dem Nordatlantik anstelle des seit Wochen fast stationären Hochdrucks tiefer LD etabliert. Die Folge wäre für Zentraleuropa  eine milde SW-liche Grundströmung.

Eine in allen Modellen (GFS, EZ, GEM) erfolgte Korrektur der Simulationen zeigt nun eine andere, konträre Entwicklung. In der nachfolgenden Geopotentialkarte vom 1. Mai aus dem aktuellen GFS-Lauf habe ich dies durch die schwarzen Pfeile skizziert.
Der Tiefdruckkomplex über dem Nordatlantik, an dessen Vorderseite ein Warmluftvorstoß aus SW erfolgt, dehnt sich nicht nach NO aus (Blockade durch hohen LD),  sondern erfährt eine Drehung gegen den Uhrzeigersinn. An seiner Ostflanke wölbt sich dadurch ein mächtiger Rücken auf, korrespondierend entsteht über ME  eine nördliche bis noröstliche Strömung:

27.04.2017.gfs-0-108

 

Aus diesem Strömungsmuster entwickelt sich zur Wochenmitte eine Omegalage mit Hochdruckkern über Island , einer flankierenden Tiefdruckrinne von Neufundland bis zu den Azoren im W und  einem Kaltluftkörper über dem Alpenraum und Oberitalien als östlicher Gegenpart:

27.04.2017.gfs-0-180

 

Die positive Druckanomalie über dem Nordatlantik erfährt eine Fortsetzung (Erhaltungsneigung):

27.04.2017.gfs-12-180

 

Ein zyklonal geprägter, feuchtmilder und  unbeständiger Wettercharakter ist bei dieser Druckverteilung im gesamten Alpenraum zu erwarten.

In weiterer Folge – hier nehmen die Unsicherheiten aber zu – wird eine retrograde Verlagerung des Hochs in Richtung Grönland simuliert. Über dem Nordatlantik entsteht eine „High-over-Low“ Lage;   an der Vordereite des großräumigen nordatlantischen Tiefs, das von Neufundland in zonaler Ausrichtung bis zur Biskaya reicht, schieben sich feuchtmilde Luftmassen in Richtung Alpenraum. Zentraleuropa bis in den östlichen Mittelmeerraum bleibt unter zyklonalem Einfluss mit sich langsam auffüllenden Kaltluftkörpern:

27.04.2017.gfs-0-210

Ob sich die milde Luft aus SW durchsetzt oder die kühleren Luftmassen aus NO die Oberhand behalten, lässt sich derzeit noch nicht vorhersagen. Die Ensemblerechnung (erste Karte dieses Beitrages) spiegelt plakativ die Bandbreite der Temperaturen, abhängig von der Strömungskomponente.

Ideales Wachstumswetter für die Natur kündigt sich auf alle Fälle an, aber weit und breit keine stabile Schönwetterphase!

Update folgt!

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