Nach dem Regentief folgt trockeneres Spätsommerwetter

Das Höhentief, das sich für drei Tage über der Adria festsetzte, dort Feuchtigkeit tankte und diese in mehreren Schüben an den Alpenostrand steuerte ist zum Balkan abgezogen. An meiner Messstation in Thenneberg fielen seit vergangenen Fr 102mm Regen, der von den recht trockenen Böden förmlich aufgesaugt wurde.
Heute Mi trocknet ein Zwischenhoch bei schwachem nördlichem Wind die Luftmasse zusehends ab. Zur Sonne kommen einige Quellwolken über dem Bergland.
Auch der  Do steht noch im Zeichen des spätsommerlichen Hochdruckeinflusses. Bei flacher Druckverteilung gelangt an der Vorderseite eines zur Iberischen Halbinsel abtropfenden Höhentroges labile Warmluft zu den Alpen. Vor allem über dem westlichen Bergland werden am Nachmittag die Quellwolken dichter. Einzelne Schauer sind nicht auszuschließen.
Am Fr legt sich eine zu einem Höhentief über der Nordsee gehörige Kaltfront aus W an die Alpen. Es wird unbeständig und vor allem nach W zu deutlich kühler und regnerisch.
Der Sa beginnt noch unbeständig, im Tagesverlauf setzt sich langsam Zwischenhocheinfluss durch und führt von W nach O zu einer Wetterbesserung.
Ab So kündigt sich für einige Tage eine spätsommerliche, antizyklonal geprägte Westlage, bei der nur schwache Störungsausläufer die Alpen streifen, an.

 

Synoptische Analyse:

Flache Druckverteilung und ein diffuses Strömungsmuster bestimmen den aktuellen Wettercharakter. Von 3 Höhentiefs in die Zange genommen (Balkan, Iberische Halbinsel, Seengebiet zwischen Island und Schottland) liegt  ein  schwacher Hochdruckkeil über dem Alpenraum und beendet den Einfluss des Balkantiefs auf den O Österreichs. An der Vorderseite des abtropfenden Höhentiefs über der Iberischen Halbinsel wird labile Warmluft nach N gesteuert. Das Tief über dem Nordatlantik wird durch eine Aufwölbung des Azorenhoch abgeschnürt und tropft in weiterer Folge zur Nordsee ab: 

 

Ein zum Nordseetief gehörige Kaltfront erreicht am Fr die Alpen, bleibt hier liegen und löst sich im Laufe des Sa nur langsam auf. Als Ursache ist ein Vorstoß der Frontalzone südlich von Grönland anzusehen, wodurch das Nordseetief „eingefangen“ wird und sich nicht weiter nach O verlagert. Stattdessen wird es mit der Frontalzone  in Richtung europäisches Nordmeer gesteuert und verliert seinen Einfluss auf ME:

 

Bis Sa nachmittags setzt sich vor allem im Bodenfeld hoher LD durch und leitet eine Wetterbesserung ein, die nach derzeitigen Modellsimulationen am So in den Ostalpen weitgehend freundliches Spätsommerwetter bringen wird:

 

Zu Wochenbeginn zeigt das Azorenhoch seine Stärke und dehnt sich bis zu den Westalpen aus. Die Ostalpen verbleiben an seiner Ostflanke noch in einer schwachen nördlichen Strömung, mit der um das Hoch herumgeführte Störungsausläufer mit Wolken einen stabilen Wettercharakter stören könnten. Details folgen in meiner Wochenprognose:

 

Was auffällt: langsam beginnt die Tropensturm-/Hurrikansaison am Atlantik. Ein erster Tropensturm (Florence)  könnte bis Mitte des Monats die nördliche Frontalzone erreichen und Dynamik ins Wettergeschehen bringen.

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