Der Zusammenbruch des Polarwirbels führt zu einem Vorstoß arktischer Luftmassen in Richtung Europa

Derzeit liegt ME zwischen einem blockierenden Hoch über Skandinavien und und einem Tiefdruckkomplex über dem NA in einer gradientenschwachen Zone mit Nebel in den Niederungen des O und teils sonnigen Verhältnissen auf den Bergen und im W.
An diesem Wettercharakter wird sich auch morgen Mo nichts ändern. Allerdings weitet sich der NA-Tiefdruckkomplex ins westl. Mittelmeer aus, sodass sich ab Di über den Ostalpen eine straffe Südföhnlage mit Stau entlang der Alpensüdseite, Sturm auf den Gipfeln der Zentralalpen und milder, trockener und wechselhafter Witterung an der föhnigen Alpennordseite einstellt. Am Do dürfte auch die hartnäckige und kühle Nebellage im östlichen Flachland zu Ende gehen.
Die Rückkehr zum derzeitigen Zirkulationsmuster mit über den Mittelmeerraum verlaufenden Jetstream lässt ab Fr einen ähnlichen Wettercharakter wie aktuell erwarten, allerdings bei milderen Temperaturen.

 

Hochspannung ins Wettergeschehen kommt am Beginn de zweiten Februardekade. In der Stratosphäre kündigt eine massive Störung des sPW (stratosphärischer Polarwirbel) durch ein Erwärmungsereignis an, das in weiterer Folge weitreichende Folgen auf das Wettergeschehen in der Troposphäre hat. U.U. kann sich daraus sogar ein MW (Major Warming) mit Windumkehr und Folgewirkungen bis weit ins Frühjahr entwickeln. Dies vorherzusagen würde beim aktuellen Stand des Ereignisses aber zu weit gehen und werde ich allenfalls zu einem späteren Zeitpunkt analysieren.

Aktuell weist der sPW eine gestreckte Form auf und wird von zwei stratosphärischen Hochdruckgebieten in die Zange genommen. Dieser Prozess setzt sich über die kommenden Woche fort und zeigt in einer Woche ansatzweise eine beginnende Teilung des sPW.

Diese Entwicklung und die Auswirkungen auf den tPW (troposphärischer Polarwirbel) sind im Vertikalschnitt des PW anschaulich dargestellt. Die beiden PW-Fragmente werden liegen auf der nordamerikanischen Seite und im Bereich der Barents-/Karasee::

 

Ein vollständiger PW-Split, der von der Stratosphäre bis in die Troposphäre reicht, soll sich noch vor Mitte des Monats vollziehen. Ein Grönlandhoch liegt zwischen den beiden PW-Fragmenten:

Quelle obiger Grafiken: stratobserve.com

 

Was bedeutet dies nun für die Wetterentwicklung im Alpenraum?

Ein Vordringen kalte Polarluft in der zweiten Februardekade in Teile Nordamerikas und nach (Nord-)Europa ist weitgehend abgesichert. In welchen Ausmaß diese Luftmassen ME und die Alpen erreichen ist zum derzeitigen Zeitpunkt noch spekulativ. Das oben erwähnte NA-Tief könnte mit einer vorderseitigen SW-Strömung dagegenhalten, sodass die arktischen Luftmassen nur in abgeschwächter Form bis zu den Ostalpen vordringen. Dass die zweite Februarwoche wieder deutlich kälter wird, als die bevorstehende Woche, ist allerdings sicher!

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