Perfekte Firnverhältnisse am Göller

Am Schneeberg verhinderte gestern lebhafter Wind trotz unbetrübter Sonneneinstrahlung ein Auffirnen der verharschten Schneeoberfläche. Fast windstille Verhältnisse und Sonne pur leisten heute Vormittag  vor dem Eintreffen dünner hoher Wolken bei meiner heutigen Schitour auf den Göller ganze Arbeit. Der Harschdeckel des festen Schneefundaments beginnt sonnseitig ab 10:00 leicht aufzufirnen und ermöglicht in den  südseitigen steilen Karen  ein traumhaftes Abfahrtsvergnügen, wie ich es  hier noch selten vorgefunden habe.

Mein erster Anstieg führt auf einem Rücken vom Lahnsattel auf den  Göllergipfel. 

Gleitschneemäuler in den flankierenden Karen mahnen zur Vorsicht bei der Abfahrt:

 

Am Gipfelplateau herrscht beste Fernsicht:

 

Das Gipfelkreuz ist wieder vom Raueis befreit. Im NW ist bereits der hohe Wolkenaufzug der nahenden Störung erkennbar. Über dem Donauraum liegt Nebel:

 

Die erste Abfahrt führt entlang eines Wechtengrates in die Scharte vor dem Kleinen Göller und weiter in das perfekt aufgefirnte südseiteige Kar (Karlgrube; Beitragsbild):

             

 

Rückblick vom Rastplatz in der frühlingshaft warmen Sonne:

 

Der Wiederanstieg erfolgt am orografisch rechten Rücken des Abfahrtskares:

             

 

Tiefblicke:

 

Kleiner Göller, Gippel, Hofalm, Schneeberg und Rax: 

 

Rax und Schneealpe:

 

Auch die zweite Abfahrt direkt vom Gipfel in die Südflanke lässt keine Wünsche offen:

2 Gedanken zu „Perfekte Firnverhältnisse am Göller“

  1. Hallo Franz,
    dieses Gleitschneemaul (lese ich zum ersten mal diesen Begriff), ist das so ein Schneebrett, das eine Lawine auslösen könnte? Sieht höchst bedrohlich aus! Zeigst Du diese Bilder auch der Rettungswacht? Sehr beeindruckend abenteuerliche Bilder, diese Welt liegt ja nicht weit von mir und doch ist sie unerreichbar.

    Deshalb danke für´s zeigen, ich schaue immer wieder mit Spannung hier herein.
    LG
    Anette

    1. Liebe Anette,
      „Gleitschneemaul“ ist ein gängiger Begriff bei der Lawinenbeurteilung. Es handelt sich dabei um Einrisse in der Zugzone der Schneedecke, wenn diese auf glatten steilen Oberflächen liegt (Wiesen oder glatte Felsbereiche). Gefährdungsbereiche von Gleitschneelawinen können durch Gleitschneemäuler gut erkannt werden. Die Bereiche darunter sind tunlichst zu meiden. Begünstigt werden Gleitschneelawinen, wenn der Boden warm eingeschneit wird oder Regenwasser in Grenzfläche von Boden und Schnee vordringt.
      Aktiv leite ich solche Beobachtungen nicht weiter. Ich weiß aber, dass Mitglieder der Lawinenkommission meine Website besuchen. Habe auch schon auf Anfrage Bildmaterial zur Verfügung gestellt.
      LG, Franz

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