Die turbulente und milde Westwetterlage hat nur kurze Pause

Die aktiv dynamische Westwetterlage der letzten Tage mündete nach frühlingshaften Temperaturen, starken Regenfällen mit lokalem Überflutungen und extremen Sturm in ein Winterintermezzo mit ergiebigen Schneefällen in den Nord- und nördlichen Zentralalpen, verbunden mit erhöhter Lawinengefahr.

Die Nordstaulage mit nennenswertem Neuschnee vom Arlberg bis in die NÖ Voralpen hält heute Mi an, ab morgen Do setzt sich bis inkl. Wochenende Hochdruckeinfluss  durch. Möglicherweise die Ruhe vor dem nächsten Sturm.

Morgen Do dauert die Zufuhr trockener Polarluft aus N noch an, ab Fr gesellen sich aus W – vor allem auf den Bergen – deutlich mildere Luftmassen zur Sonne. Das neuerlich überdurchschnittlich warme und recht sonnige Bergwetter dauert bis zum Wochenende an. Wolkenfelder oder Hochnebel können entlang des Alpenostrandes den sonnigen Wettercharakter etwas stören.

Prognostizierte Wetterentwicklung bis Mitte Februar anhand der Ensemblerechnungen von GFS für den Gitterpunkt „Oberes Triestingtal“: 

 

Synoptischer Überblick:

Hoher LD und WLA (Warmluftadvektion) herrschen am Wochenende im Ostalpenraum. Der Kern des Hochs verlagert sich dabei langsam nach O. Gleichzeitig nähert sich die atlantische Frontalzone mit einem markanten Gradientenfeld  zwischen einem Sturmtief bei Island und dem Azorenhoch dem europäischem Festland:

 

Bis Wochenbeginn setzt sich die zonale Zirkulation bis OE durch. Mit ihr treffen laufend Fronten mit Sturmpotential bis ME ein.  Die Ostalpen gelangen dabei in eine LMG (Luftmassengrenze), die polare, erwärmte Meeresluft von subpolarer Warmluft trennt. Ein Wetterabschnitt mit hoher Wetteraktivität und u.U. brisanten Wetterereignissen kündigt sich an:  

 

Aus der Karte mit den prognostizierten Temperaturen in ca. 1500m wird ersichtlich, dass sich die polaren Luftmassen auf dem langen Weg über den warmen Nordatlantik erwärmen und keine winterliche Kälte im Alpenraum zu erwarten ist: 

 

Der überaus kräftige und recht glatte Jetstream zwischen Neufundland und ME stützt die Fortdauer der Westdrift:

 

Auch wenn in weiterer Folge die atlantische Frontalzone zu leichten Schwingungen (nachfolgende exemplarische Karte für nächsten Do) neigt, bleibt die zonale Grundstruktur der Zirkulation erhalten:

 

Auf die Ursache bin ich in meiner letzten Wochenprognose eingegangen. Ein stark ausgeprägter PW(Polarwirbel) sowohl in der Stratosphäre als auch in der Troposphäre, bestimmt das eingeschwungene zonale Zirkulationsmuster (Erhaltungs-/Wiederholungsneigung), das weiterhin für einen milden turbulenten Wetterablauf mit einer Abfolge von milden, teils antizyklonalen Vorderseiten und kurzen kühleren zyklonalen Rückseiten sorgt.

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