Wochenprognose: Erhaltungsneigung stemmt sich gegen Umstellung der GWL

Ich habe in den letzten Jahren bei meinen Analysen des Outputs der Wettermodelle beobachtet, dass eingeschwungene Zirkulationsmuster mit langer Erhaltungsneigung, wie wir es derzeit seit Dezember haben,  mehrere Anläufe zu einer nachhaltigen Umstellung der GWL benötigen.  Es verwundert mich deshalb nicht, dass die Umstellung auf NW in der kommenden Woche nur ein Intermezzo ist.
 Das Wetter tümpelt  bis Wochenanfang weiter vor sich hin. Das makellose Hochdruckwetter ging zwar gestern zu Ende, eine Durchmischung der Grundschicht erfolgt jedoch erst im Laufe des Di, da es bei einer flachen Druckverteilung bleibt (siehe übernächste Karte). Im Alpenvorland und dem Flachland des O bleibt es in den nächsten Tagen daher weiterhin bei Nebel/Dunst und Temperaturen um oder knapp über dem  Gefrierpunkt. Oberhalb der Grundschicht wird die Sonne von höheren Wolkenfeldern, die an der Vorderseite eines Höhentiefs über der Iberischen Halbinsel an die Alpen gesteuert werden, teilweise verdeckt. NS mit einer Schneefallgrenze oberhalb 1000m gibt es heute Sa im S und morgen So eher im W;  in beiden Fällen nur  in homöopathischen Mengen. Zusätzlich wird heute Sa die Luft durch mitgeführten Saharastaub getrübt:

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Kein nachhaltiger Kaltlufteinbruch in Sicht, aber in die Stratosphäre kommt Bewegung

Der Jänner 2020 weist bis jetzt einen ähnlich hohen Temperaturüberschuss wie der Dezember 2019 auf. Betrachtet man das prognostizierte Druck- und Zirkulationsmuster für Mitteleuropa bis Ende des Monats (EZ, GFS, etc), so wird sich bis Ende Jänner daran wenig ändern, auch wenn es in geschützten Lagen in den nächsten Tagen inversionsbedingt winterlich kalt bleibt. Dies wird durch die milden Temperaturen in der Höhe mehr als kompensiert. Und wenn ein Kaltfrontausläufer in der Höhe Abkühlung bringt, so bewirkt dieser gleichzeitig in der Grundschicht eine Durchmischung mit Ausräumen der Kaltluftseen und Temperaturanstieg (maskierte Kaltfront).

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Mehr Schnee als erwartet im Oberen Triestingtal

Die Kaltfront am Sa brachte die erwarteten geringen NS-Mengen.  Mit der „maskierten“ Kaltfrontpassage wurde im Oberen Triestingstal der Kaltluftsee ausgeräumt, wodurch es zu mild für Schnee bis in die Niederungen war. Erst mit dem nachfolgenden Kaltluft-Höhentrog in der Nacht auf So sank die Schneefallgrenze bis ins Tal. Eine dünne Nassschneedecke konnte sich auf den Wiesen und Dächern ausbilden, in den höheren Lagen des Hocheck waren es  mehrere cm.
Der LD begann zu steigen und der Abschnürprozess des Troges durch den Vorstoß einen Atlantikkeils setzte ein. Soweit verlief bis gestern So früh alles wie vorhergesagt
Dann kam „Sand ins Getriebe“ und der Schneefall intensivierte sich tagsüber anstatt, wovon ich in meiner letzten Wochenprognose ausgegangen bin, nachzulassen.

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Wochenprognose: Nach Kaltfront-/Trogpassage neuerlich Hochdruckeinfluss

Die ungewöhnlich milden Temperaturen oberhalb der Grundschicht dauern heute Fr an. An der Vorderseite eines sich aus W annähernden Troges mit vorlaufender Kaltfront steilt die Strömung auf SSW-Richtung an. In Mittelgebirgslagen und Föhntälern der Alpennordseite wird es föhnig und mild, im Alpenvorland und dem Flachland bleibt es weiterhin bei der nebeligen Witterung mit unangenehm kühlem SO-Wind:

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Halbzeit des meteorologischen Winters (Rückblick und Ausblick)

Wie ein Fußballspiel hat auch der Winter zwei Hälften. Halbzeit ist heute und ich nutze dies zu einem Rückblick und einen kurzen spekulativen Ausblick auf eine hoffentlich interessantere und winterfreundlichere zweite Hälfte.

Zusammenfassend war die erste Winterhälfte österreichweit viel zu mild, zu trocken und damit auch im Gebirge schneearm. Die ausgeprägte Erhaltungsneigung  eines zonalem Zirkulationsmusters  mit einer häufig nördlich verlaufenden Frontalzone führte im Alpenraum zu einer Dominanz des antizyklonalen Einflusses (siehe weiter unten) mit Höhenwarmluft (Beitragsbild von gestern) und mit überdurchschnittlicher Sonnenscheindauer, vor allem über der inversionsanfälligen Grundschicht.

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Zu Inversion neigende Hochdruckdominanz bleibt erhalten

Der weiterhin unwinterliche Witterungsausblick am Ende meiner letzten Wochenprognose bestätigt sich auch in den Modellläufen der letzten Tage. Der antizyklonal geprägte Wettercharakte mit WSW/SW-licher Grundströmung (GWL SWa) setzt sich bis über die Mitte des Monats fort. Überdurchschnittlich milde Luft  dominiert  in höheren Lagen,  inversionsbedingte Kaltluftseen bleiben in windgeschützten Tal- und Beckenlagen vorherrschend. Schwache Frontausläufer der leicht mäandrierenden und über das nördlich ME verlaufende Frontalzone queren dabei die Alpen zeitweise mit Wolken und  vorübergehend zurückgehenden Temperaturen auf den Bergen.  Nennenswerter NS ist bis Mitte des Monats nicht zu erwarten.

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Wochenprognose: Milde WSW-Grundströmung mit Trog-Rückenmuster

Die ruhige und auf den Bergen milde Hochdruckphase dauert heute Fr noch an. Die angekündigte Wetteränderung macht sich durch Wolkenfelder bereits bemerkbar.
Der in meiner letzten Prognose/Analyse angekündigte polare Kaltluftvorstoß am Wochenende wird von einem Hochdruckkeil aus W bedrängt, erfolgt deshalb weiter im O und wird die Ostalpen nur in abgeschwächter Form beschäftigen (Beitragsbild). Auch die damit verbundene Nordstaulage wird nur mäßige Neuschneefälle vom Berchtegadenerland östwärts bewirken und bereits am So wieder zu Ende gehen. Im östlichen Flachland erwarte ich wechselhaftes und windiges Wetter ohne Frost und Schnee. Die Alpensüdseite bleibt nordföhnbedingt auf der sonnigen und trockenen Seite. 

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Jahresrückblick auf das Wetterjahr 2019 (Klimawandel in progress!)

2019 war in Österreich insgesamt das drittwärmste Jahr der Messgeschichte (1,6 K über dem klimatologischen Mittel 1981-2010). Die 14 wärmsten Jahre der über 250-jährigen Messgeschichte liegen alle in der jüngeren Vergangenheit: 2018, 2014, 2019, 2015, 1994, 2007, 2016, 2000, 2002, 2008, 2017, 2011, 2012, 2009 (Quelle ZAMG).
Ein untrügliches Indiz für den fortschreitenden Klimawandel (=anthropogen verursachte globale Erwärmung). Dieser vom Menschen verursachte und in Gang gesetzte Prozess ist irreversibel, wird durch noch schwer einzusschätzende positive Rückkopplungen (Kippelemente) verstärkt und kann nur durch rasches Gegensteuern verlangsamt und abgemildert werden. Dies ist „state of the art“ in der unabhängigen Wissenschaft. Auch wenn alle Klimaschutzmaßnahmen, die jetzt gesetzt werden, erst späteren Generationen zu Guten kommen, ist rasches Handeln – sowohl bei jedem einzelnen, als auch in der Politik – erforderlich. Noch in diesem Jahrhundert sind mit Ignoranz die schlimmsten Auswirkungen auf das Klima mit nicht abschätzbaren Konsequenzen auf Ökosysteme und die Menschheit zu befürchten.

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