Wochenprognose: Winterlich mit Schnee bis ins Flachland

Das Zusammentreffen einer schwachen Störungen eines Mittelmeertiefs mit einer atlantischen Kaltfront brachte vergangene Nacht verbreitet leichten Schneefall, der derzeit (07:00) teilweise noch anhält. Dieser klingt im Tagesverlauf des heutigen So ab. Ein Zwischenhoch gepaart mit einfließender trockenerer Luft aus N führt ab dem Nachmittag zu  Wolkenauflockerungen und nachtsüber zu Wolkenauflösung. Die feuchte Grundschicht bleibt nebelanfällig.
Der morgige Montag steht im Zeichen des sich abschwächenden Zwischenhochs mit aufkommendem Föhn an der Vorderseite eines entstehenden Italientiefs. Recht sonnig wird es an der Alpennordseite, mit Nebel ist im Flachland des Ostens zu rechnen, Wolkenaufzug erfolgt südlich der Alpen.
Ab Di liegen die Ostalpen für einige Tage im Einfluss eines Mittelmeertiefs. Gleichzeitig  setzt an der SO-Flanke eines Skandinavienhochs im Gradientenfeld zum Mittelmeertief aus NO die Zufuhr trockener und mäßig kalter Kontinentalluft ein. Es muss bis in tiefe Lagen mit leichtem Dauerfrost gerechnet werden. Während im O und SO immer wieder mit leichtem bis mäßigem Schneefall zu rechnen ist, bleibt es nach W zu eher trocken und dort besteht vor allem auf den Bergen in der zweiten Wochenhälfte Chance auf etwas Sonne. 

Bis Fr dürfte die beschriebene Entwicklung recht abgesichert sein. Die „Mildrechnungen“ der letzten Tage sind aus den Modellsimulationen verschwunden.

Mit der großräumigen Winddrehung an der SO-Flanke des Skandinavienhochs zu Wochenbeginn auf NO wird auch arktische Kontinentalluft aus dem Bereich des Ural angezapft und langsam in Richtung nördliches ME gelenkt. Am kommenden Wochenende bedeckt ein arktischer Kaltluftkörper mit-20° C in 1500m große Teile Skandinaviens und des Baltikums mit Ausbreitungstendenz zu den Alpen (siehe weiter unten in der synoptische Analyse). Ich gehe davon aus, dass auch in den Ostalpen zu einem ungewöhnlich späten Zeitpunkt hochwinterliche Tage bevorstehen.
Details in den nächsten Tagen!

 

Synoptische Analyse:

Am Di entsteht über dem zentralen Mittelmeerraum ein Tiefdruckgebiet, das von S die Ostalpen beeinflusst:

18.02.2018.gfs-0-60

 

Der zyklonale Einfluss des ortsfesten Mittelmeertiefs auf die Ostalpen  mit zeitweiligem Schneefall bleibt bis in die zweite Wochenhälfte bestehen. Gleichzeitig dehnt sich der hohe LD vom europäischen Nordmeer/Skandinavien bis ins europäische Polarmeer aus, wodurch an seiner Südflanke  immer kältere Kontinentalluft bis Polen/D gesteuert wird:

18.02.2018.gfs-0-108

 

Am kommenden Sa, dem Beginn des nächsten Wochenendes, hat sich an dieser hochwinterlichen GWL nichts Wesentliches geändert. Tiefes Geopotential mit hochreichender Kaltluft und mehreren Tiefdruckkernen bedeckt große Teile N- und Zentraleuropas. Über den Alpen trifft die kalte Luftmasse auf feuchte und mildere Mittelmeerluft. Weitere Schneefälle sind zu erwarten:

18.02.2018.gfs-0-156

 

Zeitgleiche Temperaturverteilung auf der 850hPa-Fläche (ca. 1500m):

18.02.2018.gfs-1-156

 

Das Warming in der Stratosphäre hat seinen Höhepunkt erreicht und bereits überschritten:

18.02.2018.gfsnh-10-6

 

Die Zonalwindumkehr bleibt bestehen und wird in weiterer Folge über die tieferen Schichten der Stratosphäre auf die Troposphäre und damit die Wetterküche Einfluss nehmen:

18.02.2018.zonalwind strat

Quelle: University at Albany

 

Eindrucksvoll wird die Wirkung des Stratosphärenwarmings auf die Troposphäre von der nordatlantischen und arktischen Oszillation gespiegelt. Beide Indizes stürzen in der Ensemblerechnung von GFS ins Negative, was auf eine massive Störung des Polarwirbels und der nordhemisphärischen  Zirkulation ab der kommenden Woche hinweist. Dies ist eine typische Reaktion in der Troposphäre nach einem Major Warming mit Zonalwindumkehr in der Stratosphäre: 

18.02.2018.naoi

18.02.2018.aoi

 

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