Schneeberg: Wilde Krumme Ries

Das heutige Zwischenhoch passts  ideal in meinen Zeitplan, um im heurigen Winter erstmals die Krumme Ries zu befahren. Wegen des erwarteten starken SO-Windes ab dem späteren Vormittag wähle ich den Fadensteig als schnellste Anstiegsmöglichkeit von Losenheim. Knapp nach 10:00 fahre ich vom Kaiserstein über die Hausries zur Einfahrt der Wilden Krumme Ries, direkt  beim Ausstieg vom Bürklesteig. Nach einer Prüfung des Schneedeckenaufbaus entscheide ich mich für eine Abfahrt durch die schmale steile Rinne zu einem schmalen Felstor, hinter dem sich das breite und im oberen Teil noch sonnenbeschienene Kar der Krummen Ries entfaltet.

Üblicherweise entscheide ich mich für diese Abfahrt bei Firnverhältnissen, so wie etwa im vergangenen Winter: link

Dass ich heute keinen Firn antreffe, war mir bewußt. Die dünne frische Triebschneeschicht weist eine überraschend gute Bindung mit dem alten kompakten Schneefundament auf und ermöglicht eine stressfreie und kräfteschonende Abfahrt. Erst im schattigen Auslauf des Kares beginnt der Kampf mit glatten Harschflächen  🙁

 

Anstieg Fadensteig:

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Bereits um 08:00 im mittleren Teil des Fadensteigs zeigen sich erste Schneefahnen an windexponierten Felsgraten:

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Am Plateau weht mir böiger, zeitweise sogar stürmischer eisiger Wind entgegen. Trotzdem gelingen mir nach mehrmaliger Reinigung der Linse vom Schnee einige Fotos während des Anstiegs:

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Breite Ries vom Kaiserstein mit einem Abfahrer:

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Ich orientiere mich nach Osten, wo  der Wind anscheinend eine „Mittagspause“ einlegt………………….

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…………………und ziehe meine Schwünge durch das unverspurte Grabensystem der Hausries bei  griffigem Pulverschnee bis zur Einfahrt in die Krumme Ries:

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Hier gehts runter 🙂
Ich entscheide mich, den sperrenden Felsen links zu umfahren, da dort der Schnee dank Sonne etwas weicher ist:

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Die steilsten Stellen lassen sich seitwärts auf den Schiern abrutschen. Die Steigeisen bleiben im Rucksack:

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Tiefblick ins Kar und Rückblick auf den oberen Teil der Abfahrt:

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Flankiert von  Schneefahnen genieße ich eine perfekte Abfahrt durch lockeren und nur leicht windbehandelten Pulverschnee im besonnten Teil der Krumme Ries:

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Der untere Teil des Kares liegt im Schatten des Gamsgartlgrates:

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Blick zurück in das eindruckvolle und – im Gegensatz zur Breiten Ries – einsame Kar der Krummen Ries:

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2 Gedanken zu „Schneeberg: Wilde Krumme Ries“

  1. Lieber Franz,

    lange und intensiv lasse ich diese hochalpinen Resonanzen beim Betrachten der Bilder auf mich wirken, auch wenn dies nicht vergleichbar ist, mit einem unmittelbaren Erleben an diesen Orten selbst, spürt man doch die Kraft die sie ausstrahlen. Zunächst kommt einem der Gedanke, wie verrückt doch einer sein muss, sich diesen Gefahren auszusetzen, doch diese Power der Berge ergreift einen jeden – und wer auch immer die Ausrüstung und Möglichkeit dazu hat sich die Abhänge hinunterzustürzen muss es machen! So nach dem Motto: hier stehe ich, ich kann nicht anders!
    Dieses Hineinstürzen in den Rausch einer Abfahrt muss wie eine Antwort auf die Kraft der Berge sein, die sich auf diese Weise entläd, bis man unten angekommen ist – Könnten die Berge sich in Bewegung ausdrücken, wären sie ein Alpinist, der entweder klettert oder sich mit seinen Board oder Skieern die Hänge runterstürzt – betrunken vom Glück seines lebendig kraftvollen Daseins – ich spüre das bei diesen Bildern – ich glaube, Berge und Höhen können einen den Verstand nehmen.

    Allzeit gute Abfahrt wünscht Anette

    1. Liebe Anette,

      vielen Dank für deine einfühlsamen Kommentare!

      Die Sicht von außen ist natürlich immer etwas anders, als meine eigene oder die eines Menschen mit demselben Hobby. Was von außen „verrückt“ wirkt, ist für mich pures Vergnügen! Natürlich müssen für dieses Tun Voraussetzungen erfüllt sein. Bei mir ist es die Liebe zur Natur, Leidenschaft für die Berge, ein Quäntchen Abenteuerlust und, was in meinen Fotosequenzen kaum zum Ausdruck kommt: Leidensfähigkeit.
      Oft sind die äußeren Bedingungen durch das Wetter derart fordernd, dass die gesamte Konzentration für die sichere und kontrollierte Fortsetzung der Tour aufgeht. Ich denke, als ehemalige Wetterbeobachterin weißt du, was ich meine. Da denke ich nicht mehr ans Fotografieren. Aber ich bin ein Mensch, der mit jedem Wetter umgehen kann und scheue solche Situationen nicht. Unterm Strich ist die Energiebilanz bei meinem Hobby positiv. Und die Erinnerung, das „Paradies, aus dem man nicht vertrieben werden kann“ ist etwas Bleibendes, von dem man immer wieder zehren kann.

      LG, Franz

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