Jahresrückblick auf das Wetterjahr 2020 (global, regional, lokal)

Dass sich der anthropogen verursachte Klimawandel in einem Teufelskreis befindet, hat das Jahr 2020 wieder deutlich gezeigt.  Unbeeindruckt von der durch die Covid19-Krise reduzierten CO2-Ausstoß stieg er Gehalt des langlebigen Treibhausgases in der Atmosphäre weiter an, obwohl  der weitweite Ausstoß von Kohlendioxid aus Verbrennung von Kohle, Öl und Gas 2020  um sieben Prozent im Vergleich zu 2019 zurückgegangen ist.  Im Jahresmittel wird der Gehalt langlebiger Treibhausgase in der Atmosphäre voraussichtlich den neuen Rekordwert von 412 ppm (parts per million) erreichen. 
Die globale Erwärmung setzt sich somit trotz „angezogener Handbremse “ fort. Die WMO (World Meteorologic Organization) geht davon aus, dass 2020 eines der drei wärmsten Jahre seit Beginn der Aufzeichnungen wird.

 

Zitate aus dem WMO-Bericht von Dezember 2020:

2011-2020 wird das wärmste Jahrzehnt seit Beginn der Aufzeichnungen sein, mit den wärmsten sechs Jahren seit 2015.“

„Rekordwarme Jahre fielen in der Regel mit einem starken El-Nio-Ereignis zusammen, wie es 2016 der Fall war. Wir erleben jetzt eine La Nia, die eine abkühlende Wirkung auf die globalen Temperaturen hat, aber nicht ausgereicht hat, um den globalen Temperaturanstieg zu bremsen. Trotz der aktuellen La-Nia-Bedingungen ist dieses Jahr  vergleichbar mit dem bisherigen Rekord von 2016″

 

 

Auch der geringere Energieeintrag in die Atmosphäre durch die derzeit geringe Sonnenaktivität am Beginn des Solarzyklus 25 wird vom der gloabalen Erwärmung überlagert und hat keine messbare temperaturmindernde Auswirkung.

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Sowohl global als auch regional geht somit die Rekordjagd weiter.

 

Zitat aus der der vorläufigen Jahresbilanz der ZAMG für Österreich:

2020 war sehr warm, nass und sonnig;
auf den Bergen wärmstes Jahr der Messgeschichte, im Tiefland fünftwärmstes Jahr. Außerdem eines der 25 niederschlagsreichsten und eines der zehn sonnigsten Jahre seit Messbeginn.“

 

Temperaturentwicklung in den Niederungen von Österreich:

 

 

Temperaturentwicklung auf Österreichs Bergen:

 

 

 

Die zwei folgenden Grafiken zeigen die Temperatur- und NS Abweichung Österreichs im Jahr 2020 vom Klimamittel 1981-2010 : 

 

 

 

(Bildquellen ZAMG)

 

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Messwerte und Jahresüberblick über Temperatur und Niederschlag an meiner Messstation in Thenneberg:

 

Höchsttemperatur: +34,8° C am 28.07.2020
Tiefsttemperatur: -8,9° C am 02.01.2020
Jahresniederschlag:  knapp über 1000mm

Temperatur- (Maximum, Mittel, Minimum) und NS-Verlauf an meiner Messstation in Thenneberg:

 

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Abschließend folgt mit ein paar repräsentativen Bildern aus diversen Beiträgen meine  persönliche Rückschau auf das abgelaufene Wetterjahr 2020.

Der Winter in den Monaten Jänner/Februar 2020 war ein Totalausfall. Im Oberen Triestingtal durfte die Schneeschaufel das erstemal in meinem Leben in dieser Zeit im Keller bleiben. Auch die Schi kamen 2020 nicht zum Einsatz  🙁

Viel zu mild und hochdrucklastig verlief der Jänner, stürmische und milde Westwetterlagen mit viel Regen prägten den Februar:

 

Es folgte ein hochdruckgeprägtes außergewöhnlich trockenes Frühjahr :

 

Erst in der zweiten Maihälfte stellte sich die GWL um. Ein NS-reicher Juni kompensierte das NS-Defizit, die Landwirtschaft konnte durchatmen.

Der Sommer wartete insgesamt mit einem typisch mitteleuropäischen wechselhaften Wettercharakter und leicht überdurchschnittlichen Temperaturen auf. Es gab keine längeren zusammenhängende Schönwetterperioden. Mit entsprechender Planung ließen sich aber mehrtägige Unternehmungen in den Bergen realisieren:

 

Der September, der erste Monat des meteorologischen Herbstes,  verlief noch weitgehend sommerlich, lud zu ausgedehnten Wanderungen in den Alpen ein ……………… 

 

……………… und verabschiedete sich mit einem frühen und kurzen Wintereinbruch am Schneeberg:

            

 

Es folgte ein recht nasser und trüber Oktober mit ungewöhnlich heftigen Schneefällen auf den Bergen von NÖ. Die 70cm Neuschnee auf der Reisalpe und die hochwinterliche arktische Szenerie auf dem Schneeberg hätte besser zum Dezember gepasst. Der Goldene Oktober entfaltete sich erst am Monatsende:

 

Beständige – auf den Bergen (bezogen auf das Obere Triestingtal das 1037m hohe Hocheck) milde, in den Niederungen nebelig kühle – Hochdruck-/Inversionslagen prägten den November:

 

Während der Dezember, der erste Monat des meteorologischen Winters, südlich der Alpen mit Schneerekorden aufwartete, war es nördlich der Alpen recht trocken und oft föhnig, im Alpenvorland und dem östlichen Flachland dominierten weiterhin Inversionslagen:

7 Gedanken zu „Jahresrückblick auf das Wetterjahr 2020 (global, regional, lokal)“

  1. Vielen Dank für die beste Wetterseite im Web. Immer unaufgeregt, sachlich, kompetent und mit super Fotos.
    Aber einen Punkt sehe ich anders. Der Klimawandel ist zwar durch den Menschen beeinflusst, aber nicht CO2, sondern Verwüstung (sprich Abholzung) der Tropen, Städte und Strassenbau, Flugverkehr spielen da eine viel größere Rolle. Jeder kennt z.B. den Temperaturunterschied zwischen einem Wald und einem heissen Parkplatz.
    Die Luft hat das Problem, dass sie die aufgenommene Wärme nicht mehr abgeben kann. Sie steigt einfach auf, kühlt dabei ab, aber verliert keine Energie dadurch. Wenn sie absinkt, hat sie wieder dieselbe Temperatur wie zuvor.
    Wie verliert die Luft die aufgenommene Energie (Wärme)? Sie kann sie nur durch Strahlung von Treibhausgasen wie Wasserdampf und CO2 abgeben. Ohne diese Treibhausgase würde sie sich immer mehr aufheizen, bis der Erdboden und die Wolken alleine die gesamte Energieabstrahlung übernehmen würden.
    P.S: In den Ozeanen ist 99,…% der gesamten Wäremeenergie gespeichert.
    Für Interessierte:
    http://ke-research.de/downloads/klimaretter-1-3.pdf

    1. Lieber Franz,
      auch von mir vielen Dank für Dein Geleit durch das Wetter- und Bergjahr und alles Gute für 2021!

      Lieber Jürgen,
      Sie merken schon, dass Sie da versuchen, einen wissenschaftlichen Konsens aus den Angeln zu heben, der von Zig-Tausend Wissenschaftern weltweit über Jahrzehnte zweifelsfrei etabliert wurde? Das ist ungefähr so, wie wenn Sie von Hunderten Ärzten die Diagnose Lungenkrebs durch Rauchen bekommen und dann sagen, stimmt nicht, das kommt vom Tee trinken. Eine Zeit lang leben Sie damit besser weil sie weiter rauchen werden – dann kommt das böse Erwachen. Schade, dass wir heute die beste Wissenschaft aller Zeiten haben, die dann einfach so ignoriert bzw. verdreht wird …

      lg Reinhard

      1. Lieber Reinhard,
        dein Kommentar hat sich mit meinem zeitlich überlappt. Jedenfalls habe ich deinen erst jetzt gesehen. Dem ist nichts hinzuzufügen.
        Auch dir wünsche ich ein gutes Jahr 2021 und der verbleibende Winter möge noch zahlreiche Schitouren ermöglichen, ohne nach Kärnten oder Osttirol fahren zu müssen.
        LG, Franz

      2. Hallo,

        gute Replik, die ich leider ganz unterschreiben kann. Ich wollte mich an dieser Stelle auch für die tolle Wetterseite bedanken, die echt eine Bereicherung unter ihresgleichen darstellt. Noch dazu die tollen Fotos…. Kompliment!
        Ist ein schönes Hobby: Wetter und Fotografie.
        Weiter so! Bleibe der Seite treu

    2. Jürgen, danke für das positive feedback zu meiner Wetterseite und deinen Beitrag! Ich gebe dir Recht, dass CO2 nicht der einzige Verursacher der globalen Erwärmung ist. Aber es herrscht wissenschaftlicher Konsens, dass der anthropogen verursachte CO2-Eintrag in die Atmosphäre der wesentliche Treiber des Klimawandels ist. Methan, Lachgas zähle ich auch zu den langlebigen Treihausgasen. Natürlich spielt das „Abfackeln“ der tropischen Wälder, die exzessive Flächennutzung durch die Landwirtschaft, Tierhaltung, Rückkopplungsprozesse etc. auch eine wesentliche Rolle. Das auszudiskutieren, würde hier den Rahmen sprengen. Ich habe dazu mit einem Kollegen aus OÖ vor im Herbst 2019 einen Vortrag vor ZAMG-Meteorologen in Linz gehalten.
      Klimaskeptiker hat es immer gegeben und wird es immer geben. Ich kenne auch COVID-19 Leugner 😉 .
      Den Artikel, den du verlinkt hast, habe ich überflogen. Der ist sicher wissenschaftlich schon zig-Mal widerlegt worden und würde keinem universitären Peer-review standhalten. Verstehe mich bitte nicht falsch, das ist jetzt kein Angriff gegen dich, sondern ausschließlich auf den Inhalt des Artikels bezogen aufgrund meiner Überzeugung als Hobymeteorologe. Es ist dein gutes Recht, eine andere Weltanschauung vom Klima zu haben.
      LG, Franz

      1. Hier muss ich dir widersprechen. Es ist kein gutes Recht, eine „andere Weltanschauung vom Klima“ zu haben. Denn dabei handelt es sich nicht um Fakten. Fakten kann man nicht wegdiskutieren. Sie sind so, wie sie sind. Wenn am Ende dieses Kommentarfelds die Rechnung „6+6“ zu lösen ist, um den Kommentar freizuschalten, wird die Website nur 12 als Ergebnis akzeptieren. Weil es Fakt ist.
        Vertauschen wir nicht Fakt und Meinung. Die Meinung kann lauten: „Wurscht, machen wir weiter mit dem CO2-Ausstoß“. Aber „Es gibt keine Erwärmung durch den Treibhauseffekt“ ist keine Meinung.
        Sondern schlicht falsch.
        sorry. Ist so.

        1. Lieber Pierre, inhaltlich absolut d´acccord! Es ist aber nicht meine Art, bei „Andersdenkenden“ mit der „Baggerschaufel“ zu kommen. Wenn ich auf solche Menschen treffe, was immer wieder vorkommt, versuche ich einen sachlichen Diskurs zu führen und auf die wissenschaftlichen Fakten hinzuweisen. Dies würde hier den Rahmen sprengen.
          Gruß, Franz

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