Ein kräftiger Rücken mit zunehmend stabilerer Luftschichtung bestimmt bis zum Wochenendes das Wettergeschehen im Alpenraum. Er wird von WLA (Warmluftadvektion) an der Vorderseite eines Cutoff´s vor der europäischen Atlantikküste gestützt. Tiefdruckgebiete im W und O bleiben auf Distanz. Damit ist auch der in meinem letzten Analysebeitrag erwähnte Zustrom kühlerer Kontinentalluft im O Österreichs vom Tisch!
Bei gradientenschwachen Verhältnissen wird es mit der hoch stehenden Sonne im gesamten Ostalpenraum von Tag zu Tag noch heißer, aber mit Abtrocknung der Luftmasse zumindest vorübergehend weniger schwül!
Im östl. Flachland sind am Wochenende Tmax bis 40°C zu befürchten, in den Ballungszentren bleibt es bei Tropennächten und damit hoher Wärmebelastung, die Nullgradgrenze steigt gegen 5000m. Junirekorde werden zu einer Anpassung der Statistik führen. Nennenswerte Quellwolken konzentrieren sich in den kommenden Tagen aufs Bergland, im Flachland setzt sich ungetrübter Sonnenschein durch. Die Schauer- und Gewitterneigung im W und S ist zunächst gering, steigt aber am Wochenende mit orografischer Unterstützung deutlich an.
Exemplarisch die simulierte Geopotential-/Druckstruktur für morgen Do vom aktuellen GFS-Modelllauf:
Eine Wetteränderung mit – zumindest vorübergehenden – Temperaturrückgang auf hohem Niveau ist in der kommenden Woche zu erwarten. Die atlantische Frontalzone fängt das oben erwähnte Höhentief ein und drängt den Höhenrücken nach O ab. Zwischen einem atlantischen Höhentrog und dem Höhenrücken stellt sich im Alpenraum eine SW-Strömung ein. Es bleibt bei zurückgehender Temperatur weiterhin hochsommerlich warm. In der energiereichen Luftmasse besteht erhöhte Schauer- und Gewitterneigung mit dem Potential für Unwetter:
Zur kommenden Wochenmitte „zerbröselt“ der atlantische Höhentrog mit Abtropftendenzen ins Mittelmeer, gleichzeitig schiebt sich ein Keil des Azorenhoch bis zu den Alpen. Dieser könnte in weiterer Folge für eine neuerliche Hitzeepisode sorgen, dies ist aber aus heutiger Sicht noch unsicher.
