Hochdruckeinfluss und einsetzende Zufuhr sehr warmer Luftmassen aus nordafrikanischen Gefilden inkl. Saharastaub bewirken ein wahrscheinlich letztes und kurzes Aufbäumen des Hochsommers. Dabei überwiegt heute Do verbreitet sonniges Wetter mit Quellungen nachmittags in labilerer Luftmasse über dem Alpenhauptkamm und südl. davon:
Kräftiger Südföhn über den Ostalpen verzögert die Verlagerung der angekündigten Kaltfront nach O. Von Unterkärnten entlang des Alpenostrandes bis ins Weinviertel bleibt der Fr weitgehend sonnig und hochsommerlich heiß. Im W steigt im Laufe des Nachmittags an der Vorderseite der Kaltfront die Schauer- und Gewitterneigung. Die Front quert in der Nacht zum Sa mit Zerfallserscheinungen die Ostalpen. Dabei erfolgt mit auffrischendem Westwind ein Luftmassenwechsel. Im äußersten O bleibt es voraussichtlich trocken. Am Sa setzt sich nach Auflösung von Restwolken in der eingeflossenen, spätsommerlich warmen und stabileren Luft rasch die Sonne durch.
Zwischenhocheinfluss stellt sich am So ein:
Ab Mo wird wechselhaftes spätsommerliches Westwindwetter mit Frontalzone über ME wetterbestimmend. Im Ostalpenraum wechseln Tage mit Zwischenhoch (, GWL Wa, So) und Tage mit Front-/Trogpassagen (GWL Wz, Di auf Mi). Da die advehierte Luft vom überdurchschnittlich warmen NA kommt, bleibt das Temperaturniveau leicht erhöht:
Abgesehen von Phasenverschiebungen wird die GWL modellübergreifend (GFS, IFS) ähnlich simuliert. Tendenziell erfolt im erweiterten Mittelfristzeitraum eine neuerliche Aufwölbung eines Rückens vom Mittelmeerraum.


ein letztes, allerletztes und jetzt aber wirklich aller-aller-letztes Aufbäumen des Hochsommers 😛
Ausschließen kann man natürlich nicht, dass auch im September nochmals ein Schwall Saharaluft bis in den Alpenraum gelangt. Aber dann sind die Auswirkungen durch die bereits kürzeren Tage und der reduzierten Stärke der Sonnenstrahlung deutlich vermindert. Nach dem Hitzesommer werden uns aber auch im September überdurchschnittliche Temperaturen begleiten.
LG, Franz
Hallo Franz, ich kann mir gut vorstellen, dass dieses Zirkulationsmuster uns wohl über den Winter erhalten bleiben könnte, wie siehst du das?
LG von Anette
Liebe Anette,
ich erwarte im bevorstehenden Herbst und kommenden Winter häufige W/SW-geprägte Zirkulationsmuster. Alles andere als ein weiterer Mildwinter mit Schneearmut in Regionen unterhalb 1500m-2000- würde mich überraschen. Meine Einschätzung beruht u. a. auf den erwarteten „Super-El-Nino“, der sowohl von EZ, als auch von NOAA und anderen universitären Meteoplattformen vorhergesagt. Es gibt zwar keine direkten Auswirkungen auf EU, aber den letzten starken El-Nino Ereignissen 1982, 1997, 2015 folgten durchwegs sehr milde Winter und ein Schub beim Anstieg der globalen Mitteltemperatur. Ich habe dazu vor ca. 10 Jahren einen Vortrag auf der Hohen Warte gehalten.
Für einen Mildwinter sprechen auch die aktuell extrem hohen Meerestemperaturen und die QBO, die sich zu Winterbeginn in in der Westphase befindet, was wiederum für einen starken PW und Westwindwetter spricht.
Natürlich gibt es noch weitere Einflussfaktoren (z. B. Entwicklung des arktischen Eises und der sibirischen Schneedecke), die die winterliche Zirkulation mit beeinflussen. Für deren Berücksichtigung muss man noch ein paar Monate warten.
LG, Franz