Wie wird das Wetter zu Ostern 2015 ?

Noch zwei Wochen bis Ostern und immer wieder die Frage nach dem zu erwartenden Wetter.

Den Wetterablauf so lange im Voraus kann kein Meteorologe genau vorhersagen, kein Wettermodell exakt berechnen.  Die Unsicherheiten einer Wettervorhersage nehmen im Verlauf des Mittelfristzeitraumes (4 bis 9 Tage) kontinuierlich zu. Die Treffsicherheit für 14-Tage Vorhersagen, wie sie von einigen Computermodellen in Diagrammen und symbolischen Bildern für die Parameter Wolken, Sonne, Niederschlag und  Temperatur angeboten werden, entsprechen nach meiner Wahrnehmung nicht mehr als einem „Zufallsergebnis“.

Sind allerdings im  Mittelfristzeitraum anhaltende stabile Druckkonstellationen  erkennbar, kann der Synoptiker durchaus einen Trend für die wahrscheinlich herrschende Großwetterlage in der ferneren Zukunft von 14 Tagen erkennen.

Zusammefassend für Euopa bin ich zu folgender Einschätzung für Ostern 2015  gekommen:

– Hochdruck mit viel Sonne und milden Temperaturen von der iberischen Halbisel is ins westliche Mittelmeer;
– niederschlagsanfällig und kühl in Osteuropa und dem östlichen Mittelmeerraum;
– Tiefdrucktätigkeit und Schlechtwetter in Skandinavien;
– wechselhaftes eher kühles W- bis NW-Wetter mit Frontdurchgängen  in den Alpen und Mitteleuropa.

Meine Einschätzung basiert auf der Analyse der letzten Modellläufe und ich möchte sie nachfolgend  exemplarisch anhand des heutigen GFS-Morgenlaufes erklären.

 

Die großräumige Druckverteilung in der kommenden Woche ist geprägt von zwei Antizyklonen:  dem Azorenhoch und einem Kontinentalhoch. Versuche des Azorenhochs mit einem Keilvorstoß eine Brücke zu bilden werden an der schwächsten Stelle, über Zentraleuropa, durch  einen Trogvorstoß ins Mittelmeer, den ich in meiner gestrigen Analyse behandelt habe,  zunichte gemacht:

22.03.2015.gfsnh-0-108

 

Am Palmsonntagswochenende (linke Karte) verläuft zwischen einem kräftigen Atlantiktiefkomplex bei Grönland und dem Azorenhoch eine kräftige glatte Frontalzone, die in weiterer Folge bis zum Beginn der Karwoche die Blockadewirkung des Kontinentalhoch bricht und bis ME vorstößt (rechte Karte):

22.03.2015.gfsnh-0-156——————-22.03.2015.gfsnh-0-228

 

Dabei verlagert sich das nordatlantische Tiefdrucksystem nach Skandinavien und steuert an seiner Rückseite polare Luftmassen über NO-Kanada auf den Atlantik:

22.03.2015.gfsnh-1-228

Beim Zusammentreffen mit den dort lagernden wärmeren Luft kommt es fortlaufend zu Zyklogenese, wodurch die Dynamik des Atlantiks mit Westwindwetter und kühlen niederschlagsanfälligen Verhältnissen bis ME und den östlichen Mittelmeerraum aufrecht gehalten wird:

22.03.2015.gfsnh-0-348——————-22.03.2015.gfsnh-1-348

 

Wie wahrscheinlich Eintrittswahrscheinlichkeit dieser Entwicklung?

Nach dem amerikanischen Modell GFS recht hoch, da auch die nordatlantische Oszillation den Höhepunkt einer kurzen Meridionalisierung gerade überschreitet und dann einen deutlichen Anstieg des NAO-Index aufweist; ein starkes Indiz für Westwindwetter:

22.03.2015.nao

Vergleicht man GFS mit dem europäischem Modell EZ, so besteht durchaus Übereinstimmung in der großräumigen Entwicklung und der zunehmender Zonalisierung über dem Atlantik. Ein kleiner Unterschied und damit Hoffnungsschimmer für unser Osterwetter besteht in der simulierten Berechung der Position des Azorenhochs, die bei EZ weiter nördlich liegt.
Nach dem Prinzip „kleine Ursache, große Wirkung“ würde dies maßgeblich den Wettercharakter zu Ostern beeinflussen. Ein damit verbundenes Abdrängen der Frontalzone nach Norden, könnte bei uns eine antizyklonale NW-Lage bewirken und die Fronten weiter im Osten nach Süden lenken.

2 Gedanken zu „Wie wird das Wetter zu Ostern 2015 ?“

  1. Hallo! Ist das Bärlauch am Hocheck ? – schönes Bild. Nicht mehr diese harschen Winterbedingungen. Ich gestehe, diesen Winter habe ich mich 2x am Hocheck gefürchtet, davon 1x sogar umgedreht oben am Kamm. Wie in einer anderen Welt. Der Wind und die Schneeverwehungen waren so arg, dass ich fast die Orientierung verloren hätte. Die Spuren für den Rückweg waren dann auch schon weg. Und unten beim Auto wieder alles friedlich eitle Wonne. – So richtige Aha-Erlebnisse. Respekt vor der Natur !

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