12.06.2014, 07:00 „Vorhang zu“ für die erste Hitzewelle dieses Sommers

Die Pfingsthitzewelle hat sich an die Prognosen gehalten. Österreichweit gab´s mehrere Tage über 30° bis 35°, ungewöhnlich für die erste  Junidekade. Dank niedriger Taupunkte war die Luftmasse recht trocken und erträglich.  Auch die Gewittertätigkeit blieb gering, was den Landwirten einen stressfreien Futterschnitt und den Rosen eine prächtige Entwicklung ermöglichte:

2014-06-11 10.09.44-1

Der Höhepunkt wurde Di/Mi überschritten. Nach vereinzelten nächtlichen Gewittern beginnt der heutige Tag dunstig und mit einigen Restwolken. Der Vormittag sollte vor allem im Osten und Süden noch recht sonnig und mit knapp 30° heiß werden.  Durch die erfolgte Anfeuchtung wird sich das unangenehm schwül anfühlen.

Ein Blick auf ausgewählte Modellkarten zeigt die bevorstehende Entwicklung übers Wochenende  hinaus.

Aktuell befindet sich Österreich noch unter dem nach Osten gekippten Höhenrücken:

gfs-0-12-12.06.14

Rmgfs155-12.6.14

Mit Annäherung einer Kaltfront aus NW fließt bodennah  kühlere  Luft – noch immer auf sommerlichem Niveau – nach. Die Strömung dreht auf nördliche Richtung.

 

Die so herangeführte Luft ist trockener und füht in der NO-Hälfte zu einer deutlichen Stabilisierung der Schichtung. Es ist zwar auch dort ab mittags mit einzelnen Gewittern zu rechnen, an Intensität werden sie allerdings im Westen und vor allem Süden, wo die instabile Luftmasse erhalten bleibt,  heftiger ausfallen. Mit Starkregen und Hagelschlag  ist dort lokal zu rechnen. Gott sei Dank nicht annähernd vergleichbar mit dem Ausmaß der Unwetter über F/B/D in den vergangenen Tagen.

An der Energieverteilung und Niederschlagskarte von heute Nachmittag gut zu erkennen:

Rmgfs156-12.06.14

Rmgfs363-12.06.14

 

 

 

 

 

 

Rmgfs366-12.06.14Morgen Freitag liegt die Kaltfront quer über Österreich und markiert eine Luftmassengrenze. Sie trennt die eingeflossene stabile und trockene Luft von labiler schauer- und gewitteranfälliger Luft am Alpenhauptkamm und südlich davon.

An der Alpennordseite im Stau morgen Fr noch Restbewölkung, danach so wie von der Früh weg im durchlüfteten Osten ein freundlicher Mix aus Sonne und Quellwolken. Perfektes Rückseitenwetter 🙂

Ab Samstag verbleiben wir zwischen einem Höhenrücken  über dem Atlantik und einem Tiefdruckgebiet über Westrussland weiterhin in einer nördlichen  Anströmung.  Freundlicher Wettercharakter in der NO-Hälfte und weiterhin schauer- und gewitteranfällig im Gebirge und Süden.  In ihr erreicht uns eine Kaltfront in der Nacht zum Sonntag und leitet eine kühlere und unbeständige Wetterphase ein:

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Die Kaltfront greift bis ins westl. Mittelmeer aus und induziertüber dem Golf von Genua Zyklogenese:

gfs-0-102-12.06.14

Für die Alpensüdseite bedeutet diese Entwicklung ab So bis Mitte der nächsten Woche sehr niederschlagsanfälliges Wetter, da aus dem Mittelmeerraum feuchte Luft an die Alpen geführt wird und konvektiv durchsetzte Stauniederschläge verursacht. Im Norden und Osten zwar wechselhaft, aber durchaus mit Chancen auf einige Sonnenstunden.

Das Temperaturniveau bleibt auf angenehmen frühsommerlichen Niveau.

Ein Blick in die Glaskugel hält auch am verlängerten Wochenende grundsätzlich an der bestehenden Druckverteilung fest.  Hochdruckrücken über dem Atlantik, der sich über GB bis Grönland aufsteilt; als Gegenspieler ein Tiefdruckkomplex über dem Baltikum und Westrussland im Osten. Dazwischen eine N-NW Strömung, die auf einen wechselhaften und normal  temperierten Wetterabschnitt hindeutet.  Der Süden dürfte ab Mitte nächster Woche bei dieser Entwicklung nordföhnig begünstigt werden und nach Auffüllung des Mittelmeertiefs mehr Sonne abbekommen:

gfs-2014061200-0-186-12.06.14

 

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