Chancen auf stabiles Sommerwetter im August 2014?

Als deklarierter (Hobby- oder Profi-)Meteorologe hat man derzeit im Freundes- und Bekanntenkreis einen schweren Stand.

Alle Fragen nach länger anhaltendem stabilen sonnigen Bade-/Grill-/Bergwetter münden aufgrund des herrschenden und zur Erhaltung neigenden Zirkulationsmusters über Europa in einer vertröstende Antwort:  es bleibt zwar unverändert sommerlich warm aber weiterhin unbeständig und feucht.

Eindrucksvoll wird diese Situation von den nachfolgeden gemittelten Temperaturen und Niederschlagsmengen (Basis GFS) für die erste Augusthälfte visualisiert:

temp4.31.07.14

 

prec4.31.07.14

 

SWz (SW-Lage zyklonal) oder ein neuerlicher Cutoff-Prozess mit Höhentiefenwicklung über Zentraleuropa und nördlichem Mittelmeer werden dafür sorgen.
Der Skandinaviensommer geht dank regeneriertem kräftigem Hoch von Skandinavien bis zur Barrentssee in die nächste Etappe:

gfsnh-0-102.01.08.14

 

Da die gängigen Modellrechnungen (GFS, EZ, GEM) im Kurz- und Mittelfristbereich keine nachhaltige Änderung erkennen lassen,  muss man – sowohl zeitlich als auch räumlich – weit ausholen,  um eine sommerliche Perspektive, die der allgemeinen  Erwartungshaltung entspricht, zu finden.

Auch wenn ich mich damit in den spekulativen Bereich begebe, synoptisch scheint mir die aufgezeigte Entwicklung  durchaus plausibel:

Der Auslöser für mein Gedankenspiel ist ist ein Tropensturm namens BERTHA, der sich gerade am Atlantik östlich der kleinen Antillen befindet. Auch wenn er keine Hurikkanstärke erreicht, könnt er in weiterer Folge für Dynamik am Atlantik sorgen und unsere GWL beeinflussen/ändern. Auf seiner weiteren Zugbahn passiert er die Karibik und zieht in Respektabstand zur nordamerikanischen Ostküste in den Nordatlantik:

tropensturm.bertha

 

Die weitere Zugbahn wird vom aktuellen Modelloutput von GEM wie folgt simuliert:

in der kommenden zweiten Wochenhälfte wird es östl. von Neufundland von der atntischen Frontalzone aufgenommen……………..

gemnh-0-174.01.08.14

 

………………………..und mit einem Kerndruck von 990hP als Sturmtief in Richtung Island/Schottland gesteuert

gemnh-0-234.01.08.14

Kommt es zu dieser  Entwicklung, werden die Karten auf der atlantisch/europäischen Seite der nördl. Hemisphäre  neu gemischt. Das blockierede Skandinavienhoch, das seit Wochen atlantische Tröge nach Süden abtropfen ließ und dadurch Höhentiefs mit konvektiven Starkniederschlägen produzierte, wird auf den russischen Kontinent zurückgedrängt. Stabilere Luftmassen mit Azorenhochrücken könnten bei uns in der zweiten Augustdekade den von vielen ersehnten sommerlichen Wetterabschnitt einläuten 🙂

Die Zeit läuft, jeder Strohhalm zählt 😉

 

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