Skandinavienhoch mit Omegastruktur bringt herbstlich kühles Wetter

Das Höhentief, das derzeit die Alpen und Oberitalien fest im Griff hat, wird uns noch länger beschäftigen und heute So und den nächsten Tagen für unbeständiges und kühles Herbstwetter sorgen. Große Regenmengen, wie es sie gestern/vorgestern im W und S  gab, sind nicht mehr zu erwarten.

 

Die aktuelle Druckstruktur zeigt den Höhentiefkern über dem Golf von Genua mit langsamer Verlagerungstendenz über Italien zum Balkan. An der Vorderseite nordatlantischer Tiefdruckgebiete schiebt sich ein Azorenkeil bis Skandinavien:

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Statt Mitte der Woche dem Azorenhochkeil mit der vor Tagen angekündigten Wetterbesserung Platz zu machen, verbündet sich das Höhentief  mit dem tiefen Geopotential über Russland und bleibt über Osteuropa liegen.

 

Der Keil des Azorenhochs kommt nicht nach Osten voran und etabliert über Skandinavien ein eigenständiges Hochdruckgebiet, das im Westen von einem atlantischen Tief und im Osten vom abgewanderten Höhentief gestützt wird:

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Damit hat sich eine lehrbuchhafte Omegastruktur ausgebildet, wobei die zyklonale Auskerbung über der Osthälfte Österreichs zwar einen trockenen aber unbeständigen Wettercharakter erwarten lässt. Dazu strömt aus nördlicher Richtung kühle Kontinentalluft zu den Ostalpen und bringt ein West-Ost Temperaturgefälle:

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In geschützten Lagen besteht bei Aufklaren am Do erhöhte Frostgefahr!

Das Omega dürfte nicht lange Bestand haben. Eine retrograde Ausweitung des kontinentalen Tiefdrucks zur nordatlantischen Tiefdruckzone schnürt das Skandinavienhoch zur Barentssee ab:

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Dies ist auch auch im prognostizierten NAO-Index nachvollziehbar, der nach seinem kurzen Tiefflug (meridionale Zirkulation, Skaninavienhoch) sich rasch wieder neutralisiert und damit eine Zonalisierung am Atlantik ankündigt:

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Wieweit sich das warme Azorenhoch dann in Richtung ME ausbreiten kann, oder ob es den Alpen mit einer NW-Lage die kalte Schulter zeigt, muss sich erst festigen. Aus heutiger Sicht lässt sich dies nicht vorhersagen, da die Schwankungsbreite in den Modellierungen der Druckstrukturen vom Atlantkbis EU zu groß ist.

 

Ensemblerechnungen des GFS-Modells für Gitterpunkt „Oberes Triestingtal“:

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Ein Gedanke zu „Skandinavienhoch mit Omegastruktur bringt herbstlich kühles Wetter“

  1. Servus Franz, kleines feedback aus dem Genuatief, das uns hier auf Korsika (Calvi) die Urlaubs Planung etwas durcheinander bringt. Die leichten Regenschauer vom Vormittag sind mittlerweile von Gewittern abgelöst worden, die hauptsächlich über die Berge ziehen. Aber auch über dem offenen Meer (Richtung N) war jetzt am Abend ein mächtige Gewitterzelle zu sehen, mit einer Reihe von Wasserhosen. Hoffe das T bewegt sich doch noch weiter Richtung O und das vorhergesagte morgige Schönwetter trifft ein.
    Grüsse aus Korsika

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