Hochdruckrandlage gefolgt von Kaltfrontstaffeln

Die Hochdruckrandlage, die Österreich entlang einer von NW nach SO verlaufenden Luftmassengrenze zweiteilt, dauert auch heute So und morgen Mo an. Entsprechend unterschiedlich gestaltet sich der Wettercharakter:
windig und  kühl mit Wolkenstaffelns aus NW an der Alpennordseite und im O, sonnig und milder im  W und S.
 
Morgen Mo ist es nur mehr im Nordstau bewölkt, deutliche Wetterbesserung erfolgt am Alpenostrand, wo es, wie weiterhin im W und S, oft sonnig wird.

Am Di herrscht österreichweit ruhiges herbstliches Hochdruckwetter. Die in der Höhe eingeflossene milde Luft begünstigt die Ausbildung von Nebeldecken, die sich unterschiedlich schnell auflösen, tlw. aber auch bis in den Nachmittag andauern. Allerheiligenwetter!

Am Mi erreicht eine zu einem ausgeprägten Tief über der Ostsee gehörenden Kaltfront die Alpennordseite. Im Tagesverlauf setzen hier Niederschläge ein. Die mitgeführte Luftmasse ist subpolaren Ursprungs, sodass oberhalb 1000m mit Neuschnee zu rechnen ist. Die Alpensüdseite und der SO bleiben im Lee der Alpen  wetterbegünstigt.

Die Folgetage ab Do bis zum kommenden Wochenende gestalten sich bei vorübergehender Zonalisierung der Zirkulation wechselhaft, trocken und relativ mild.

Danach kündigt sich die nächste markantere Kaltfront an, u.U. mit Tiefdruckentwicklung über dem Golf von Genua.

Gleichzeitig nehmen die Unsicherheiten stark zu, aber aufgrund des weiterhin gestörten PW´s (Polarwirbels) und der Atlantikblockade ist ein winterlicher Abschnitt bis weit runter zum Ende der ersten Novemberdekade durchaus im Bereich der Wahrscheinlichkeit  😉

 

Nachfolgend der Überblick über die beschriebene Entwicklung anhand der Ensemblerechnung für den Gitterpunkt „Oberes Triestingtal“ mit Temps in ca. 1500m, 5500m und Niederschlagssignalen:

30-10-2016-ens

 

Synoptische Analyse:

Luftmassengrenze quer über Österreich mit Temperaturgefälle von W nach O:

30-10-2016-gfs-1-6

 

Ungewöhnlich früher PW-Split mit dem größeren Dipol und Kaltluftreservoir über Sibirien und dem kleineren über NO-Kanada. Die Hochdruckbrücke, die die Bruchlinie beschreibt, führt von Westeuropa über Spitzbergen über den Nordpol bis zur Beringsee:

30-10-2016-gfsnh-0-6

 

Was ist die Ursache für den gestörten PW?

Die arktische Meereisausdehnung nähert sich einem Ende-Oktober-Minimum:

29-10-2016-meereisausdehnung

Quelle:  Link

 

Die heuer größeren offenen eisfreien Meeresflächen können ungehindert die im Sommerhalbjahr absorbierte Wärme an die Atmosphäre abgeben. Dies wiederum führt zu einer dramatischen positiven Temperaturabweichung in der Arktis:

29-10-2016-anom2m_f24_arctic

Quelle: KH

 

Wie in meiner letzten Analyse beschrieben, kann die wärmere Luft mehr Wasserdampf des Meeres aufnehmen, wodurch in den angrenzenden bereits gut ausgekühlten Kontinenten (WACCy) verstärkte Niederschläge in Form von Schnee auftreten.

Die gestörte Zirkulation über dem atlantischen Bereich der NH ist nicht nur in der unteren und mittleren Troposphäre sichtbar, sondern auch am fast zum Erliegen gekommenen verwellten Jetsream (Beitragsbild, Quelle meteociel.fr). Sogar in der Stratosphäre nimmt der PW eine dipolartige Struktur an, was normalerweise nur im Hochwinter im Zusammenhang mit sogenannten „Warmings“ der Fall ist.

In meiner Winterprognose 2016/2017, die ich Anfang November  einstellen werde, wird diese Entwicklung eine weichenstellende Rolle einnehmen

 

Nun zurück zum aktuellen Wettergeschehen bei uns.

Welche GWL erwartet uns nun kommende Woche?

Zu Allerseelen erreicht die zu einem Ostseetief gehörige Kaltfront mit einem Schwall subpolarer Luft und deutlicher Abkühlung die Alpen:

30-10-2016-gfseu-0-84

 

Nach ein paar ruhigeren Tagen führt an der Ostflanke des Atlantikblocks ein Vorstoß polarer Luft zu einer massiven Tiefdruckentwicklung über der noch warmen Nordsee. Dies wird auch im Alpenraum zu einer nachhaltigen Wetterverschlechterung mit möglichem heftigen Wintereinbruch in höheren Lagen führen.
Falls der Kaltfrontvorstoß bis ins Mittelmeer erfolgt, ist auch über dem Golf von Genua mit Zyklogenese zu rechnen, wodurch beidseits der Alpen mit Niederschlägen (Schnee im Bergland) zu rechnen ist: 

30-10-2016-gfseu-0-180

 

Noch ist diese aufgezeigte Entwicklung nicht gesichert, aber für „winterliche“ Spannung ist gesorgt.

Aktualisierung folgt.

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