Spätwinter vs. Vorfrühling

Meteorologisch und kalendarisch  befinden wir uns noch im (Spät-)winter. Der Blick in die Natur vermittelt unverkennbar den Eindruck, das phänologisch der Vorfrühling bereits Fuß gefasst hat. Die viel zu milden Westwetterlagen sind wie ein ausgebreiteter Teppich für den Frühling und „Gift“ für einen nachhaltigen winterlichen Wetterabschnitt in den Niederungen.

 

Verirren sich ein paar Schneeflocken an der Rückseite einer Front bis in die Niederungen, so ist ihre Überlebensdauer höchstens von einem Tag.

 

Die Frühjahrsblüher haben Hochsaison:

 

 

An dieser Wetterlage  wird sich in Wochenfrist auch nichts ändern. Die Analyse/Prognose meines letzten Beitrages bis zum Wochenende wird von den letzten Modellrechnungen vom Ablauf her bestätigt.

Heute Mi quert eine schwache Kaltfront mit einem Schwall erwärmter polarer Meeresluft an ihrer Rückseite. 
Morgen Do folgt ein Zwischenhoch mit Wolkenfeldern eines Warmfrontausläufers.
Die nächste schwache Kaltfront quert zügig am Fr die Alpennordseite.

Am Wochenende stellt sich bis zum Wochenbeginn eine recht glatte WSW-Strömung mit eingebetteten schwachen Fronten und neuerlicher Zufuhr  milder atlantischer Lufmassen  subtropischen Ursprungs ein. Vor allem auf den Bergen wird es zeitweise wieder ungewöhnlich mild. Aber auch in den Niederungen setzt sich der Vorfrühling fort. Die stärkste Isobarendrängung zwischen dem Hochdruckgebiet mit Kern über der Biskaya und dem Tiefdruckkomplex zwischen Nordsee und Skandinavien verläuft zwischen Schottland und der Ostsee. In diesem Bereich sind wieder Starkwindereignisse zu erwarten, während in den Ostalpen nur in ausgesetzten Kamm- und Gipfelregionen der Wind zeitweise Sturmstärke erreicht:

 

Am kommenden Di nähert sich nach den Simulationen der letzten Modellläufe des GFS ein atlantischer Langwellentrog. Er erreicht Mitte der Woche mit einer markanten Kaltfront aus NW die Ostalpen und tropft anschließend zum Balkan ab:

 

Vor allem für höhere Lagen und das Bergland hätte diese Entwicklung, sollte sie so eintreten, hohes Potential für ergiebigen Neuschneezuwachs und spätwinterlichen Chakter. 

Zeitverschoben um einen Tag zeigt das IFS des EZ eine ähnliche Entwicklung, was auf die noch unsichere Erfassung der zeitlichen Abfolge des Westwindwetters hindeutet. 

Im erweiterten Mittelfristzeitraum der letzten Februartage und damit das Ende des meteorologischen Winters  zeigen die Modelle weiterhin eine aktive dynamische Frontalzone mit einer recht „unaufgeräumte“ Abfolge von kleinen Tiefdruckgebieten  über den Nordatlantik. Tendenziell ist die Temperatur zum Monatswechsel leicht rückläufig.

In meiner nächsten Wochenprognose werde ich diese noch unsichere, aber plausible Tendenz genauer analysieren.

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