Aufbau eines mächtigen Geopotentialrückens mit zunehmend hochsommerlicher Hitze

Die letzten Tage verliefen sehr wechselhaft, windig und relativ kühl. Auch wenn es zeitweise schauerartig regnete, zeigte sich zwischendurch immer wieder die Sonne. Der Wettercharakter erinnerte an Aprilwetter, einen Kälterückfall im Juni bezeichnen die Meteorologen als  Schafskälte. Dabei handelt es sich um eine meteorologische Singularität. Vor 1990 lag die Eintrittswahrscheinlichkeit bei 70%, in den letzten Jahrzehnten durch den Klimawandel nur mehr bei ca. 30%.                                                                                                                                                                                                                                                   

Wetterbilder der letzten Tage aus dem Oberen Triestingtal:

 

Heute Sa liegen die Ostalpen im Gradientenfeld zwischen einem Tiefdruckgebiet über Skandinavien und einem Rücken des Subtropenhochs, der sich von der Biskaya in den zentralen Mittelmeerraum erstreckt, in einer straffen nordwestlichen Strömung. Während es im W und and er Alpensüdseite bei sommerlichen Temperaturen recht sonnig wird, bleibt es nördl. der Alpen  und im O windig, kühler (SW-NO Temperaturgefälle ) und am Vormittag noch schaueranfällig.

Morgen So legt sich eine in die NW-Strömung eingebettete schwache Kaltfront an die östl. Alpennordseite. Sie aktiviert in weiterer Folge die labilere Luftmasse an der anfangs sonnigen Alpensüdseite und im östl. Bergland, wo im Tagesverlauf Schauer und Gewitter entstehen:                                                                                                                                                                                                                                 

 

 

In der eingeflossenen nur mäßig warmen Meeresluft stellt sich am Mo im N und O wechselhaftes und meist trockenes  Rückseitenwetter ein. Im wärmeren S lebt dagegen  in labilerer Luft im Tagesverlauf die Schauertätigkeit wieder auf. Gleichzeitig verlagert sich der Rücken in Richtung Alpenraum.

Ab Di dürfte sich dann der in meiner letzten Analyse angekündigte Rücken in den gesamten Ostalpen mit Temperaturanstieg auf sommerliche Werte und stabilerer Luftschichtung durchsetzen. Ein typisch alpiner sommerlicher Wettercharakter stellt sich ein. Über den Bergen und hier bevorzugt in den Südalpen können sich aus Quellwolken im Tagesverlauf isolierte Schauer/Gewitter entwickeln:

 

Von Spanien über Frankreich baut sich Im Bereich des umfangreichen Geopotentialrückens im Wochenverlauf eine Hitzeglocke auf, die in der kommenden zweiten Wochenhälfte nach N/NO ausgreift und auch den gesamten Alpenraum hochsommerliche Hitze bis 35°C bescheren dürfte: 

 

In der energiereichen Luft sind lokale kräftige Hitzegewitter möglich. Insgesamt ist die Luftmasse aber recht trocken, sodass Gewitter zunächst eher unwahrscheinlich sind.

Der hochsommerliche Trend dauert voraussichtlich auch zu Beginn der letzten Junidekade an. Ein Atlantiktrog nähert sich zwar langsam der europäischen Küste, wird aber vom Geopotentialrücken blockiert und mit Abtropftendenzen in Richtung Skandinavien/Nordmeer abgelenkt.

Sowohl das amerikanische GFS ………….

 

………. als auch das europäische IFS ………….

…………….. simulieren den Fortbestand des mächtigen Geopotentialrückens und der Hitze.

Die weitere Sommertendenz ist zwar noch spekulativ, globale Indikatoren – beginnender El-Nino, „aufgeheizte“ Meere, weit unterdurchschnittliche arktische Meereisausdehnung ……….. – lassen jedoch nichts Gutes erwarten. Aktuell bewegt sich die globale mittlere Temperaturkurve auf Rekordkurs:

Quelle: climatereanalyzer

Im Alpenraum werden vermutlich Hitzeperioden und Extremwetterereignisse Begleiter des Sommers. Der Siebenschläferzeitraum naht und spätestens dann läßt sich eine belastbarere Wahrscheinlichkeitsaussage über den weiteren Sommerverlauf machen.

Update folgt!

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