Dauerregen hinterlässt gesättigte Böden, tiefe Temperaturen und gibt den Startschuss für die Heizperiode

Die Höchsttemperaturen sind Mo/Di auf niedrige zweistellige herbstliche Werte zurückgegangen und haben – zumindest vorübergehend – die Heizperiode eingeleitet. Die Entwicklung der nächsten Tage bis zum Wochenende verheißt aber einen deutlichen Temperaturanstieg. Schwülwarmer Wettercharakter mit vielen Wolken,  gewittrigen Schauern, aber auch einigen sonnigen Abschnitten  wird das Dauergrau der letzten Tage ablösen.

Bevor ich mich der bevorstehenden Wetterentwicklung widmen werde, möchte ich das Niederschlagsereignis kurz verifizieren und auf die Ursachen für die Diskrepanz zwischen prognostizierten und tatsächlichen  Regenmengen eingehen.

Die Prognosemodelle GFS und WRF, die ich für meine Einschätzungen verwendete,  gingen bis So abends für das Gebiet oberes Triestingtal von einem höheren Gesamtniederschlag aus. Nachfolgend die Gegenüberstellung von prognostizierter und tatsächlich gemessener Regenmenge:

bis Mo früh:  Prognose 50mm………….tatsächlich knapp 30mm

bis Mo 24:00:  Prognose 80mm…………….tatsächlich 50mm

bis Di  abends:  Prognose 110mm…………tatsächlich knapp 60mm

 

Als plausible Erklärung sehe ich das geringfügig nach Osten verschobene Abtropfen des Höhentiefs ins Mittelmeer. Dadurch kam die Luftmassengrenze zwischen kühler Nordseeluft und feuchtmilder Mittelmeerluft, die über dem Wienerwald und den Gutensteiner Alpen für längere Zeit ortsfest simuliert wurde, weiter im Osten zu liegen. Bei uns gab es deshalb nur  skaligen Dauerregen im Bereich der eingeflossenen Nordseeluft, und der hatte geringerer Intensität als die an einer Luftmassengrenze häufig auftretenden konvektiven Starkniederschläge.
Kleine Ursache……………große Wirkung  😉
Statt HQ1-HQ5 erreichte die Tiesting nur ein erhöhtes Mittelwasser.

 

Die Grafik der Duchflussmenge in Fahrafeld spiegelt den Niederschlagsverlauf:

Gewitter mit kurzem Starkregen am späten Nachmittag des Sonntag;  nach einer Niederschlagspause in der Folgenacht einsetzender skaliger Dauerregen bis Montag abend gefolgt von einer weiteren Niederschlagspause;  heute Di querte aus SO ein weiteres schwache Regenfeld das Einzugsgebiet der Triestingund führte wieder zu einem leichten Anstieg der Pegelstände:

02.09.2014.fahrafeld-durchfluss

 

Synoptische Analyse und Prognose bis zum Wochenende :

Bis morgen Mi hat sich der Höhentiefkomplex in den Mittelmeerraum verlagert und bedeckt das Gebiet von Italien bis zur Ägäis. Von der Nordsee bis zum  Baltikum ersteckt sich eine Hochdruckzone:

02.09.2014.gfs-0-24

 

Bei dieser High-over-Low Konstellation werden mit  einer östl. Grundströmung etwas trockenere kontinentale Luftmassen, die um diese Jahreszeit noch hohes Temperaturniveau aufweisen, herangeführt. Die  Höchstwerten in den Niederungen liegen bei angenehmen  20°  bis  25°.  Labile Schichtung und die hohe Grundfeuchte nach den Niederschlägen begünstigen im Tagesgang allerdings die Ausbildung von teilweise gewittrigen Regenschauern; bevorzugt im Bergland und dem Süden.

Fr/Sa wird die Hochdruckbrücke im Norden durch einen Trogvorstoß, der sich in der Höhe mit dem tiefen Geopotential im Mittelmeerraum verbindet,  abgebaut:

02.09.2014.gfs-0-78

Dabei ist bis zum Wochenende keine  wesentliche Änderung des Wettercharakters zu erwarten. Wir bleiben bei flacher Druckverteilung im Einfluss feuchlabiler Luft. Es erwartet uns ein Wechsel von kurzen Auflockerungen mit starker, die Berge einhüllende Bewölkung und es ist immer wieder mit z.T. gewittrigen Regenschauern zu rechnen.

Regelmäßig werden in den Modellkarten unterschiedlichst schwer erfassbare Höhentiefs, die unser Wettergeschehen mehr oder weniger stark beeinflussen können,  simuliert. Dies ermöglicht keine seriöse Einschätzung über das Wochenende hinaus, außer dass stabiles Spätsommerwetter nicht in Sicht ist 🙁
Dazu exemplarisch eine simulierte Druckverteilung für kommenden Mo,8. September:

02.09.2014.gfs-0-144

 

Meteogramm für das obere Triestingtal:

02.09.2014.Ost.MS_155480_g05

 

Meteogramm für Bereich Karnische Alpen:

 

02.09.2014.süd.MS_135465_g05

 

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