Wochenprognose: Nach Kaltfront-/Trogpassage neuerlich Hochdruckeinfluss

Die ungewöhnlich milden Temperaturen oberhalb der Grundschicht dauern heute Fr an. An der Vorderseite eines sich aus W annähernden Troges mit vorlaufender Kaltfront steilt die Strömung auf SSW-Richtung an. In Mittelgebirgslagen und Föhntälern der Alpennordseite wird es föhnig und mild, im Alpenvorland und dem Flachland bleibt es weiterhin bei der nebeligen Witterung mit unangenehm kühlem SO-Wind:

 

 

Eine in obiger Karte eingezeichnete Kaltfront quert morgen Sa von W nach O. Oberhalb etwa 600m ist etwas Neuschnee zu erwarten; am meisten in den Nordstaulagen vom Arlberg bis zum Schneeberg (20-10cm).
Mit der nachfolgenden Trogpassage sinkt die Schneefallgrenze in der Nacht auf So bis in tiefe Lagen. Die unergiebigen Schneefälle ziehen sich aber in die Nordstaulagen zurück, sodass ich im Flachland keine Belagsbildung erwarte. 
Das Oberen Triestingtal könnte eine dünne Schneedecke, wie zueletzt am 05.01.2020, bekommen:

 

Am So liegt der Trog mit abklingenden Schneeschauern im Nordstau und  und einem verursachten Temperatursturz im Bergland über den Ostalpen.  
Die eingeflossenen Kaltluft gerät am Mo zunehmend unter den Einfluss einer Keils des Atlantikhochs, das den Trog durch eine Brückenbildung mit dem hohen LD über dem Balkan  abschnürt. Restbewölkung im Nordstau löst sich langsam auf, es bleibt noch winterlich kalt:

 

Ab Di dominiert in den Ostalpen (GWL BM) wieder inversionsanfälliger Hochdruckeinfluss. Auf den Bergen wird es wieder deutlich milder:

 

In der zweiten Wochenhälfte flacht die nördliche Frontalzone das Atlantikhoch etwas ab. An seiner O-Flanke streift eine inaktiven maskierten Kaltfront aus NW mit vorübergehender Abkühlung im Bergland und Durchmischung der Grundschicht die Ostalpen. Neuschnee ist nicht dabei.
Exemplarisch die Geopotential-/Druckstruktur von Fr in der Früh:

 

Auch wenn Modellwinter im erweiterten Mittelfristraum (jenseits der 6-Tagesfrist) immer wieder simuliert wird (sowohl von EZ als auch GFS), konsistent wird eine winterliche Wetterlage nicht gerechnent. Ich halte deshalb die vom aktuellen GFS-Modelllauf gerechnete  gradientenschwache und unwinterliche Gammellage für den Ostalpenraum am nächsten Wochenende für plausibel/wahrscheinlich. Die Zentren von Hochs und Tiefs sind weit entfernt. Es gibt nur schwache Winde und kaum einen Austausch der Luftmassen:

 

Bereits in meiner letzen Analyse habe ich darauf hingewiesen, dass die Berechnungen für die nordatlantische und arktische Oszillation, die  aktuell im oberen positiven Bereich liegen, bis Ende des Monats kontinuierlich in den neutralen Bereich sinken sollen. Dies deute ich als Indikator für eine deutliche Abschwächung der zonalen Zirkulation und Schwächung des PW:

 

Quelle: NOAA

 

Auch die QBO ist nun in ihrer absteigenden Ostphase in den tieferen Schichten der Stratosphäre angelangt und könnte, was zugegebenermaßen mangels ausreichenden Datenmaterials eine spekulative Annahme von mir ist,  in weiterer Folge den troposphärischen PW schwächen:

Quelle: NASA

 

Ein viel gewichtigeres Indiz für Veränderungen des troposphärischen PW und damit der derzeit bestehenden Erhaltungsneigung ist die Berechnung des steuernden PW in der unteren Stratosphäre (100hPa entspricht ca. einer Höhe von 18km).
Der Kern des PW soll sich in dieser Höhe in den nächsten 10 Tagen zur Kara-/Barentssee verlagern: 

Quelle: FU Berlin

 

Folglich würde die Zirkulation in dieser Höhe von  SW auf NW drehen. Erfolgt eine Reflexion nach unten in die Troposphäre, so würden die Karten gänzlich neu gemischt. Natürlich ist diese Entwicklungsmöglichkeit noch zu weit in der Zukunft, um als belastbare Prognose herzuhalten, aber das Potential für Berglandwinter und in weiterer Folge sogar ein Vorrücken polarer Kaltluft aus N bis ME würde damit steigen.

Aktualisierung folgt!

Ein Gedanke zu „Wochenprognose: Nach Kaltfront-/Trogpassage neuerlich Hochdruckeinfluss“

  1. „Gammellage“

    Eigentlich gibt unter so einem zähen, tagelangen Kaltluftsee ja nichts zu lachen, lieber Franz, aber besser kann man die Situation im Wiener Raum kaum ausdrücken, was musst ich schmunzeln und ja, da kann man sich doch tatsächlich noch amüsieren!
    Hoffen wir, das der PW mal so einen richtigen Popp nach unten bekommt!
    Schönes WE und Grüsse von Anette

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