NOAA verzeichnet Rekordwert der Arktischen Oszillation

Der AOI (arktische Oszillationsindex) ist ein Maß für die Stärke des Jetstreams auf der NH. Je höher, desto zonaler (W-O Ausrichtung) die Zirkulation. 

 

Quelle: Twitter

 

Selten, fast kreisrund zentriert und ohne Mäander präsentiert sich augenblicklich der Jetstream der NH, der den troposphärischen PW begrenzt:

 

Im Zusammenspiel mit der positiven nordatlantischen Zirkulation entwickelten sich daraus die Sturmlagen über ME.

 

Nach Abzug des Orkantiefs SABINE bleibt im Gradientenfeld zwischen Tiefem LD über Skandinavien und hohem LD über dem Mittelmeer die straffe wechselhafte WNW-Strömung heute Mi bestehen. In der eingeflossenen maritimen Polarluft schneite es heute Nacht bis in Tal (Beitragsbild).
Nach einem Zwischenhoch am morgigen Do mit weitgehender Wetterberuhigung quert das nächste Frontsystem am Fr. Unbeständig und turbulenten verläuft der Fr, danach setzt sich am Wochenende eine antizyklonale föhnige SW-Lage durch:

 

Einem fast frühlingshaften Start in die kommende Woche folgt am Di eine Kaltfront aus NW:

 

Die versuchte Aufwölbung des Azorenhochs wird vom nächsten nordatlantischen Sturmtief wieder nach O abgelenkt.

Ab Mitte kommender Woche setzt sich nach den bisherigen Modellsimulationen tendeziell schwacher Hochdruck bei etwas niedrigerem Temperaturniveau (kühlere kontinentale Luftmasse) als im bisherigen Februarverlauf durch:

 

Details zur Entwicklung im Mittelfristzeitraum in der nächsten Wochenprognose.

6 Gedanken zu „NOAA verzeichnet Rekordwert der Arktischen Oszillation“

  1. Lieber Franz, auf Twitter liest man von extrem hohen Methankonzentrationen in der Atmoshäre im hohen Norden, auch über Teilen Europas, Herkunft unbekannt (weil die Böden das Gas ja wegen Permafrost im Winter eigentlich nicht freigeben sollten). Auffällig ist va der enorme Unterschied zwischen Jan und aktuell, sichtbar im letzten Tweet https://mobile.twitter.com/chriscartw83/status/1224289780902645760

    Da Methan 25x wirksamer ist als das Treibhausgas CO2, ist der Zusammenhang mit dem Klimawandel ja bekannt. Aber, meine Frage: Hast du eine Ahnung ob da auch ein Zusammenhang mit dem aktuellen Wetter, also dem Frühling im Hochwinter besteht? Gestern Aprilwetter, dann Apriltemperaturen …

    1. Servus Reinhard,
      damit habe ich mich noch nicht beschäftigt.
      Tatsache ist jedenfalls, dass lt. NOAA der Jänner 2020 um 1,14 K über dem Temperaturdurchschnitt des 20. Jahrhunderts lag und damit der wärmster Jänner seit 141 Jahren war. Dies ist nicht nur unseren extremen „Mildwinter“ geschuldet, sondern liegt auch an den ungewöhnlich milden Temperaturen auf Teilen der SH (südl. Hemisphäre). Man blicke nur in die Antarktis, wo in den letzten Tagen eine noch nie gemessene Temperatur von knapp über 20 °C gemessen wurde. Auch dort gibt es tauende Permafrostböden (allerdings flächenmäßig viel geringer als auf der NH), aus denen Treibhausgase (Methan) entweichen. Im Chaos der Atmosphäre könnte ich mir vorstellen, dass diese auch in die NH transportiert werden und dort die Werte entsprechend anheben. Dies habe ich jetzt nicht recherchiert, sondern ist nur ein „ad hoc“ Gedanke.
      Edit: Möglicherweise spielen die durch die Waldbrände (Alaska, Sibirien, Amazonasgebiet, Australien) verursachten Emissionen auch eine Rolle? Auch in Frackinggebieten werden in den letzten Jahren stark überhöhte Methanwerte gemessen.
      LG, Franz

  2. Lieber Franz,
    ich hoffe das kontinentale Kältehoch wird uns endlich den ersehnten Winter nach Mitte nächster Woche bringen, Schnee wird es da wohl keinen geben, aber doch wohl ordentlichen Bodenfrost? Das wäre dann wohl das erste winterliche Kontinentalhoch oder? Ich bin sehr gespannt.
    Gruss von Anette

    1. Liebe Anette,
      das wird nichts 😉 Die zonale Grundströmung ist einfach zu kräftig und das Kontinentalhoch zu schwach und zu weit südlich, um zu blockieren. Nach Mitte der kommenden Woche ein paar Tage kühler auf hohem Niveau, evtl. auch im Flachland leichter Morgenfrost. In der Höhe setzt mit einem Keilvorstoß des Subtropenhochs nach ME bald wieder WLA aus WSW ein.
      Heftig durchgebeutelt wird derzeit Island von Winterstürmen, die dem Orkantief, das nach dem aktuellen Modelllauf von GFS 06z morgen mit einem Bodendruck von 920hPa (!) knapp südlich der Insel liegt, geschuldet sind. Die Musik spielt in diesem Winter weit im Norden.
      Bei uns wird der heurige Winter als einer der mildesten in der Messgeschichte eingehen. Wenn in der letzten Februarwoche kein massiver Kälteeinbruch erfolgt, dann könnte sich sogar ein Stockerlplatz ausgehen. Aktuell liegt das österreichische Flächenmittel des Winters 2019/2020 mit 2,7 K über dem klimatologischen Mittel 1981-2010.

      Die wärmsten Winter in der Messgeschichte der ZAMG sind:

      1. 2006/07 +3.4 K
      2. 2015/16 +2,7 K
      2. 2013/14 +2,7 K
      4. 1997/98 +2.3 K

      Quelle: Klimamonitoring ZAMG

      LG, Franz

  3. Servus Franz!
    Die schönen Wolken auf deinem Beitragsbild haben wir heute früh auch bewundert. Bei der Gelegenheit wieder einmal ein Dankeschön für deine interessanten Berichte und Prognosen und deine traumhaften Fotos, um die ich dich ein bisschen beneide. Aber ich weiß eh, die Natur ist da draußen, man müsste nur hingehen 😉
    Liebe Grüße aus Altenmarkt

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