Der April bleibt unbeständig

Der erfolgte leichte Temperaturanstieg hat die Nullgradgrenze auf über 1500m ansteigen lassen. Die bis unter 1000m gefallenen Schneemengen schmelzen nun langsam dahin (Beitragsbild).

Ein Kaltlufttropfen (KLT) – kleines Höhentief ohne Gegenspieler im Bodendruckfeld – wandert von heute Mi bis morgen Do im Gradientenfeld zwischen dem Hoch im N und der Tiefdruckzone im S über das nördl. ME von O nach W. Er sorgt im Ostalpenraum für einen feuchttrüben Wettercharakter. Dabei bleibt es windschwach und relativ kühl.

 

Temperaturkarte in 500hPa/5500Hm vom aktuellen GFS-Modelllauf:

 

Der KLT verzögert die erwartete Wetterbesserung, sodass morgen Do leichter Regen in der Westhälfte nur langsam nachlässt. Zögerliche Wolkenauflockerungen bei trockenen Verhältnissen gibt es im O.

Am Fr  erreicht der KLT den Ärmelkanal. In den Ostalpen herrscht eine gradientenschwache Lage mit zunehmend antizyklonalem Einfluss aus N bei gleichzeitig einsetzender  Warmluftzufuhr aus SW. Über dem Nordmeer kündigt sich eine Geopotentialausweitung nach S an, was auf eine bevorstehende Änderung der GWL mit Beendigung der Hochdrucklage über Skandinavien  hindeutet:

 

Frühlingshaft mild und wechselhaft wird der Sa und im O auch der So. Da im Laufe des So eine Kaltfront aus W die Ostalpen erreicht, muss im Tagesverlauf von V bis OÖ und K mit raschem Wolkenaufzug und einsetzendem Regen gerechnet werden: 

 

Die obige Karte mit der simulierten Geopotential-/Druckstruktur für So vom aktuellen GFS-Modelllauf zeigt auch, dass das Hoch über Skandinavien verschwunden ist. Der KLT hat sich über GB mit einem Bodentief verbunden und liegt nun über der Nordsee und fungiert als Bindeglied zwischen dem Tief über der Barentssee und dem Tief über dem NA westl. der Azoren. 

Auch wenn die weitere Entwicklung noch unsicher ist, dürfte sich in der ersten Hälfte der kommenden Woche zwischen einem Tiefdruckgebiet über Skandinavien und einem Rücken, der sich vom Subtropenhoch über Spanien nach N aufwölbt,  eine kühle und unbeständige NW-Lage einstellen.

Die über die Ensemblerechnung des aktuellen GFS-Laufes gemittelte Geopotential-/Druckstruktur für kommenden Mi  zeigt Teile vom ME im Spannungsfeld eines Viererdruckgebildes:

 

Aus heutiger Sicht ist es offen, ob die Fronten des Skandinavientiefs mit kühler Meeresluft wetterbestimmend bleiben. Gensausogut könnte sich der Rücken über dem westl. Mittelmeerraum zu den Alpen ausdehnen und den April frühsommerlich ausklingen lassen.

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