Rasche Rückkehr sommerlicher Verhältnisse

Das Genuatief, das in weiten Teilen des Alpenraums zu schweren Überschwemmungen und Vermurungen mit erheblichenen Schäden sorgte, hat sich unter Abschwächung zur obere Adria verlagert. Es bildet die Spitze eines Langwellentroges, der aktuell – wie in meinem letzten Analysebeitrag vorhergesagt – über ME liegt und vorübergehend für einen recht frischen, unbeständigen, frühherbstlichen Wettercharakter sorgt.
Für das weitere Wettergeschehen im Mittelfristzeitraum sind die bevorstehenden Entwicklungen über dem NA von essentieller Bedeutung. 

 

Bereits in einem früheren Beitrag bin ich auf die überdurchschnittlich hohen Oberflächentemperaturen im Atlantik eingegangen. Bedingungen, die für eine starke Hurrikansaison sprechen. Konkurrierend dazu sind allerdings die herrschenden hohen Windscherungen von Westafrika, dem Entstehungsort der tropischen Tiefdrucksysteme, bis in die Karibik. Sie erschweren die Energiezufuhr von der warmen Meeresoberfläche. Dies ist für die tropischen Systeme bei ihrer Verstärkung zu einem Hurrikan hinderlich.
Nicht förderlich für die Entwicklung atlantischer Hurrikans gilt auch das Klimaphänomen El Niño Es tritt zurzeit über dem tropischen Pazifik auf und korreliert mit einer geringen Aktivität starker atlantischer Hurrikane.
Aktuell tummeln sich 2 Hurrikane im NA. FRANKLIN konnte sich zu einem Major Hurrikan (Kat 4) entwickeln und wird ohne „landfall“ zwischen dem nordamerikanischen Kontinent und den Bermudas über dem offenen Atlantik nach NO ziehen. IDALIA hat bereits Florida überquert und schlägt nun einen Haken zurück auf den Atlantik (Zugrichtungen sind von mir eingezeichnet):

Quelle: NHC

Beide System steuern mit warmen tropischen Luftmassen in Richtung nördlicher Frontalzone, an die sie früher oder später andocken und auch die Wetterentwicklung über EU mitbeeinflussen.

 

Synoptischer Überblick:

Morgen Do trocknet die Luftmasse an der Rückseite des Troges langsam ab und es stellt sich ein weitgehend NS-freier wechselhafter Wettercharakter ein. Die Temperatur bleibt noch gedämpft.
Fr liegt der Trog bereits über dem Baltikum, vom NA nähert sich der nächste Trog dem europäischen Kontinent. Dazwischen wölbt sich an dessen Vorderseite vom Mittelmeer ein flacher Rücken über die Alpen auf. Der meteorologische Herbst beginnt mit Zwischenhocheinfluss und Temperaturanstieg auf spätsommerliches Niveau:

 

Die letzten Modellsimulation zeigen einen Fortbestand des Hochdruckeinflusses im Alpenraum über das Wochenende hinaus. Lediglich ein schwacher Frontausläufer des Troges über dem Baltikum, der in einigen Modellläufen eine Neigung zum Abtropfen zeigt,  könnte im Laufe des So mehr Wolken und lokale Regenschauer in den Ostalpenraum steuern:

 

Zu Wochenbeginn wird zwar modellübergreifend für die Ostalpen Hochdruckeinfluss simuliert, die zahlreichen Höhentiefs über dem Atlantik (ehemalige Hurrikans, Cutoff) und dem östlichen Mittelmeer (Cutoff) bergen aber im Detail noch Unsicherheiten in sich. Auch der Verlauf der Frontalzone zwischen der Tiefdruckzone über dem Nordmeer/Nordskandinavien und dem nach N verschobenen Azorenhoch ist im weiteren Verlauf noch nicht vorhersagbar:

 

Aktualisierung bei neuen Erkenntnissen!

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