Wochenprognose: unbeständig und zyklonal geprägt

Der derzeit herrschende kalte lebhafte SO-Wind hat im Oberen Triestingtal zu starken Schneeverfrachtungen geführt. Nur an einigermaßen geschützten Stellen konnten sich ca. 20cm gleichmäßig verteilter Schnee behaupten (aktuelles Beitragsbild, 07:00). Exponierte Rücken sind abgeweht, Mulden und Leelagen entsprechend eingeweht. Bis morgen Sa wird der Wind abflauen.

Mit einem Temperaturanstieg auf jahreszeitlich durchschnittliches Niveau wird die kommende Woche deutlich milder verlaufen. Frühlingshaftes  hat sie aber nicht anzubieten. Unter durchgehend zyklonalem Einfluss wird es unbeständig bei zeitweisen leichten Niederschlägen. 
Da es an Dynamik in der Wetterküche fehlt, wird es ab morgen Sa bis in die zweite Wochenhälfte eher windschwach bleiben. Dadurch können sich in geschützten Tälern trotz deutlicher Erwärmung auf den Bergen inversionsbedingt teilweise Kaltluftseen halten.

 

Synoptischer Überblick:

Nach der retrograden Verlagerung des skandinavischen Hochdrucks nach Grönlad, liegt eine komplexe Tiefdruckzone über großen Teilen Europas. Die Alpen kommen dabei an der Vorderseite des steuernden atlantischen Zentraltiefs  in den Einfluss der milderen Mittelmeerluft:

02.03.2018.gfs-0-36

 

Diese GWL bleibt bis über die Wochenmitte hinaus bestehen. Das atlantische Zentraltief bleibt weitgehend stationär.
Exemplarisch die Druckverteilung am kommenden Di:

02.03.2018.gfs-0-108

 

Erst im Verlauf der zweiten Wochenhälfte ist eine Änderung in Sicht. Die Streuung in den Modellrechnungen ist derzeit aber noch zu groß, um meine nachfolgende Interpretation des aktuellen GFS-Laufes als endgültige Prognose zu werten (Aktualisierung folgt).  

Das atlantische Zentraltief verlagert sich nach Lesart des aktuellen GFS-Laufes bis Fr NO-wärts nach Schottland bei gleichzeitiger Austrogung nach SW mit Randtiefentwicklung über der Biskaya . Damit verstärkt sich an der Trogvorderseite über den Alpen mit SW-Strömung (vorübergehend) die Zufuhr milder Luftmassen. 
Einer möglichen längeren  Föhnlage räume ich aber wenig Chancen ein. Das in letzter Zeit weit zurückgedrängte Azorenhoch tendiert  zeitgleich zu einer Aufwölbung am mittleren Nordatlantik und macht Druck auf das Atlantiktief. Nachfolgend erwarte ich eine Progression des Rückens. Damit ist es  nur eine Frage der Zeit ist, wann die Alpen wieder in den Zustrom kälterer Meeresluft aus NW gelangen:

02.03.2018.gfs-0-180

 

Obs dann nochmals für Schnee bis in die Niederungen reicht, oder nur die Alpen Schneenachschub bekommen, wird sich zeigen  😉

Wie schon an anderer Stelle geschrieben: Weder frühlingshafte Temperaturen noch eine stabile Hochdrucklage sind im Mittelfristzeitraum in Sicht.   
Mit der sich abzeichnenden Erholung des Polarwirbels und damit der NH-Zirkulation rechne ich in der zweiten Märzdekade mit einer Rückkehr zu  atlantikgeprägter Witterung mit wechselhaftem Trog-Rückenmuster.

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