Das Biskayatief lässt sich nicht einfangen

In meiner letzten synoptischen Analyse bin ich davon ausgegangen, dass das abgetropfte Höhentief über der Biskaya sich wieder in die Frontalzone eingliedert und als Trog mit  Abkühlung anfang kommender Woche ME erreicht.
Die letzten Modellläufe zeigen jedoch, dass es eigene Wege geht und unter langsamer Auffüllung ins westliche Mittelmeer zieht.

Nach einem hochsommerlichen und gewitteranfälligen Wochenende mit Potential für Unwetter durch Starkregen und Hagel  findet Mo auf Di aus NW ein Luftmassenwechsel begleitet von Regenfällen statt.
Bereits Mitte der Woche erfolgt rasche Besserung durch antizyklonalen Einfluss eines Azorenhochkeils. Im SW allerdings noch schwacher Tiefdruckeinfluss.
Die Hitze ist überstanden, die Temperaturen passen  mit der Sonneneinstrahlung wieder zur Jahreszeit.

Zum kommenden Wochenende vermutlich Kaltfront aus NW mit Nordföhn.

 

Synoptische Analyse:

An der Vorderseite des Biskayatiefs wird aus SW feuchtlabile Warmluft zu den Alpen geführt. Eine hochsommerliche Wetterlage mit gefährlichem Unwetterpotentialpotential:

13.06.2015.gfs-0-12—————-13.06.2015.gfs-1-12

 

Hohe Energiewerte überlappen sich zum Teil mit hohem ausfallbarem Wassergehalt/Feuchtigkeit und Konvergenz. Gewitter sind nirgends auszuschließen; vor allem nördlich der Alpen (Inn-/Mühl-/Wald/Mostviertel) und generell durch orographische Untertützung im Bergland können sie heftig mit unwetterartiger Ausprägung ausfallen. Mit der mäßigen Höhenströmung langsame Zugrichtung SW nach NO.

Die Energieverteilung in der Luftmasse heute Nachmittag:

13.06.2015.Rmgfs156

 

Mo/Di verlagert sich das Biskayatief unter Verflachung über die iberische Halbinsel und in weiterer Folge zum Golf von Genua:

13.06.2015.gfs-0-60—————-13.06.2015.gfs-0-84

 

Mitte der Woche setzt sich – mit Verzögerung südlich der Alpen – Hochdruckeinfluss durch:

13.06.2015.gfs-0-108

 

Zum Wochenende hin kündigt an der NO-Flanke des sich aufwölbenden Azorenhochs eine Kaltfront  einen unbeständigen und kühlen Wettercharakter für die Alpennordseite an:

13.06.2015.gfs-0-156 —————–13.06.2015.gfs-1-156

 

 

 

Es würde mich nicht überraschen, wenn die bevorstehende Entwicklung präjudizierend für das von mir erwartete Sommermuster der Zirkulation darstellt:

Wechsel zwischen Azorenhochkeil/-Brücke über ME und NW-Lage mit Frontdurchgängen.

Die Erhaltungsneigung in der Atmosphäre und das seit dem Winter stark ausgeprägte Azorenhoch sprechen dafür. Genauere Ausführungen dazu gibt es in meiner Sommerprognose von Ende Mai.

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