Wochenprognose: die Atlantische Frontalzone verdrängt das Skandinavienhoch

Im Laufe der Woche stellt sich die GWL grundlegend um. Das Skandinavienhoch, das die atlantischen Fronten blockierte und auch bei uns für ruhiges Herbstwetter mit dem ersten leichten Bodenfrost am heutigen So sorgte, macht in den kommenden Tagen einem Tiefdruckgebiet Platz. Dieses wird im im weiteren Verlauf im Zusammenspiel mit dem sich aufwölbenden Azorenhoch seine Fronten mit  feuchtkühlen atlantischen Luftmassen an die Alpennordseite lenken.

 

Die GWL-Änderung erfolgt schrittweise. Heute So trifftt eine erste Störung aus W in Österreich ein. Aufgrund der noch vorhandenen Blockadewirkung des Skandinavienhochs „verhungert“ sie förmlich über den Ostalpen. Während in der Westhälfte von Vorarlberg über Nordtirol und Salzburg bis Teilen OÖ´s  Wolken und etwas Regen überwiegen, bleibt es östlich davon und im S recht freundlich  mit sonnigeb Abschnitten zwischen aufziehenden Wolkenfeldern.
Morgen Mo herrscht schwacher Zwischenhocheinfluss, wobei im O und S nach Nebelauflösung ein freundlicher Mix aus Sonne und Wolken überwiegt. In der Westhälfte kündigt sich mit Wolkenaufzug eine nächste Störung an.
Am Di legt sich eine Kaltfront mit deutlicher Abkühlung und Regen an die Alpennordseite. Es wird regnerisch. Da die Front Reste der energiereichen Luftmasse des Ex-Hurrikans MARIA mitführt, kann es teilweise auch stark regnen.
Hinter der Front dehnt sich von Mi bis Do das Azorenhoch rasch bis ME aus. Ein freundlicher frühherbstlicher Wettercharakter mit wieder deutlich höheren Tmax stellt sich ein, ehe am Fr die Umstellung auf eine NW-Lage mit eingebetteten Störungen erfolgt. Nach derzeitigen Modellrechnungen wird dieses Strömungsmuster zum kommenden Wochenende anhalten und auch im Mittelmeerraum die Tiefdrucktätigkeit anregen.

Der Blick in die Glaskugel ist noch sehr unscharf. Sowohl eine Fortdauer des wechselhaften und kühlen Wettercharakters über die erste Oktoberdekade hinaus, als auch ein Azorenhocheinfluss halte ich für möglich.

Aktualisierung demnächst.

 

Synoptische Analyse:

Eine zu einem atlantischen Tiefdruckkomplex bei Island gehörende Front hat die Alpen erreich und wird hier von dem sich abschwächenden Skandinavienhoch blockiert. Die Front verwellt über den Ostalpen und löst sich langsam auf:

01.10.2017.gfs-0-6

 

Während am Mo über den Ostalpen kurzer Zwischenhocheinfluss herrscht, arbeitet sich die nördliche Frontalzone nach Skandinavien vor und drängt das Hoch nach Russland ab.

Da das stark ausgeprägte Azorenhoch seinen Platz behauptet, kann am Di zwischen diesen beiden Druckgebilden eine markante Kaltfront bis zu den Alpen vordringen:

01.10.2017.gfs-0-60

 

Mit der Zonalisierung der Zirkulation über dem Nordatlantik gelangt die mit der Kaltfront eingeflossenen maritime Kaltfront über ME Mitte der Woche rasch unter den Einfluss des nachrückenden Azorenhochs:

01.10.2017.gfs-0-84

 

Bis Fr wölbt sich das Azorenhoch in Richtung Island auf wodurch die Zirkulation eine meridionale Struktur annimmt. Im Gradientenfeld zwischen Azorenhoch und Skandinavientief stellt sich über ME ein kühle und unbeständige NW-Strömung ein:

01.10.2017.gfs-0-132

 

Diese Wetterlage hat auch das kommende Wochenende fest im Griff. Die exemplarische Druckkonstellation für Sa zeigt das Strömungsmuster und die massive Austrogung des Skandinavientiefs bis in den zentralen Mittelmeerraum:

01.10.2017.gfs-0-156

3 Gedanken zu „Wochenprognose: die Atlantische Frontalzone verdrängt das Skandinavienhoch“

  1. Hallo Franz. Bin auf der Suche nach einer Wetterstation für zuhause, kannst du mir da was empfehlen . Bräuchte sie mit regen Wind temp. Usw und ganz wichtig wäre für mich eine App um sie vom Telefon aus Abfragen zu können. Lg Hannes

    1. Servus Hannes ,
      hängt davon ab, was du ausgeben willst.
      Meine Vantage Pro 2 von Davis (https://www.amazon.de/Davis-Instruments-Funk-Wetterstation-Vantage-DAV-6152EU/dp/B001AMRCDU/ref=sr_1_1?s=garden&ie=UTF8&qid=1506873705&sr=1-1&keywords=davis+vantage+pro+2)
      ist im Garten auf einem stabilen Masten montiert.
      Der Monitor, der die Daten per Funk empfängt und anzeigt steht im Haus und ist mit einem Datenlogger (https://www.amazon.de/Davis-Weatherlink-Datenlogger-Software-Vantage/dp/B013UJDULS/ref=pd_bxgy_86_img_2?_encoding=UTF8&psc=1&refRID=FHKA0Y27R2Q9NQMQZ80Y)
      ans Internetmodem angeschlossen. Die Daten sind über eine Cloud von PC und allen mobilen Endgeräten abrufbar.
      Diese Anlage liegt im oberen Preissgment und du musst mit ca. 1000.- EUR Einstiegspreis rechnen. Du hast die Möglichkeit, Zusatzsensoren anzuschließen.

      Es gibt aber auch recht günstige System mit geringeren Qualitätsansprüchen, die deine Anforderungen erfüllen.
      Z.B. https://www.amazon.de/Profi-Funk-Wetterstation-Froggit-WH3000/dp/B06X6JPJ6Q/ref=sr_1_sc_2?s=garden&ie=UTF8&qid=1506856453&sr=1-2-spell&keywords=internetwetterstation
      Ich habe damit zwar keine Erfahrung, aber die Kundenrezensionen sind recht positiv.

      Ich hoffe, dir geholfen zu haben.

      LG, Franz

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