Jahresrückblick auf das Wetterjahr 2019 (Klimawandel in progress!)

2019 war in Österreich insgesamt das drittwärmste Jahr der Messgeschichte (1,6 K über dem klimatologischen Mittel 1981-2010). Die 14 wärmsten Jahre der über 250-jährigen Messgeschichte liegen alle in der jüngeren Vergangenheit: 2018, 2014, 2019, 2015, 1994, 2007, 2016, 2000, 2002, 2008, 2017, 2011, 2012, 2009 (Quelle ZAMG).
Ein untrügliches Indiz für den fortschreitenden Klimawandel (=anthropogen verursachte globale Erwärmung). Dieser vom Menschen verursachte und in Gang gesetzte Prozess ist irreversibel, wird durch noch schwer einzusschätzende positive Rückkopplungen (Kippelemente) verstärkt und kann nur durch rasches Gegensteuern verlangsamt und abgemildert werden. Dies ist „state of the art“ in der unabhängigen Wissenschaft. Auch wenn alle Klimaschutzmaßnahmen, die jetzt gesetzt werden, erst späteren Generationen zu Guten kommen, ist rasches Handeln – sowohl bei jedem einzelnen, als auch in der Politik – erforderlich. Noch in diesem Jahrhundert sind mit Ignoranz die schlimmsten Auswirkungen auf das Klima mit nicht abschätzbaren Konsequenzen auf Ökosysteme und die Menschheit zu befürchten.

 

Die folgenden 4 Grafiken zeigen die Temperatur- und NS Abweichung Österreichs vom Klimamittel 1981-2010 und exemplarisch Temperatur- und NS Verlauf 2019 an der Messstation in Mariazell (Quelle Klimamonitoring ZAMG): 

 

 

 

 

Auffallend ist, das die Temperatur – abgesehen von kurzen Episoden und dem Ausreißer nach unten im Monat Mai – fast permanent über den klimatologischen Mittel lag. Der NS konzentriete sich auf die ersten Monate des Jahres, gefolgt von einem sehr trockenem Sommer und Herbst.

 

Der Klimawandel hat auch Auswirkungen auf das vorherrschende Zirkulationsmuster und die GWL´s (Großwetterlagen). Die bei uns in vergangenen Zeiten häufigen zonalen GWL´s mit atlantischen Luftmassen (mild im Winter, kühl im Sommer) werden immer seltener. In der ersten Hälfte des Winters, wenn der PW (Polarwirbel)  aufgrund der fehlenden Sonneneinstrahlung extrem abkühlt, treten diese GWL´s noch am häufigsten auf und sind für langanhaltende milde Winterabschnitte verantwortlich. In der übrigen Zeit des Jahres nehmen meridionale GWL´s überhand. Dies war im abgelaufenem Jahr 2019 vom Februar bis in den Dezember zu beobachten. Ausgenommen im Mai, wo die Ostalpen an der kühlen Seite eines Troges zu liegen kamen, waren warme und  meist trockene Vorderseitenlagen mit dem Zustrom teils sehr warmer Subtropikluft wetterbestimmend. Südstau kann bei dieser Zirkulation, wie sich im November gezeigt hat, zu extremen NS-Ereignissen an der Alpensüdseite fühgren.

 

Messwerte und Jahresüberblick über Temperatur und Niederschlag an meiner Messstation in Thenneberg:

 

Höchsttemperatur: +37,2° C am 01.07.2019
Tiefsttemperatur: -13,3° C am 22.01.2019
Jahresniederschlag: 910mm

Temperatur- (Maximum, Mittel, Minimum) und NS-Verlauf

 

Jahresstatistik von Thenneberg mit Werten am 31.12.2019

 

 

Persönlicher Rückblick auf Beobachtungen und Erlebnisse in den einzelnen Monaten des Jahres 2019 mit einem repräsentativen Foto:

 

Schneereicher Jänner (Foto Gipfelkreuz Schneeberg)

 

Winterbesteigung der Großglockners im Februar

 

Führung durch das Sonnblick-Observatorium im März

 

Marillenblüte in der Wachau Anfang April

 

Ausgiebige Futterernte im Oberen Triestingtal am Ende des dem feuchten und kühlen Mai

 

Eisreste im Giglachsee im wärmsten Juni der Messgeschichte

 

Der Juli am kühlen Weissensee

 

Kaltfrontgewitter am Reisberg im August

 

Herbstwanderung in den Oberen Ring (Hochschwab) im September

 

Goldener Oktober unter der Dachstein Südwand

 

Nebel und Glorie im November am Hocheck

 

Erste Schitour des schneearmen Dezembers auf den Göller

Ein Gedanke zu „Jahresrückblick auf das Wetterjahr 2019 (Klimawandel in progress!)“

  1. Viele Dank für deine wertvollen Berichte und Erklärungen!
    Für deine schönen Fotos sowieso!
    Ich grübl standig, wie man den vom Menschen verursachten Klimawandel vermitteln kann.
    Für mich persönlich war diese Erkenntnis entscheidend:
    das vom Menschen aus fossilen Brennstoffen freigesetzte CO2 bleibt ewig in der Umwelt, weil es gibt keine natürliche CO2 Senke! (außer wenn Wald flächenmäßig mehr wird – leider ist global das Gegenteil der Fall)
    Mehr CO2 macht mehr Treibhauseffekt, das ist unbestrittene Physik.
    Die genaue Auswirkung von mehr Treibhauseffekt sind schon weniger einfach zu berechnen, aber mittlerweile eindeutig messbar!
    Was muss noch passieren um die Wichtigkeit für alle Menschen klarzumachen?
    Stattdessen völliges Versagen in Madrid …
    Es ist zum verzweifeln.

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