Frühsommerliche Warmluft verdrängt die eingeflossenne Polarluft

Der gestrige Polarluftvorstoß hinter dem langgestrecktem Wolkenband der abgezogenen Kaltfront war am Satellitenbild (Quelle NASA) an der Wolkenstruktur, die einem Fleckerlteppich oder einem Leopardenfell glich, gut zu beobachten:

 

 

Die Wettererscheinungen am Boden waren typisches Aprilwetter.  Sonne wechselte rasch mit Cumuluswolken und einzelnen Schneeschauern (Beitragsbild).

Wie befürchtet schlief der Wind in der Nacht ein, die trockene Kaltluft und klarer Himmel ermöglichten ungehindertes Abstrahlen. Mit knapp -3 °C hielt sich die Tiefsttemperatur heute Mi am Morgen aber in Grenzen. Die Obstblüte sollt dies ohne Schäden überstanden haben.

Von heute Mi bis Fr  liegt der Alpenraum unter Hochdruckeinfluss. Bei weitgehend sonniger Witterung und Warmluftzufuhr wird es wieder wärmer. Ab morgen Do erreichen die Tmax teilweise wieder frühsommerliche Werte. 

Die Geopotential-/Druckverteilung von Fr zeigt zwei mächtige Tiefdruckgebiete über Südgrönland und NW-Russland, dazwischen ein blockierendes Atlantikhoch, das mit dem afrikanischen Subtropenhoch verbunden ist. WLA (Warmluftadvektion) bis zu den Alpen: 

 

Am Wochenende gelangen labilere Luftmassen zu den Ostalpen, wodurch vor allem im Bergland vermehr Quellwolken mit Schauer- und einzelnen Gewitterbildungen zu erwarten sind.

Die omegaähnliche Struktur ist jedoch fragil und wird in weiterer Folge von einem atlantischen Trogvorstoß mit anschließenden Cutoff über der Iberischen Halbinsel unterwandert. Eine „High-over-Low“ Lage mit Hochdruck über der Nordsee bis Grönland und mehreren schwer berechenbaren Tiefdruckkernen zwischen  Azoren und dem Schwarzen Meer labilisiert im gesamten Alpenraum die Luftmasse. Exemplarisch die Geopotential-/Druckstruktur zum kommenden Wochenanfang aus dem aktuellen GFS-Modelllauf:

 

Dabei dürfte kühlere Kontinentalluft zu den Ostalpen vorstoßen und hier für die Ausbildung einer Luftmassengrenze sorgen. Die genaue Position steht noch nicht fest. 
Ich erwarte in der kommenden Woche einen kühleren, der Jahreszeit entsprechenden Wetterabschnitt mit flacher Druckverteilung. 

Nicht auszuschließen, dass sich bis weit in die dritte Aprildekade eine „Tümpellage“ mit geringen Lufdruckgegensätzen, wenig Wind und lokalen stationären Schauern und Gewittern entwickelt. Flächendeckender Regen ist nicht in Sicht.

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Ein Blick in die obere Etage der Atmosphäre zeigt, dass mit der atlantischen Blockinglage ein Energietransfer/Wärmefluss in die Stratosphäre erfolgt und das Final Warming endgültig eingeläutet wird. Da nun der zonale Antrieb von oben fehlt, könnte sich die für Anfang kommender Woche oben gezeigt  GWL als sehr beständig erweisen, was mich zur getätigte Einschätzung einer länger andernden „Tümpellage“ veranlasst hat.

Jedenfalls kündigt sich eine sehr komplexe und schwer erfassbare Wetterlage an.

Aktualisierung folgt.

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