Föhnzusammenbruch an der Großglockner Nordseite

Dass sich das Wetter am gestrigen Mo umstellt, war mir klar. Die unbeantwortete Frage zum Zeitpunkt der Morgendämmerung war nur, wie rasch sich der Wetterwechsel vollzieht und mit welchen Wettererscheinungen er verbunden ist. Ich plante deshalb keine größere Tour, sondern blieb in Reichweite meines Ausgangspunktes auf der Franz Josefs Höhe.
Ich wanderte entlang des Panoramaweges zum Wasserfallwinkel und über farbenprächtige Gletscherschliffplatten zum südl. Bockkarkees. Den Weiterweg zur Oberwalderhütte brach ich wegen überschwappender Wolken und Nebels ab.

 

Vor Eintreffen der Kaltfront etablierte sich bereits in der Nacht zum Mo  in den Tauern eine kräftige Föhnlage. Nach einem recht sonnigen Tagesbeginn mit lockeren Ac-Wolken setzte morgens ein Föhnsturm ein.  Mitgeführter Saharastaub führte zu deutlich wahrnehmbarer Lufttrübung. Über dem Tauern Hauptkamm  baute sich eine markante, die höchsten Gipfel einhüllende, Föhnmauer auf.  Am späten Vormittag schwächte sich der Föhn bei gleichzeitig  raschem Absinken der Wolkenuntergrenzen ab. Nebel oberhalb 2600m und einsetzender leichter Regen folgten mit Eintreffen der Front.

Die nachfolgende Fotosequenz dokumentiert den dynamischen Wetterablauf zwischen 07:00 und 11.:00 anhand grandioser Einblicke in die Nordseite des Großglockners:

 

Die ehemaligen Firn-/Eisanstiege auf den Großglockner (Pallavicinirinne, Berglerrinne und Mayerlrampe) sind weitgehend ausgeapert:

 

Interessante Strukturen auf manchen Gletscherschliffsteinen:

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