Wochenprognose mit Update zum Kaltlufteinbruch

Der Abzug der Kaltfront, die im Laufe des gestrigen So mit der WSW-Strömung strömungsparallell  Westösterreich erreichte, wird durch ein kleinräumiges Tiefdruckgebiet, das sich über Obertalien bildet, verzögert. Die Front verwellt über den Ostalpen.
Der heutige Mo bleibt deshalb verbreitet unbeständig und feucht. Der Regen klingt in der Nacht auf Di ab.
Deutliche Wetterbesserung erfolgt mit LD-Anstieg aus W morgen Di, wobei eine NW-liche Strömung für mehr Wolken in der NO-Hälfte sorgt. Im S und W deutlich mehr Sonne.
Ähnlich frühlingshaft freundlich und trocken verläuft der Mi, allerdings mit  einem deutlichen West-Ost Temperaturgefälle.
Am Do kurzzeitig Südföhnlage. Es wird der wärmste Tag der Woche mit viel Sonne und nur hohen Wolken.
Im Verlauf des Fr nähert sich aus N eine markante LMG (Luftmassengrenze), die eine nachhaltige Wetterverschlechterung ankündigt.
Die genauen Details der Auswirkungen für das Wochenende  sind immer noch mit Unsicherheiten behaftet.
Ein mögliches Entwicklungsszenario basierend auf meinen Erkenntnissen aus den letzten Modellrechnungen habe ich in der nachfolgenden synoptischen Analyse erklärt.

 

Synoptische Analyse:

Ein kleinräumiges Tiefdruckgebiet bildet sich heute über Oberitalien und verzögert damit die bevorstehende Wetterbesserung ausgehend von einem Hochdruckgebiet südlich von GB:

18.04.2016.gfs-0-12

 

Im weiteren Verlauf verlagert sich das Oberitalientief unter Abschwächung nach SO. Über den Ostalpen etabliert sich zwischen dem nachrückenden atlantischen Hochdruckkeil und tiefem LD  über der Ostsee vorübergehend eine NW-Strömung. Mit ihr gelangen vor allem in den NO Österreichs etwas kühlere, aber trockene Luftmassen.  Am Di wird es nach Osten zu bei  zyklonaler Krümmung der Isobaren deshalb noch häufig Cumulusbewölkung geben. An der Vorderseite eines atlantischen Cutoffs zwischen den Azoren und der iberischen Halbinsel erfolgt WLA (Warmluftadvektion), wodurch das Hochdruckgebiet bei GB gestützt und verstärkt wird:

18.04.2016.gfs-0-36

Nach einem verbreitet antizyklonal geprägtem Mi stellt sich am Do an der Vorderseite des sich nach Osten ausweitenden Tiefs  westlich der Biskaya kurzzeitig eine Südföhnlage ein. Gleichzeitig weitet sich das atlantische Hochdruckgebiet südlich von Island  in weiterer Folge bis Grönland aus:

18.04.2016.gfs-0-84

 

Die Druckstruktur am Fr zeigt ein ausgedehntes Hochdruckgebiet über dem Nordatlantik und tiefen LD vom europäischen Nordmeer bis NW-Russland. Dazwischen setzt sich polre Kaltluft nach S in Bewegung.
Am Fr liegt eine LMG, die den ersten Schwall der Kaltluft von der noch milden Frühlingsluft trennt, über dem nördlichen ME:

18.04.2016.gfs-1-114

 

Nach den letzten Berechnungen arbeitet sie sich nur langsam nach Süden vor, sodass der Ostalpenraum zum kommenden Wochenende weiterhin im Grenzbereich von kalter und milderer Luft bleibt.
Gewiss ist nur, dass  damit eine unbeständiger, kühler und niederschlagsanfälliger Wetterabschnitt eingeleitet wird.

Frost und damit Schäden für die Obstblüte, die derzeit im oberen Triestingtal voll im Gange ist, ist jedenfalls nach den letzten Modellrechnungen hier nicht zu befürchten:

18.04.2016.2-2

 

In den letzten Simulationen des amerikanischen GFS erfolgt die Hauptstoßrichtung der Höhenkaltluft etwas weiter westlich als gestern von mir noch dargestellt.
Das wäre die ideale Konstellation für eine Genuatiefentwicklung im Verlauf des kommenden So mit all seinen Begleiterscheinungen: Südstau mit Neuschnee im Gebirge und am Alpenostrand nun anstelle von  Graupelgewittern in höhenkalter Luftmasse  nasse Aussichten bei Zufuhr feuchter Mittelmeerluft:

18.04.2016.gfs-0-168

 

Letzendlich gilt auch heute meine gestrige Aussage:

Das Eingrenzen des vom Kaltlufteinbruch betroffene Gebiets und  auch der zeitliche Ablauf des aufgezeigten Szenarios sind noch mit erheblichen Unsicherheiten im Detail behaftet.
Sicher ist nur die weiter oben bereits erwähnte Wetterverschlechterung.

Wenn die Einzelrechnungen der Modelle noch eine größere Bandbreite bei den Entwicklngsmöglichketen liefern, nutze ich gerne die gemittelten Modellrechnungen, um zu einer Trendeinschätzung zu kommen.
In der nachfolgenden Karte ist die gemittelte Druckverteilung aller Ensembles des letzten GFS-Laufes für den kommenden Wochenanfang dargestellt. Der ausgeprägte Trog über West- und Mitteleuropa ist selbsterklärend und markiert auch den Kaltluftvorstoß:

18.04.2016.gensnh-21-1-180

 

Aktualisierung folgt.

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