Kurzer Rück- und Ausblick: Es bleibt hochsommerlich!

Entgegen den Einschätzungen in meinen letzten Analysen, wird die aktuelle Hitzewelle vor allem im O länger anhalten. Flächendeckender Regen ist weiterhin nicht in Sicht. Derzeit ist die subtropische Hitze – zumindest bei ausreichend Grünland – noch erträglich, da die Luftmasse  recht trocken ist. Das wetterbestimmende sommerliche Hochdruckgebiet begünstigt einen enormen Tagesgang. In den Nächten kühlt die trockene Luft  stark ab, tagsüber erwärmt sie sich um mehr als 20 K.
An meiner Messstelle lag in den letzten 2 Tagen (Mo und Di) die Temperaturspanne bei ungetrübten Sonnenschein zwischen 7°C (am Morgen) und 29°C (am Nachmittag) bzw. 9°C und 32°C. In dieser Gangart wird es auch heute Mi weitergehen, wobei ich nach knapp 11°C jetzt am Morgen ein Tmax von ca. 35°C erwarte. 
Die kommenden Tage bis zum Wochenende bleiben vor allem im O/SO hochsommerlich warm. Aus W erreichen die Ostalpen aber labilere und damit wolkenreichere atlantische Luftmassen und damit kühlt es im W und im Bergland leicht ab. Das Schwüleempfinden erhöht sich damit deutlich und die Nächte werden in den Niederungen des O und in den Ballungszentren teilweise tropisch, d.h. die Temperatur sinkt nicht mehr unter 20°C.

 

Nachfolgende Grafik des Klimamonitorings der ZAMG zeigt eindruckvoll die positive Temperaturabweichung in Österreich im bisherigen Sommer (ab Juni) bezogen auf das  Klimamittel 1981-2010:

Quelle: ZAMG

 

Es ist zu erkennen, das in der ersten Sommerhälfte der größere Temperaturüberschuss im W und SW liegt. Dies wird sich in nächster Zeit in den O/SO verlagern.

Die bisherigen Sommerniederschläge liegen deutlich unter dem Klimamittel. In den trockensten Gegenden des O fielen in der ersten Sommerhälfte weniger als 50% des üblichen Regens und das nach der trockenen Vorgeschichte!
Details können über den hinterlegten Link nach obiger Grafik eingesehen werden.

Die nächsten Wochen lassen keine Entspannung erwarten. Die Subtropenhochzone, zu dem auch das Azorenhoch gehört, bleibt weiterhin für den Alpenraum wetterbestimmend. Die atlantischen Labilitätszonen, die den Alpenraum zeitweise erreichen, bringen  meist nur im Berg- und Hügelland mit der dort herrschenden orografischen Unterstützung konvektiven NS. Dabei ist zwar kleinräumiger Starkregen möglich, aber kein flächendeckender stratiformer Regen.

 

Exemplarisch die Geopotential-/Druckstruktur des aktuellen GFS-Modelllaufes für kommenden So:

 

In den kommenden Tagen  erreichen die Ostalpen Labilitätszonen mit Schauern und Gewittern, vor allem im W und Gebirge. Heute Mi, Fr und So sind hochdruckgeprägt.
In dieser Tonart geht es auch in der kommenden Woche und wahrscheinlich darüber hinaus weiter, wobei der zeitliche Ablauf noch unsicher ist. Die Tendenz ist aber gut abgesichert: (hoch-)sommerlich warm, etwas wechselhaft, zu trocken.

 

Der Blick in die Glaskugel mit der exemplarischen Geopotential-/Druckstruktur des aktuellen GFS-Modelllaufes in 10 Tagen zeigt weiterhin das weit nach N reichende Subtropenhoch, vor allem im Geopotentialfeld. Bodennah herrscht eher flache Druckverteilung mit oft labiler Schichtung. Die atlantische Frontalzone verläuft weit im N:

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