Weiße Weihnachten in den Niederungen sind unwahrscheinlich

Da ich aus Zeitgründen die Evaluierung und Anpassung meiner Winterprognose von anfang November noch nicht fertiggestellt habe, beschränke ich mich in diesem Beitrag auf die Entwicklung bis Weihnachten und einen nur kurzen Ausblick auf die mögliche Folgeentwicklung.

Zur aktuelle Situation:

Erhaltungsneigung und Russlandblock sind Geschichte……….die Zonalisierung hat sich durchgesetzt. Mit einem zonalen Witterungsabschnitt im Dezember, der normal für einen Winter in ME ist, habe ich durchaus gerechnet.

 

Die Einschätzung der kommenden Entwicklung:

Der Höhepunkt mit NAO-Index von +2 ist erreicht und dauert bis nächste Woche. Danach erfolgt eine langsame Abschwächung des Westwindbandes:

12.12.2014.zonalisierung

 

Erstarktes Azorenhoch und ausgeprägter Tiefdruckkomplex am Atlantik zwischen Island und Skandinavien sind der Hauptakteure einer vom Atlantik geprägten Westwetterlge. Exemplarisch eine Karte der nächsten Woche:

12.12.2014.gfsnh-0-156

 

Ob wir zu Weihnachten Vorderseite, Hoch-Mitteleuropa oder Rückseite bekommen, ist völlig offen. Die zeitliche Abfolge von Trog- Rückenpassagen ist bei einer derart ausgeprägten Westlage von den Modellen nicht so lange im Vorhinein erfassbar bzw. vorhersagbar.

Jedenfalls sind die Chancen auf eine Schneedecke bis ins Flachland sehr gering.  Auch im Falle einer Rückseite wird die herangeführte Kaltluft auf ihrem Weg über den milden Atlantik soweit erwärmt, dass sich in den Niederungen keine Schneedecke bilden kann.

Und vom Kontinent ist keine Kaltluftadvektion zu erwarten, weil
– es die herrschende Zirkulation nicht zulässt,
– und sich über Russland noch kein Kaltlufteservoir ausbilden konnte.

Ich bleibe bei meiner Einschätzung:
Berglandwinter mit bescheidener Schneedecke soweit die Modellsicht reicht.

 

Exemplarisch die ENS für den Gitterpunkt „Oberes Triestingtal“ bis Ende Dezember:

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Ein kurzer Ausblick:

Die aktuelle CPC(US-Climate Prediction Center) Monatsprognose geht aktuell von einem milden Jänner mit recht überdurchschnittlichen Niederschlagsmengen aus, vor allem nach Westen zu aus.
Dieses Vorhersagemodell geht also von einer Fortdauer der Westdrift aus.
Diese Prognose kann sich aber durchaus noch ändern, wie in den vergangenen Wochen auch zu sehen war. Es ist noch nicht so lange her, dasimuliertet CPC  einem zu kalten Jänner für ME.

Auch die ZAMG prognostiziert einen mit 50% zu warmen Jänner und jeweils mit 25% einen normal bzw. unterdurchschnittlich temperierten Jänner.

Ich – und das ist meine persönliche Einschätzung – gehe davon aus, dass jene Einflussgrößen (OPI/SAI, ElNino, QBO), die ich in meiner oben zitierten Winterprognose eingehend behandelt habe und die mit einer negativen AO korrelieren und eine meridionale GWL bewirken, uns im Jänner und darüber hinaus noch winterliche Überraschungen bescheren werden.

 

Mein Update der Winterprognose erfolgt spätestens zum kalendarischen Winterbeginn.

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