Unterkühlter Start ins meteorologische Frühjahr

Während der vergangene Winter (D/J/F) in vielen Teilen Österreichs viel zu mild verlief (Rückblick folgt demnächst), scheint das nun beginnende meteorologische Frühjahr  in nächster Zeit, den winterlichen Temperaturüberschuss reduzieren zu wollen. Die derzeitigen Morgentemperaturen bei knapp -10°C und niedrige einstellige Tmax sind jedenfalls deutlich unter dem Klimamittel angesiedelt. Und es dürfte zumindest in der ersten Märzdekade in dieser Tonart weitergehen.

Die Ursache liegt vermutlich in einer veritablen Störung des stratosphärischen PW´s (Polarwirbel), die in den nächsten Tagen erfolgt und sich bis in die Troposphäre auswirkt.
Gleich vorweg: ich erwarte jetzt keinen Märzwinter, denn nach Analyse der mir zu Verfügung stehenden Atmosphärenkarten von der Troposphäre bis in die Stratosphäre dürfte sich der stratosphärische PW rasch wieder regenerieren. Die längerfristigen Auswirkungen in der Troposphäre, unserer Wetterküche, geben allerdings noch Rätsel auf.

 

Die Ensemblerechnungen (850hPa, 500hPa, NS) der letzten 4 GFS-Modellläufe für den Gitterpunkt „Oberes Triestingtal“ dokumentieren den unterkühlten Märzbeginn  und einen tendenziellen Temperaturanstieg ab der zweiten Märzdekade:

 

 

Diese Entwicklung ist aber als noch recht unsicher einzustufen. In den Ensembles gibt es einige Ausreißer nach unten (in obiger Grafik gekennzeichnet), die noch für Überraschungen sorgen könnten. 

Der Grund dürfte in einer Störung mit Splitansätzen im stratosphärischen PW liegen.
Exemplarisch der berechnete Vertikalschnitt fürs Wochenende:

Quelle: stratobserve.com

Berechnung des Zonalwindes in 32km:

 

Die Zweiteilung des PW setzt sich in der Troposphäre fort, wobei im Alpenraum das kontinentale PW-Fragment (PW2) wetterbestimmend ist. Es lenkt aus dem Sektor NO kühle Luftmassen mit eingebetteten unberechenbaren KLT´s (Kaltlufttropfen) zu den Ostalpen.
Zeitgleiche Geopotential-/Druckstruktur des aktuellen GFS-Modelllaufes:

 

Wie lange der unterkühlte  Wetterabschnitt anhält, ist noch nicht vorhersagbar. Nach den Berechnungen der Zonalwindentwicklung in der Stratosphäre, dürfte sich der PW rasch wieder erholen und in weiterer Folge in den unteren Stockwerken das alte Muster wiederherstellen:

Quelle: albany.edu

 

Wie unsicher die Entwicklung jenseits des Mittelfristzeitraumes ist, zeigt der in den GFS-Ensembles berechnete AOI (arktische Oszillations-Index):

 

Aktualiserung folgt!

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