„High-over-Low“ Lage gefolgt von einem Hauch von Frühling

Über Europa etabliert sich eine sogenannte „High-over-Low“ Lage mit hohem Luftdruck über Skandinavien und tiefem Luftdruck über dem Mittelmeerraum.  Österreich liegt dazwischen in einer  NO bis östlichen Grundströmung, mit der kühle kontinentale und vor allem in tieferen Schichten  feuchte Luftmassen zu den Alpen gesteuert werden.
Der Wettercharakter bleibt bis über das Wochenende hinaus zweigeteilt: nur auf den höchsten Gipfeln und im äußersten W und SW (Voralberg bis Oberkärnten) gibt es leebedingt viel Sonne, sonst überwiegen meist trübe Verhältnisse. Nennenswete Niederschläge sind nicht zu erwarten.
In der kommenden zweiten Wochenhälfte kündigt sich eine Änderung der GWL an. Das hohe Geopotential über dem skandinavschen Raum wird abgebaut.  Langsamer Abbau des tiefen Luftdrucks über dem Mittelmeerraum und gradientenschwache Verhältnisse über ME gehen Hand in Hand mit dieser Entwicklung.
Statt sibirischer Kaltluft kündigt sich in den jüngsten Modellrechnungen ein Hauch von Frühling an.

 

Synoptische Analyse:

Über NO-Kanada und Grönland liegt eine mächtiges Fragment des Polarwirbels. An seiner SO-Flanke wird Warmluft bis Skandinavien geführt, sodass sich von den Azoren über GB bis Nordskandinavien ein lnggestrecktes Hochdruckgebiet ausbilden kann. Im Gradientenbereich zum tiefem Geopotential im Mittelmeerraum liegen die Ostalpen in einer bodennah feuchtkalten NO-Strömung :

11.03.2016.gfsnh-0-12

 

An dieser Konstellation ändert sich am Wochenende nur wenig. Der hohe LD über Skandinavien dehnt sich noch etwas nach N aus, wodurch ein Kaltluftluftvorstoß in das bislang recht warme Russland initiiert wird. Die Strömung über den Ostalpen dreht zunehmend auf Ost, bleibt aber weiterhin kalt und feucht:

11.03.2016.gfsnh-0-60

 

Die wesentliche Änderung zu meiner letzten Analyse  zeigt die folgende Entwicklung.  Die Achse des Hochs mit Kern im Bereich Schottland/Nordsee/Südskandinavien kippt nach Osten und zonalisiert. Der Kaltluftvorstoß, der bei der noch vor Kurzem simulierten meridionalen Zirkulation  ME getroffen hätte,  erfolgt jetzt weit im Osten und wird ME kaum tangieren. An der Nordflanke des Hochs wird tiefes Geopotential von NO-Kanada über den Nordpol hinweg auf de sibirischen Kontinent verlagert. Ein Vorgang, der den kontinentalen Hochdruck abbaut und vielleicht für unser Osterwetter noch Bedeutung gewinnt. Details wären zum jetzigen Zeitpunkt aber nur Spekulation.
ME bleibt bis über die Wochenmitte weiterhin  in einer bodennah zeitweise feuchten und kühlen Ostströmung.  In der Höhe besteht  die Möglichkeit eines von Osten nach Westen ziehenden Kaltlufttropfens.

11.03.2016.gfsnh-0-102

 

Ein Trend in Richtung milderer Temperaturen und damit vorfrühlingshaften Wettercharakter kündigt sich nach den letzten Modellrechnungen für die kommende zweite Wochenhälfte an.
Der Hochdruck über Skandinavien wird bei oben beschriebener Entwicklung abgebaut und nach Süden abgedrängt. Dabei füllt sich die Tiefdruckrinne westlichen und zentralen im Mittelmeerraum langsam auf.  Eine gradientenschwache Zone über weiten Teilen West-, Mitteleuropas und dem westlichen Mittelmeerraum verspricht generell freundlicheres Wetter für den Alpenraum und einen Hauch von Frühling:

11.03.2016.gfsnh-0-204

 

Auch die Ensemblerechnung der letzten GFS-Läufe (Gitterpunkt Oberes Triestingtal) spiegelt diese Entwicklung, wobei die Unsicherheiten in der Karwoche noch sehr groß sind:

111.03.2016.ens

Eine Aktualisierung mit dem  weiteren Trend demnächst!

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